Roadtrip Ostsee – 21 Highlights, Tipps und Route für Russland & Baltikum

Roadtrip Ostsee – 21 Highlights, Tipps und Route für Russland & Baltikum
Roadtrip Ostsee – 21 Highlights, Tipps und Route für Russland & Baltikum

Russland & Baltikum. Ausgedehnte Seenlandschaften, verwunschene Moore, historische Stadtkerne, weltbekannte Museen sowie zahlreiche Relikte aus der Sowjetzeit. Unser Roadtrip um die halbe Ostsee hat bei uns viele Eindrücke hinterlassen. Finnland, Russland (Karelien), das Baltikum, Kaliningrad und Polen lagen auf der Route unseres Roadtrips. Eine Route, die abwechslungsreicher kaum sein könnte. Einfach der perfekte Mix aus Natur und Kultur. Und das I-Tüpfelchen: es gibt viele tolle Stellplätze für den Camper, meistens kostenlos und oft direkt am Meer. Ein Traum, oder? In meinem Artikel lest ihr, welche Highlights ich euch für euren Roadtrip im Westen von Russland & Baltikum empfehlen kann. Außerdem bekommt ihr noch weitere hilfreiche Informationen und Tipps für euren Roadtrip an der Ostsee inkl. Routenvorschlag und Karte.


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Was euch in meinem Artikel erwartet

Roadtrip Russland & Baltikum – Route, Highlights und Stellplätze
Unser Reisemobil „Arwak“ – der Iveco 40/10 WM
Mit der Fähre von Travemünde nach Helsinki
21 Highlights für euren Roadtrip in Russland & Baltikum

Allgemeine Tipps für euren Roadtrip



Roadtrip Russland & Baltikum – Route, Highlights und Stellplätze

Warum ein Roadtrip an der Ostsee? Naja, ist doch naheliegend – im wahrsten Sinne des Wortes: Die Ostsee beginnt ja schon fast vor den Toren Berlins. Die Anreise ist kurz. Nach etwa 4 Stunden Autofahrt geht es schließlich auf die Fähre und die Reise beginnt. Eine Reise durch sechs Länder mit abwechslungsreichen Landschaften, vielfältiger Kultur, interessanter Geschichte und freundlichen Menschen.

Wir haben in 30 Tagen eine Strecke von etwa 4.500 Kilometern zurückgelegt. Also etwa 160 Kilometer am Tag. Mal mehr mal weniger. An manchen Orten blieben wir auch mal 2 oder 3 Tage. In der Karte habe ich unsere Stellplätze für die Nacht sowie unsere Route eingetragen. Außerdem seht ihr in der Karte viele kleine Herzen – das sind die Highlights von unserem Roadtrip in Russland & Baltikum, die ich im Folgenden beschreibe.

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Unser Reisemobil „Arwak“ – der Iveco 40/10 WM

Langweilig wird es auf einem Roadtrip nie. So auch dieses Mal: Bereits am zweiten Tag bemerkten wir ein Loch im Auspuff. Dieses versuchten wir zuerst mit Auspuffkit zu flicken. Doch es wurde immer größer. Einen Tag später haben wir dann auf die russische Art improvisiert: Vom Straßenrand sammelten wir leere Getränkedosen. Wir schnitten den Boden und Deckel ab, so dass wir flache Metallbleche hatten. Anschließend wickelten wir sechs Stück davon um den inzwischen etwa 5 cm langen Riss in unserem Auspuff. Das Ganze fixierten wir schließlich mit zwei Schlauchschellen. Die Reste von dem Auspuffkitt verklebten zudem alles von unten. Außerdem bastelten wir eine weitere Aufhängung für den vordenen Teil des Auspuffs. Fertig!

Inzwischen hat „Arwak“ einen neuen Auspuff. Wollt ihr mehr über unseren Iveco 40/10 WM erfahren? Dann schaut hier, er hat eine eigene Seite.

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Mit der Fähre von Travemünde nach Helsinki

Ein Roadtrip um die ganze Ostsee ist lang. Mit einem Abstecher ans Weiße Meer etwa 6.000 Kilometer. Bei einem Schnitt von 160 Kilometern am Tag, bräuchte man etwa 5,5 Wochen Zeit. Für die meisten von uns ist der mögliche Sommerurlaub allerdings kürzer. Wir hatten vier Wochen Zeit. Einmal ganz um die Ostsee inkl. Abstecher nach Russland kam daher für uns nicht in Frage. Gut dass es eine Abkürzung gibt.

Ganz schön dreckig! Zum Glück kam nur während der An- und Ablegemanöver so viel sichtbarer Dreck aus dem Schornstein. Auch wenn es auf dem Foto nicht so aussieht, aber die Überfahrt mit der Fähre ist zumindest etwas CO2-freundlicher als ein Flug. Pro Passagier sind es 69–79 kg CO2 (Quelle: finnlines). Bei einem Flug Lübeck – Helsinki wären es 336 kg CO2 pro Passagier (Quelle: atmosfair).

Überfahrt mit Finnlines von Travemünde nach Helsinki:
Kosten: für z.B. zwei Personen mit Camper in der Hauptsaison ohne Kabine etwa 557 Euro. Mit Doppelkabine sind es etwa 719 Euro.
Zeiten: Ganzjährig; Abfahrt je nach Wochentag zwischen 2:00 und 3:30 Uhr, Ankunft nach 29 Stunden um 9:00 bzw. 9:30 Uhr.
Hier kommt ihr zu der Seite von Finnlines mit den aktuellen Fahrplänen sowie den Kosten.

Der Check-In öffnet um 21:00 Uhr und schließt zwei Stunden vor der Abfahrt. Die Einschiffung beginnt allerdings erst ab ca. 23:30 Uhr. Fahrzeuge höher als 2,10 Meter werden auf einem anderen Deck geparkt und daher erst später verladen. Für Reisende mit höheren Fahreugen wird daher empfohlen, erst gegen 23:00 Uhr zum Check-In zu kommen. Hier könnt ihr zudem noch weitere Informationen über eine Fährfahrt mit dem Wohnmobil bei Finnlines nachlesen.

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21 Highlights für euren Roadtrip in Russland & im Baltikum

#1 Entspannter Start – Suomenlinna bei Helsinki

Nach 29 Stunden Fährfahrt kommen wir morgens in Helsinki an. Der ganze Tag liegt noch vor uns. Wir wollen Helsinki erkunden. Aber gleichzeitig wollen wir es ruhig angehen lassen. Daher entscheiden wir uns zunächst für einen Ausflug auf die Schäreninseln von Suomenlinna.

Suomenlinna ist eine Festungsanlage aus dem 18. Jahrhundert. Sie befindet sich auf mehreren miteinander verbundenen Inseln direkt vor Helsinki. Die Anlage umfasst rund 200 Gebäude auf insgesamt 80 Hektar und gilt zudem als Musterbeispiel für Militär- und Festungsarchitektur. Bis zum Jahr 1973 wurde Suomenlinna noch militärisch genutzt. Heute ist jedoch nur noch eine einzige Insel der Militärschule vorbehalten. Der Rest kann jedoch besichtigt werden.

Auf dem Gelände gibt es ein Informationszentrum, zwei Museen, eine Galerie sowie mehrere Cafés, Restaurants und Souvenirshops. In dem Informationszentrum am Fähranleger bekommt ihr eine Karte, mit der ihr euch dann auf eigene Faust über die Inseln bewegen könnt. In dieser ist z.B. eine 1,5 kilometer lange Hauptroute empfohlen. Dabei schließt die Route alle wichtigen Sehenswürdigkeiten ein. Informationstafeln informieren euch zudem über die Sehenswürdigkeiten und ihre Geschichte.

Das UNESCO-Welterbe Suomenlinna ist eines der beliebtesten Ausflugsziele bei Helsinki. Denn mit der öffentlichen Fähre sind die Inseln innerhalb von 15 Minuten zu erreichen. Die Abfahrt erfolgt im Sommer im 15- bis 20- Minuten Takt direkt am Marktplatz Kauppatori. Weitere Informationen findet ihr außerdem auf der offiziellen Website von Suomenlinna.

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#2 Porvoo – charmantes Städtchen mit bunten Holzhäusern

Das kleine Städtchen Porvoo ist berühmt für seine rostroten Holzhäuser am Ufer des Flusses Porvoonjoki. Sie stammen aus dem 18. Jahrhundert und wurden früher als Salzspeicher genutzt. Porvoos wunderschöne Altstadt mit ihren engen Gassen, charmanten Cafés und Boutiquen lädt zum Schlendern und Verweilen ein. Die bunten skandinavischen Holzhäuser sind liebevoll hergerichtet und alles wirkt dabei ein bisschen wie ein Freilichtmuseum. Porvoo ist nach Turku die zweitälteste Stadt Finnlands und war zudem schon im 13. Jahrhundert eine bedeutende Handelssstadt. Die meisten Gebäude in der Altstadt sind jedoch nicht ganz so alt, denn diese brannte 1760 bei einem Feuer großteils nieder.  

Hoch über der Altstadt thront der Dom aus dem 15. Jahrhundert. Er ist die Bischofskirche des evangelisch-lutherischen Bistums Borgå und zudem das Wahrzeichen von Porvoo. Im Jahr 2006 wurde der Dom jedoch durch ein Feuer schwer beschädigt. Während das Holzdach fast komplett abgebrannt ist, blieb der Innenraum des Doms weitgehend erhalten.

Porvoo ist nur 50 Kilometer von Helsinki entfernt. Das hübsche Städtchen ist daher eines der beliebtesten Ziele für Tagesausflüge aus der Hauptstadt. Wir sind ebenfalls aus Helsinki angereist und haben auf dem nahegelegenen Campingplatz „Sun Camping“ übernachtet. Anschließend ging es für uns weiter zur Seenplatte in Richtung Savonlinna.

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#3 Seenplatte in Finnland – viel Wasser und noch mehr Mücken

Zwischen Helsinki und dem Grenzübergang nach Russland bei Niirala liegen etwa 470 Kilometer. Der Großteil der Strecke führt dabei über die berühmte finnische Seenplatte – dem größten Seengebiet Europas. Über mehr als 100.000 km² Fläche erstreckt sich ein Labyrinth aus Seen, Flüssen, Inseln, Mooren und dichten Wäldern. Zwei von unseren Zwischenstopps haben uns auf unserem Weg über die finnische Seenplatte besonders gut gefallen: Der Ort Savonlinna mit der mittelalterlichen Burg Olavinlinna sowie die überdimensionierte Holzkirche von Kerimäki.

Olavinlinna wurde im Jahr 1475 fertig gestellt und gilt als die am besten erhaltene Mittelalterburg in Nordeuropa. Sie liegt mitten im Saimaa-Seensystem auf einer kleinen Insel und ist daher nur über eine Pontonbrücke erreichbar. Um größere Schiffe passieren zu lassen, kann die Potonbrücke allerdings zur Seite geklappt werden.

Die Kirche von Kerimäki ist die größte Holzkirche der Welt. Die neoklassizistische Kuppelkirche wurde nach drei Jahren Bauzeit 1847 fertig getellt. In ihr finden bis zu 5.000 Menschen Platz, für 3.400 von ihnen gibt es dabei Sitzplätze. Die Kirchenbänke haben eine unvorstellbare Gesamtlänge von über 1,6 Kilometern. Die Gemeinde zählte zuletzt 5.526 Einwohner – da wirkt die Kirche doch ein kleines bisschen überdimensioniert.

Auf einem Rastplatz an einer wenig befahrenen Landstraße haben wir einen schönen Stellplatz für die Nacht gefunden. Doch als wir nach einem langen Tag zur Ruhe kamen, wurden die Mücken munter. Abends konnten wir uns daher nur mit langen Klamotten und bewaffnet mit Insektenspray nach draußen wagen.

Doch auch wenn die Mücken uns zu schaffen machten – gerne hätten wir hier noch mehr Zeit verbracht. Und zu diesem Zeitpunkt wussten wir ja auch noch nicht, dass es auf den Solowezki-Inseln in Russland noch viel mehr Mücken gibt.

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#4 Petrosawodsk – Wilkommen in Russland!

Petrosawodsk ist für viele nur der Ausgangspunkt für Ausflüge in das Freilichtmuseum Kischi. Für uns war die Stadt selbst jedoch ein Highlight auf unserem Roadtrip Rußland & Baltikum. Besonders gut hat uns dabei die Uferpromenade am Onegasee – dem zweitgrößten Süßwassersee Europas – gefallen. Die Promenade ist umgeben von einem attraktiven Parkgelände und daher wie gemacht für einen Spaziergang. Ihr seht verschiedene Skulpturen, beispielsweise die Silbernen Fischer, die ein Netz auswerfen. Und wenn ihr es etwas sportlicher mögt: der Park ist mit einem öffentlichen Fitnessbereich ausgestattet – hier wird hart trainiert.

Petrosawodsk heißt übersetzt soviel wie „Peter-Werk“. Gemeint ist damit das Eisen- und Kanonenwerk, das Peter der Große hier im Jahr 1703 bauen ließ und damit Petrosawodsk gründete. Das Werk wurde jedoch 70 Jahre später durch die Alexandrovsky Stahlwerke ersetzt. Eine Statue von Peter dem Großen zeigt mit dem Finger auf die Stelle, an welcher Petrosawodsk gegründet wurde. Das Denkmal wurde 1873 zur Feier des 100-jährigen Bestehens der Alexandrowsky-Werke enthüllt. Seit 1978 steht das Denkmal jedoch an der Uferpromenade des Onega-Sees in der Nähe des Bootsanlegers.

Geführte Touren sowie Touren auf eigenen Faust findet ihr hier. Petrosawodsk besitzt außerdem schöne Beispiele neoklassizistischer Architektur, z.B. die Alexander-Newski-Kathedrale oder das Musikalische Theater von Karelien. Am zentralen Lenin-Platz könnt ihr außerdem eine große Lenin-Statue von 1933 sehen.

Stellplatz für die Nacht

Wir haben uns für drei Nächte auf dem Nord Camping einquartiert. Der kleine gemütliche Campingplatz ist nur fünf Minuten zu Fuß vom Bootsanleger entfernt und mit allem ausgestattet, was man so braucht.

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#5 Mit der „Raketa“ zum Freilichtmuseum Kischi – karelische Holzbaukunst

Das Freilichtmuseum Kischi ist das bekannteste seiner Art in ganz Russland. Bereits seit 1951 wurden historische Holzbauten aus ganz Karelien hierher gebracht: Häuser, Kapellen und sogar Bockwindmühlen. Im Jahr 1966 wurde Kischi schließlich offiziell ein Freilichtmuseum, seit 1990 ist es sogar als UNESCO-Welterbe gelistet. Es zeigt 80 einzigartige Beispiele karelischer Holzbaukunst, wie beispielsweise Kirchen aus dem 17. und 18. Jahrhundert.

Das schönste und zudem berühmteste Bauwerk auf Kischi ist die 1714 fertig gestellte Christi Verklärungskirche. Ihr Dach ist mit 22 zwiebelförmigen Kuppeln geschmückt. Ein paar Jahre später wurde daneben die beheizbare Winterkirche erbaut. Sie ist jedoch kleiner als die Sommerkirche und trägt nur 8 Kuppeln. Zu den Kirchen gehört außerdem ein separater Glockenturm.

Der Ausflug zum Freilichtmuseum Kischi war eines der beeindruckendsten Highlights auf unserem Roadtrip Russland & Baltikum. Denn schon alleine die Fahrt mit dem Tragflügelboot „Raketa“ war ein riesen Spaß. Die russische „Raketa“ wurde ab 1956 in der Sowjetunion hergestellt. Insgesamt wurden damals über 400 Boote vom diesem Typ gebaut. Die Raketa ist 27 Meter lang und 5 Meter breit. Sie bietet dabei Platz für 60 bis 65 Personen und erreicht eine Geschwindigkeit von bis zu 58 km/h. Bei Fahrt hebt sie sich aus dem Wasser und gleitet dabei auf ihren Tragflügeln. Der Tiefgang ändert sich dann von 1,8 Meter auf etwa 1,1 Meter. (Quelle: Wikipedia)

Anfahrt: Von Petrozavodsk fahren von Mai bis Oktober bis zu fünfmal täglich Tragflügelboote in etwa 75 Minuten nach Kischi. Tickets könnt ihr direkt am Bootsanleger kaufen. Im Winter werden Überfahrten mit Luftkissenbooten angeboten.

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#6 Solowezki Inseln – eine bewegende Geschichte und Belugawale

Im Weißen Meer, etwa 160 km südlich vom Polarkreis entfernt, liegt eine Inselgruppe mit bewegender Geschichte. Warum die Solowezki-Inseln einen Besuch wert sind und was es auf den Inseln Sehenswertes gibt, erfahrt ihr in meinem separaten Artikel Solowezki-Inseln – Sehenswertes und Reisetipps. Dieses ungewöhnliche Reiseziel begrüßt euch mit einer tollen subarktischen Natur sowie mit russischer Gastfreundlichkeit. Und mit etwas Glück könnt ihr sogar Beluga Wale beobachten.

Das ruhige flache Wasser vor den Solowezki-Inseln ist zudem die Kinderstube der Beluga Wale. Denn im Sommer kommen sie hierher, um ihre Jungen zu gebären und aufzuziehen. Wie ihr auf eigene Faust zum Beobachtungspunkt Beluga Kap kommt und was ihr dabei zu beachten habt, erfahrt in meinem separaten Artikel über die Beluga Wale der Solowezki-Inseln. Die Tour zu den Beluga Walen war mein persönliches Highlight auf unserem Roadtrip in Russland & Baltikum. Denn wir wurden Zeugen von einer Walgeburt. Noch dazu an meinem eigenen Geburtstag!

Stellplatz für die Nacht

Direkt am Fähranleger befindet sich das Touristikzentrum Prichal. Hier gibt es Bungalows, ein Restaurant und zudem einen bewachten Parkplatz, der auch als Campingplatz genutzt werden kann. Über das Touristikzentrum haben wir außerdem vorab per Email unsere Fährtickets auf die Solowezki-Inseln reserviert.

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#7 St. Petersburg – Unsere Highlights für 3 Tage

Nachdem wir die letzten zehn Tage ganz entspannt im weitläufigen Karelien verbracht haben, stand jetzt Aktion auf dem Programm. Schon alleine die Anfahrt nach St. Petersburg auf der E105 war aufregend. Denn der Verkehr wurde dichter. Und der russische Fahrstil wurde zur Herausforderung. Da unser Camper nicht der schnellste ist – seine Reisegeschwindigkeit liegt bei etwa 80 km/h – wurden wir permanent überholt. Der Überhohler achtete dabei nicht immer auf den Gegenverkehr. Für uns ging es dann auf dem Seitenstreifen weiter – dieser war zum Glück asphaltiert. Aus einer zweispurigen Landstraße wurde somit eine dreispurige. Wir waren heilfroh, als wir schließlich auf unserem Stellplatz in St. Petersburg ankamen.

Nach einer kurzen Verschnaufpause ging es dann weiter. Denn während unseres 3-tägigen Aufenthaltes in St. Petersburg wollten wir natürlich so viel wie möglich sehen. Hier sind unsere Favoriten:

Eremitage – der Klassiker in St. Petersburg

Für einen Besuch der weltberühmten Eremitage solltet ihr mindestens einen halben Tag einplanen. Und selbst dann müsst ihr euch auf die interessantesten Räume beschränken. Für die Planung eures Besuches stellt die Eremitage allerdings ein super Werkzeug zur Verfügung: den Trip Planner. Damit könnt ihr dann eure ganz persönliche Tour vorab zusammenstellen. Außerdem gibt es geführte Touren und Audioguides in mehreren Sprachen. Um die langen Schlangen an den Kassen zu umgehen, solltet ihr jedoch unbedingt vorab online-Tickets kaufen. Und übrigens: das Fotografieren ist in der Dauerausstellung des Museums erlaubt, allerdings nur ohne Blitz und Stativ.

Kasaner Kathedrale

Das Anstehen hat sich gelohnt! Denn als wir die Kasaner Kathedrale betraten, wurde in einem Flügel grade ein Gottesdienst abgehalten. Die Gläubigen standen vor dem Altar, rezitierten mit dem Priester Verse und bekreuzigten sich dabei immer wieder. Das Innere der Kathedrale war währenddessen von einer beeindruckenden, fast mystischen Atmosphäre erfüllt.

Doch auch ohne eine Zeremonie ist die Kasaner Katedrale ein Highlight in St. Petersburg, das ihr unbedingt besuchen solltet. Der russisch-orthodoxe Sakralbau wurde von 1801 bis 1811 nach dem Vorbild des römischen Petersdoms errichtet und ist die zweitgrößte Kirche der Stadt. Sie gehört außerdem zu den imposantesten Gebäuden St. Petersburgs und befindet sich direkt am Newskij-Prospekt. Der Eintritt ist frei.

Arktis und Antarktis Museum St. Petersburg

Das Arktis und Antarktis Museum ist mein Lieblingsmuseum in St. Petersburg. Die Ausstellung ist beeindruckend umfangreich und noch dazu in einer sehr ungewöhnlichen Location: der ehemaligen Nikolauskirche. Das Museum war eines meiner Highlights während unseres gesamten Roadtrips Russland & Baltikum. Deswegen habe ich auch einen separaten Artikel über das Arktis und Antarktis Museum in St. Petersburg geschrieben.

Auferstehungskathedrale – Blutskirche – Erlöserkirche

Die bunte Kathedrale am Gribojedow-Kanal hat mehrere Namen. Offiziell heißt sie jedoch Auferstehungskathedrale oder auch Erlöserkirche. Doch oft wird sie Blutskirche genannt. Denn sie wurde über dem Blutfleck von dem Zaren Alexander II. erbaut, der hier im Jahr 1881 auf dem Weg zum Winterpalast Opfer eines tödlichen Attentats wurde.

Mit ihrem altrussischen Baustil erinnert sie an die Basilius-Kathedrale auf dem Roten Platz in Moskau. Sie sticht dabei provokant aus dem Stadtbild von St. Petersburg hervor – einer Stadt die damals im westlichen Klassizismus aufging. Während der Sowjetzeit diente die Kirche als Lager für Kartoffelln oder Theaterkulissen (je nach Quelle).

Die Blutskirche ist bereits von außen ein Blickfang. Doch von innen lässt sie einen fast noch mehr staunen. Denn auf einer Fläche von 7000 m² ist die Blutskirche mit schönsten Mosaiken geschmückt. In der Kathedrale befindet sich außerdem ein verzierter Schrein mit den Pflastersteinen, auf denen Alexander II. starb.

Peter-und-Paul-Festung

Auf einer kleinen Insel in der Newa und nur über zwei Brücken erreichbar liegt die Peter-und-Paul-Festung. Auf der Insel befinden sich neben der sehenswerten Peter-Paul-Kathedrale noch viele weitere Museen, beispielsweise das Museum für Raumfahrtgeschichte oder das Museum für Folterinstrumente.

Die Peter-Paul-Kathedrale aus dem Jahr 1733 ist die älteste Kathedrale der Stadt und außerdem das höchste Gebäude im Stadtzentrum. Die lange goldene Turmspitze ist zudem eines der Wahrzeichen von St. Petersburg. Von der Aussichtsplattform habt ihr einen tollen Blick über die Festungsanlage. Im Inneren ist die Kathedrale mit farbigen Marmorsäulen, Kristallüstern und vergoldeten Ikonen geschmückt. Sie beherbergt außerdem die Schreine der Romanow-Zaren.

Isaakskathedrale

Die Isaakskathedrale ist die prächtigste Kirche in St. Petersburg. Sie wurde im Jahr 1858 nach 40 Jahren Bauzeit fertig gestellt und gehört zu den größten sakralen Kuppelbauten der Welt. Mit ihrer riesigen goldenen Kuppel ist die Kathedrale zudem das zweithöchste Gebäude im Stadtzentrum. Von hier oben habt ihr daher einen fantastischen Blick über die Stadt. Besonders schön ist der Blick in den Abendstunden, wenn die goldenen Kuppeln der Stadt noch etwas goldener glänzen.

Stellplatz für die Nacht

Wir haben im Campingbereich des Motels «Елизар» (Elizar) übernachtet. Das ist ein komplett ausgestatteter, eingezäunter Bereich neben dem Hotel. Es gibt sogar einen Wäscheservice. Die nächste U-Bahn «Elizarovskaya» ist nur drei Gehminuten entfernt. Tipp: Viele weitere Stellplätze für einen Roadtrip in Russland findet ihr außerdem beim Baikalsprinter.

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#8 Das Bernsteinzimmer im Katharinenpalast

Das legendäre Bernsteinzimmer ist bis heute verschollen. Viele Hinweise auf den Verbleib von dem „Achten Weltwunder“ führten bisher ins Leere. Doch seit 2003 befindet sich im Katharinenpalast eine originalgetreue Rekonstruktion des Bernsteinzimmers. Es ist bewundernswert – ein wahres Meisterwerk und außerdem eines der Highlights auf unserem Roadtrip Russland & Baltikum.

Das Bernsteinzimmer wurde Anfang des 18.Jahrhunderts für das Charlottenburger Schloss in Berlin angefertigt. Es war ein Zimmer, dessen Wandvertäfelung und Möbel aus Bernstein bestanden. Später wurde es dann jedoch im Berliner Stadtschloss eingebaut. Doch schon kurz darauf, im Jahr 1716, schenkte der preußische König Friedrich Wilhem I. das Bersteinzimmer dem russischen Zaren Peter den Großen. Nachdem es zwischenzeitig im Winterpalast in St. Petersburg aufgebaut wurde, kam es schließlich 1755 in den Katharinenpalast in Zarskoje Selo. Während des Zweiten Weltkriegs wurde es von den Deutschen als Kriegsbeute in das Königsberger Schloss gebracht. Als 1944 die Bombenangriffe auf Königsberg begannen, wurde das Bernsteinzimmer jedoch ausgebaut und eingelagert. Seit 1945 ist es verschollen.

“Zarskoje Selo” zu deutsch “Zarendorf” liegt etwa 25 km südlich von St. Petersburg. Der Katharinenpalast aus dem Jahr 1752 mit seinem Bernsteinzimmer ist hier die Hauptattraktion. Doch auch der Rest des Palastes, die Parkanlage mit weiteren Gebäuden, Teichen, Blumenbeeten und kleinen Brücken ist sehenswert. Macht euch allerdings gefasst auf lange Warteschlangen.

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#9 Mittelalterflair & Meeresmuseum in Tallinn

Mittelalterliches Tallinn

Tallinn gilt als die am besten erhaltene mittelalterliche Stadt Nordeuropas. Enge Gassen aus Kopfsteinpflaster sind gesäumt von historischen Kaufmannshäusern, Scheunen und Speichern. Dazwischen ragen Türme gotischer Kirchen hervor und locken zudem mit spektakulären Aussichten. Das Mittelalterflair der Altstadt verzaubert und lädt zu Entdeckungstouren ein. Und die könnt ihr bequem zu Fuß machen, denn viele Sehenswürdigkeiten liegen ganz nah beieinander. Wie wäre es anschließend mit einem Mittelalter-Menü in authentischer Atmosphäre? Rund um den Rathausplatz habt ihr die Qual der Wahl. Uns hat jedoch das Alte Hanserestaurant Packhaus besonders gut gefallen.

Das Meeresmuseum im ehemaligen Wasserflugzeughafen

Es gibt viele interessante Museen in Tallin. Doch eines solltet ihr euch nicht entgehen lassen: Das estnische Meeresmuseum. Schon allein wegen seiner Location im ehemaligen Seeflughafen ist das Meeresmuseum sehenswert.

Der Hauptsitz des Tallinner Meeresmuseums ist seit 1981 in der Dicken Margarethe, einem Kanonenturm der alten Stadtbefestigung. Hier werden rund 700 Ausstellungsstücke zur Geschichte der Schifffahrt, dem Seehandel, der Fischerei sowie zu weiteren Themen gezeigt. Außerdem könnt ihr einige Schiffsmodelle ansehen. Die großen Schiffe befinden sich jedoch in einer Außenstelle des Museums: dem historischen Wasserflugzeug-Hangar in Lennusadam.

Mit der Errichtung des Wasserflugzeughafens wurde im Jahr 1912 unter dem Kommando von Zar Nikolaus II begonnen. Aufgrund seiner Architektur ist der Hangar einzigartig: Denn hier wurden zum ersten Mal so große Stahlbetonkuppeln ohne weitere stützende Säulen gebaut. Während der Sowjetzeit wurde der Hangar von dem russischen Militär genutzt. Nach der Unabhängigkeit Estlands wurde das Gebäude dann zunächst zur Lagerhalle umfunktioniert. Im Jahr 2010 wurde schließlich mit dem Umbau zum Museum begonnen. Etwa zwei Jahre später, im Mai 2012, wurde der Hangar dann für Besucher geöffnet.

Auf einer Ausstellungsfläche von 6.500 m² könnt ihr rund 200 Schiffe ansehen. Darunter befinden sich das U-Boot „Lembit“ aus den 30er Jahren, der Eisbrecher „Suur Tõll“ sowie das Wrack des Schiffs „Maasilinn“, einem der ältesten Wracks Estlands. Außerdem werden Segelboote, historische Schiffe und eine große Auswahl an Marineausrüstung gezeigt.

Adresse:
Dicke Margarete: Pikk 70
Wasserflugzeug-Hangar: Vesilennuki 6
Öffnungszeiten:
Mai–September: Mo–So von 10–19 Uhr;
Oktober–April: Di–So von 10–18 Uhr
Eintritt:
Dicke Margarethe und Hangar: Erwachsene 20 Euro; Kinder 10 Euro.
Nur Hangar: Erwachsene 15 Euro; Kinder 8 Euro

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#10 Hochmoore von Estland

Eine Wanderung durch ein Hochmoor ist überraschend abwechslungsreich. Auf den ersten Blick wirkt die weite Landschaft zwar leer. Doch wenn ihr genauer hinschaut, dann entdeckt ihr eine farbenfrohe Artenvielfalt. Und das meistens schon direkt neben dem Holzbohlenweg. Warum das Soomaa-Hochmoor eines der Highlights auf unserem Baltikum Roadtrip war, erfahrt ihr in meinem separaten Artikel Ab ins Moor! – Tipps für euren Besuch im Soomaa-Hochmoor. Außerdem gebe ich euch Tipps für euren Besuch im Soomaa-Hochmoor und erzähle euch, warum ihr hier unbedingt ein Moorbad nehmen solltet.

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#11 Riga – Hauptstadt des Jugendstils

Die Hauptstadt Lettlands ist berühmt für ihre Jugendstilbauten. Zu Recht! Denn es sind viele und viele von ihnen sind richtig schön. An den reich verzierten Gebäuden gibt es immer wieder etwas Neues zu entdecken. Mystische Figuren schmücken die Fassaden, andere stützen die Balkone. Außerdem gibt es zahlreiche verzierte Säulen, wellenförmige Linien von Pflanzen, Blumen, Masken und weitere abstrakte Elemente.

Viele Jugendstilgebäude befinden sich in der Albertastraße. Erbaut wurden die prachtvoll geschmückten Gebäude in den Jahren 1901 bis 1908. In der Albertastraße 12 könnt ihr außerdem das Rigaer Jugendstilmuseum besuchen. Über eine prunkvolle Wendeltreppe gelangt ihr in die Museumsräume mit authentischer Einrichtung aus dem Jahr 1903. Wenn ihr euch für Architektur interessiert, dann ist vielleicht auch eine Jugendstil-Stadtführung mit Guide* genau das richtige.

Was gibt es sonst noch in Riga? Das ganze historische Zentrum Rigas ist als UNESCO-Weltkulturerbe gelistet und sehenswert. Denn in der sehr gut erhaltenen Altstadt Rigas findet ihr neben den Jugendstilgebäuden auch mittelalterliche Bauwerke und schöne Beispiele der Holzarchitektur des 19. Jahrhunderts.

Stellplatz für die Nacht

Wir haben uns für zwei Nächte auf dem Riga City Campingplatz einquartiert. Von hier aus lauft ihr zu Fuß etwa 35 Minuten bis ins historische Stadtzentrum. Der Platz war groß, voll, aber gut organisiert.

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#12 Jūrmala – Luxus und Lost Places

Jūrmala ist ein Badeort am Rigaischen Meerbusen und der einzige offizielle Kurort des Landes. Vom Stadtzentrum in Riga sind es nur etwa 40 Kilometer bis zu einem der schönsten Sandstrände des Baltikums. Dieser feinsandige Strand, die Dünen und lauschigen Kiefernwälder haben bereits Anfang des 20. Jahrhunderts viele Gäste angezogen. Während dieser Zeit errichteten wohlhabende Leute aus Riga und Moskau hier ihre Sommerhäuser – bunte Jugendstilvillen aus Holz mit Türmchen und aufwendigen Fassaden. Einen Überblick über die schönsten Jugendstil-Gebäude bekommt ihr hier. Es sollen insgesamt 4.000 Häuser sein. Viele stehen zudem unter Denkmalschutz. Manche sind jedoch auch heruntergekommen und verlassen. Doch auch diese Häuser sind Zeugen von dem Pomp und Luxus, der Jūrmala damals erfüllte. Später, während der Sowjetzeit, kamen jedes Jahr bis zu 300.000 Besucher nach Jūrmala und es wurden große, protzige Sanatorien gebaut.

Doch die rasante Entwicklung des Tourismus in Jurmala hatte auch seine Schattenseiten: Die Wasserqualität wurde immer schlechter. In den 80er Jahren war das Baden vor Jūrmala schließlich nicht mehr möglich. Das hat sich jedoch zum Glück wieder gewandelt. Seit 2001 weht am Strand von Jūrmala die „Blaue Flagge“ – das Gütezeichen für die Wasserqualität. Doch was sich bis heute nicht geändert hat: Bummeln, Ausgehen und Genießen steht nach wie vor an erster Stelle in Jūrmala.

Das ehemalige Badehaus von Emilija Racene wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts direkt am Strand errichtet. Das ganze Jahr über wurden hier täglich warme Meerwasser-, Kohlensäure-, Sauerstoff- und Kieferextraktbäder angeboten. Während der Sowjetzeit beherbergte das Gebäude die am besten ausgestatteten Kurkliniken in ganz Jurmala.

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#13 Blaue Kühe im Naturschutzgebiet Engures Ezers

Es heißt, in dem Naturschutzgebiet Engures Ezers leben blaue Kühe. Zuerst glaubten wir, hier hat sich bei der Übersetzung der Fehlerteufel eingeschlichen. Aber dann fanden wir an anderen Stellen weitere Hinweise auf diese rätselhaften Tiere. Legenden erzählen, dass die ersten sieben blauen Kühe bei Vollmond aus dem Meer gekommen sind. Also nichts wie hin!

An der Westküste der Rigaer Bucht liegt das Naturschutzgebiet Engures Ezers. Dieses besteht im Wesentlichen aus einem flachen Lagunensee, der durch eine bis zu 2,5 Kilometer breite Düne vom Meer getrennt ist. Der See ist außerdem dicht mit Schilf bewachsen. Holzbohlenwege führen euch über Feuchtwiesen bis ans Ufer. Die Wiesen sind ein bedeutender Nist- und Ruheplatz von Stelz- und Wasservögeln während des Vogelzugs. Von einem Vogelbeobachtungsturm habt ihr zudem einen weiten Blick über die Landschaft. Und wenn ihr Glück habt, seht ihr vielleicht einen seltenen Vogel, wie beispielsweise einen Wachtelkönig, einen Uhu oder einen Seeadler. Dass dieser Turm gut besucht wird, wissen auch die hier frei laufenden Polski- und Konik Pferde. Sie sollen die Vegetation kurz halten und somit die Verbuschung verhindern. Doch viel lieber als das Gras fressen sie von den Besuchern mitgebrachte Äpfel und Mohrrüben.

Tipp: Der Orchideen-Pfad
Über 3,5 Kilometer führt euch der Orchideen-Pfad durch Moor und Wald bis zum Seeufer. Er startet in der Nähe vom Zentrum für Ornithologische Forschungen Engure. Die beste Zeit für eine Wanderung ist von Ende Juni bis Mitte Juli.

Und die blauen Kühe? Einen Blauschimmer konnte ich im Fell zwar nicht erkennen, doch die „Lettische Blaue“ mit ihrem blaugrauen Fell gibt es tatsächlich. Allerdings sind es heute nur noch etwa 1240 Tiere. Ein Verband kümmert sich um den Erhalt der vom Aussterben bedrohten Art.

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#14 Kap Kolka – Nationalpark & Relikte der Sowjetzeit

Das Kap Kolka ist der nördlichste Punkt der Halbinsel Kurland und trennt den Rigaer Meerbusen von der Ostsee. Während der Sowjetzeit war das Kap militärisches Sperrgebiet. Denn von hier aus ist die schwedische Küste besonders nah und die Flucht in den Westen war daher besonders naheliegend. Um das zu verhindern, wurden Wachtürme gebaut. In dem Fischerdorf Mazirbe wurde zudem das Fischen verboten und die Boote in den Wald geschleppt. Den Bootsfriedhof sowie mehrere Wachtürme könnt ihr heute noch sehen. Mehr über diese Relikte aus der Sowjetzeit erfahrt ihr hier.

Nach Abzug der Sowjets wurde das Gebiet im Jahr 2000 schließlich als Nationalpark Slītere ausgewiesen. Der Nationalpark umfasst 163,6 km² Land- und 101,3 km² Wasserfläche. Die Landschaft ist vielfältig, doch es dominieren bewaldete Dünen und sumpfige Flächen. Die unterschiedlichen Lebensräume führen zu einer hohen Artenvielfalt. Darunter sind auch seltene Arten wie beispielsweise die Europäische Sumpfschildkröte, Seeadler, Schwarzstorch, Wolf und Luchs. Im Nationalpark brüten zudem 125 Vogelarten. Außerdem ist das Kap ein bedeutender Rastplatz während des Vogelzugs mit bis zu 50.000 durchziehenden Vögeln pro Tag.

Tipp: Ihr könnt am Kap Kolka sowohl den Sonnenaufgang als auch den Sonnenuntergang über dem Meer sehen. 

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#15 Bunkeranlage „The Northern Forts“ bei Liepāja in Lettland

Seit 1890 war der Hafen in Liepāja ein bedeutender Marinestandort und Stützpunkt der russischen Ostseeflotte. Um den Hafen vor feindlichen Angriffen zu schützen, wurden zwischen 1893 und 1906 aufwändige Befestigungsanlagen errichtet – die sogenannten Northern Forts. Die massiven Betonbunker zogen sich seitdem mehrere Kilometer die Küste entlang.

Doch schon bald wurde die Verteidigungslinie als Fehlplanung erkannt. Im November 1908 entschied Zar Nikolaus II. schließlich, die Seefestung in Liepāja aufzugeben. Die Kanonen wurden anschließend demontiert und teilweise eingeschmolzen. Versuche, die Bunker zu sprengen und zu beseitigen schlugen jedoch fehl. Stattdessen entstand eine Reihe von Bunkerruinen – bizarre Formen aus Beton, die sich das Meer langsam holt. Absolut sehenswert und für mich als Fan von Lost Places und Bunkern zudem ein Highlight von unserem Roadtrip im Baltikum.

Die Bunker des Norther Forts waren eines der Highlights unseres Roadtrips im Baltikum.
Die Bunker des Norther Forts waren eines der Highlights unseres Roadtrips im Baltikum.

Wo? Die Bunker ziehen sich mehrere Kilometer die Küste entlang. Ihr könnt sie z.B. über die Krasta iela, Koknese iela oder Jatnieku iela erreichen. Den beeindruckendsten Teil der Festung mit den tollsten Fotomotiven findet ihr jedoch bei der Krasta iela.

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#16 Kurische Nehrung – Wanderdünen & Kormorane

Sand, soweit das Auge reicht. Und sogar über Grenzen hinweg. Denn die 98 Kilometer lange Kurische Nehrung liegt zum Teil in Litauen (52 km) und zum Teil in Russland (46 km). Der grenzüberschreitende Nationalpark wurde 1991 ausgewiesen. Seit 2000 ist er als UNESCO Welterbe gelistet. Er umfasst Wanderdünen, Kiefernwälder, das Haff sowie die Ostseeküste.

Entstanden ist die Nehrung durch erosionsbedingte Sandbewegung und anschließende Ablagerung in den flachen Küstengewässern. Während Rodungen im 16. Jahrhundert wurde der Sand jedoch freigelegt. Es entstanden dadurch riesige Wanderdünen, die im Laufe der Zeit 14 Dörfer unter sich begruben. Durch Anpflanzungen wird heute allerdings versucht, die Sanddünen zu stabilisieren. Doch noch immer bewegt sich der Sand jedes Jahr etwa einen Meter in Richtung Ostsee.

Die Kurische Nehrung mit ihren Wanderdünen war eines der Highlights von unserem Roadtrip im Baltikum. Was uns am Besten gefallen hat? Die große Kormoran- & Reiherkolonie bei Juodkrante, die Graue Düne sowie die Parnidis-Düne. Und was uns gar nicht so gut gefallen hat? Nun ja, die Kurische Nehrung ist ein beliebtes Reiseziel. Es war einfach extrem voll. Lag wahrscheinlich auch daran, dass wir zur Hauptreisezeit dort waren. Tipp: Auf der russischen Seite ist es viel ruhiger.

Die Grauen Dünen

Im Naturschutzgebiet Nagliai liegen die Grauen Dünen. Sie haben ihren Namen von dem grau wirkenden Pflanzenbewuchs, der die Dünen in den windgeschützten Bereichen bedeckt. Der Bewuchs hält den Sand fest und verlangsamt dabei die Verwehungen. Die Grauen Dünen sind etwa 8 Kilometer lang und 2 Kilometer breit. Unter ihnen liegen zudem vier ehemalige Dörfer begraben.

Die Parksituation ist jedoch vor allem mit etwas größeren Campern schwierig. Also am besten früh da sein. Dann ist auch das Fotolicht viel schöner als gegen Mittag. Am Eingang wird außerdem eine kleine Eintrittsgebühr verlangt. Ein schöner Weg, der teils auf Holzbohlen verläuft, führt euch anschließend bis auf den höchsten Punkt der Düne.

Kormoran- & Reiherkolonie bei Juodkrante

Die Stämme und Äste der Kiefern sind weiß von dem Guano der Vögel. Die Baumkronen sind voll mit schwarzen Kormoranen. Es sind tausende von Tieren, die hier ihre Nester gebaut haben. Zwischen die Kormorane gesellen sich außerdem noch Graureiher. Auch diese großen Vögel brüten auf Bäumen. Erstaunlich, oder? Die Kolonie bei Juodkrante ist die größte Kormoran- & Reiherkolonie des Landes und zählt etwa 6500 Tiere. Eine geräumiger Parkplatz lädt zum Zwischenstopp ein. Bereits von hier könnt ihr die Kolonie sehen, hören und riechen. Den besten Blick habt ihr jedoch von der Aussichtsplattform am Rande des Parkplatzes.

Parnidis-Düne bei Nida

Die Parnidis-Düne ist das Wahrzeichen der Kurischen Nehrung. Sie erhebt sich südlich von Nida bis auf eine Höhe von 52 Metern und ist eine der größten Wanderdünen Europas. Doch sie wird kleiner. Grund dafür ist die Erosion – die natürliche durch Wind und Regen, aber auch die von Menschen gemachte. Denn das Klettern an den Hängen und das Betreten der Düne abseits der Holzbohlenwege schaden ihr. Von der höchsten Stelle der Düne habt ihr einen tollen Blick über den Küstenstreifen und die Wälder bis hin zur Ostsee. Als wir auf der Parnis-Düne waren, hat es leider geregnet, daher gibt es auch nur wenige Fotos. Von Nida aus kommt ihr am besten über den etwa 1,8 Kilometer langen Naturlehrpfad „Parnis-Dünenpfad“ bis zur Düne.

Anreise von Kleipeda: Vom Fähranleger in Kleipeda fahren ganzjährig alle 30 Minuten Fähren zu der Kurischen Nehrung. Den aktuellen Fahrplan und die Preise könnt ihr hier nachsehen. Für den Park wird außerdem je nach Saison eine Eintrittsgebühr von 5 bzw. 10 Euro erhoben.

Stellplatz für die Nacht

Das freie Campen ist innerhalb des Nationalparks Kurische Nehrung nicht erlaubt. Wir standen daher eine Nacht auf dem Parkplatz am Fährhafen Smiltynė im nördlichen Teil der Insel sowie zwei Nächte auf dem Campingplatz Nidos Kempinggas in Nida.

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#17 Memel Delta – Bootsausflug zu den größten Vogelfangnetzen der Welt

In dem kleinen Hafen von Nida werben bunte Aufstellschilder um Gäste. Sie bieten Bootstouren an, beispielsweise einen halbtägigen Ausflug in das Memeldelta. Höhepunkt des Ausflugs ist der Besuch der Vogelwarte an der Spitze der etwa 5,5 Kilometer langen Landzunge Ventés Ragas (Windenburger Eck).

Die Vogelwarte ist weltweit eine der ältesten ihrer Art. Seit 1929 wird hier der Vogelzug beobachtet. Und hier gibt es einiges zu sehen. Denn an der Kurischen Nehrung verläuft eine der wichtigsten Vogelzugrouten des gesamten Ostseeraums. Während des Vogelzugs überfliegen täglich bis zu einer Millionen Vögel die Landzunge Ventés Ragas. Viele machen hier eine Rast und manche der Vögel geraten dabei in eines der größten Vogelfangnetze der Welt. Die Tiere werden hier anschließend gemessen, gewogen, beringt und schließlich wieder frei gelassen.

Seit 1930 werden hier Vögel gefangen und bebändert bzw. beringt. Seit 1978 / 89 stehen hier die zwei größten Vogelfangnetze der Welt. Sie sind ganze 25 Meter hoch und fangen jedes Jahr 50.000 bis 80.000 Vögel. In kleineren Netzte werden außerdem Insekten gefangen, beispielsweise Schmetterlinge und Libellen.

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#18 Relikte aus der Sowjetzeit

Estland, Lettland, Litauen – drei Länder und drei verschiedene Geschichten. Doch eines haben die drei Länder im Baltikum gemeinsam. Sie gehörten einst zu der Sowjetunion. Auch heute noch könnt ihr an vielen Orten Spuren aus dieser Zeit finden. Ein paar davon zeige ich euch in meinem separaten Artikel Relikte aus der Sowjetzeit – Tipps für eure Tour im Baltikum. Die Relikte aus der Sowjetzeit waren für mich eines der Highlights von unserem Roadtrip im Baltikum.


#19 Nationalpark Kurshskaya Kosa

Kurz nach der Grenze kommt ihr an die Kontrollstelle für den Nationalpark Kurshskaya Kosa. Hier müsst ihr eine kleine Eintrittsgebühr (40 Rubel / Person; 300 Rubel / Auto) zahlen, entweder in bar oder mit Kreditkarte. Der Park ist hier deutlich leerer als auf der litauischen Seite. Die Wege auf die Dünen sind wilder und außerdem nicht so stark eingezäunt. Es gibt mehrere Picknickplätze, von denen ihr nach einem kurzen Spaziergang am Wasser bzw. in den Dünen seid. Etwa 8 Kilometer hinter der Grenze liegt auf dem etwa 40 Meter hohen Dünenzug der Aussichtspunkt Ephas Höhe. Von hier aus habt ihr einen tollen Blick auf die 62 Meter hohe Orekhovoy Düne – Europas höchste Wanderdüne.

Auf dem Aussichtspunkt der Ephas Höhe. Foto: Dr. Till Pasquay

Etwa 17 Kilometer hinter der Grenze erreicht ihr anschließend den „Dancing Forest“. Die Kiefern des Dancing Forest sind schraubenartig verdreht gewachsen und geben ein skurriles Bild ab. Ein angelegter Weg führt euch zu den schönsten Exemplaren. Warum die Kiefern so sind wie sie sind, weiß jedoch keiner so genau. Aber man spekuliert, dass unterirdische Wasseradern die Ursache sein könnten.

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#20 „Little Russia“ – Die russische Exklave Kaliningrad

Die Küste der Region Kaliningrad war bereits zu Zeiten der Römer für ihr großes Bernstein-Vorkommen bekannt. Im 13. Jahrhundert gründeten teutonische Ritter schließlich die Stadt Königsberg. Die Stadt in Ostpreußen war wohlhabend, weltoffen und beliebt. Sie soll zudem eine der schönsten Städte Deutschlands gewesen sein. Nach dem ersten Weltkrieg war sie allerdings vom Rest Deutschlands getrennt. Und nach dem Zweitern Weltkrieg lag die Stadt in Ruinen. Im Jahr 1946 wurde Königsberg schließlich zu Ehren des ehemaligen sowjetischen Staatsoberhauptes Kalinin in Kaliningrad umbenannt und im Sowjetstil wieder aufgebaut.

Seit die baltischen Staaten 1991 ihre Unabhängigkeit zurück erhalten haben, ist die Region Kaliningrad eine Exklave Russlands. „Little Russia“ ist dabei durch Polen und Litauen vom Rest Russlands abgetrennt. Wir sind von Litauen aus über die Kurische Nehrung nach Kaliningrad eingereist. Die Kontrolle am Grenzübergang ging schnell und reibungslos.

Spaziergang durch Kaliningrad – Preußische Architektur und Sowjetchic

Mit ihrem Mix aus alten preußischen Bauwerken, Plattenbauten, Parkanlagen und Sowjetchic habe ich die Stadt gleich in mein Herz geschlossen. Unsere Highlights in Kaliningrad waren:

Dom Sowjet: Das alte Stadtschloss wurde im zweiten Weltkrieg zerstört. Auf seinen Resten wurde schließlich in den 60er Jahren das Dom Sowjet errichtet. Doch fertig gestellt wurde es nie. Grund dafür waren Statikprobleme durch den Baugrund. Denn im Untergrund wurde ein Tunnel entdeckt, welcher das Schloss einst mit der Katedrale verband.

Königsberger Dom: Von der originalen historischen Bebauung des alten Königsbergs ist seit dem zweiten Weltkrieg nicht mehr viel zu sehen. Doch einige Bauwerke sind restauriert wurden, wie beispielsweise der Königsberger Dom aus dem Jahre 1333. Inzwischen ist der Dom in Backsteingotik als UNESCO-Welterbe gelistet. Übrigens: gleich hinter dem Dom befindet sich das Grab von dem Philosophen Immanuel Kant.

Bernsteinmuseum im Dohnaturm: Ich habe nicht schlecht gestaunt – was man nicht alles aus Bernstein anfertigen kann. Am coolsten fand ich jedoch die Weltkarte aus Bernstein. Das Bernsteinmuseum zeigt über 6000 Ausstellungsstücke, darunter einen 4,28 Kilogramm schweren Stein sowie zahlreiche Steine mit eingeschlossenen Insekten. Der Dohnaturm ist Teil der alten Befestigungsanlage der Stadt. Die Mauern, Tore, Türme und Bastionen aus rotem Bachstein wurden zwischen dem 17. und 19. Jahrhundert gebaut.

Tipp: Seit Juli 2019 ist es möglich, ein kostenloses elektronisches Visum für eine maximale Aufenthaltsdauer von 8 Tagen zu bekommen. Mehr Informationen findet ihr hier.

Stellplatz für die Nacht

Etwa 15 Kilometer östlich von Kaliningrad liegt der Campingplatz Festival’nyy. Da aber langsam unsere Zeit knapp wurde, wollten wir näher im Zentrum übernachten. Daher haben wir uns für zwei Nächte ein Zimmer im Ibis Hotel Kaliningrad Center in der Nähe des Doms genommen. Für unseren Camper war auf dem bewachten Hotelparkplatz noch eine Lücke frei.

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#21 Danzig – Spaziergang durch eine der schönsten Städte Polens

Die Hafenstadt Danzig gilt als eine der schönsten Städte Polens. Dank an die Restauratoren! Denn sie haben hier nach dem Zweiten Weltkrieg ganze Arbeit geleistet. Damals war die Stadt zu etwa 80% zerstört. Die Altstadt wurde anschließend unter funktionellen Gesochtspunkten wieder aufgebaut. Die sogenannte Rechtstadt wurde jedoch originalgetreu und detailreich restauriert.

Während eines Spazierganges durch die Rechtstadt könnt ihr die wichtigsten Highlights von Danzig sehen. Hier verläuft die sogenannte Königsstraße – das ist die Prachtstraße, die aus der Langgasse und dem Langen Markt gebildet wird. Die typischen farbenfrohen Giebelhäuser Danzigs reihen sich hier in einer Linie aneinander.

Auch die Frauengasse solltet ihr euch unbedingt ansehen. Die Häuser hier haben terrassenartige Vorbauten die früher dem Hochwasserschutz dienten. Von der Frauengasse gelangt ihr anschließend durch das Frauentor zum berühmten Krantor. Dieses Stadttor aus Backstein und Holz ist das bekannteste Wahrzeichen der Stadt.

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Allgemeine Tipps für euren Roadtrip in Russland & Baltikum

Der russische Fahrstil

Russische Auto- bzw. LKW-Fahrer überholen gerne – egal wo. Auch in Kurven oder vor Bergkuppen! Insbesondere unser etwas langsamerer Iveco (Reisegeschwindigkeit 80 km/h) wurde gerne von den großen LKWs überholt. Wenn die Straße einen asphaltierten Seitenstreifen hat, so wurde dieser mitgenutzt. Auf einer zweispurigen Straße fahren dann also oft drei Fahrzeuge nebeneinander. Echt gewöhnungsbedürftig! Ganz extrem war das jedoch auf der E105 von Osten in Richtung St. Petersburg. Wo immer es möglich war, haben wir natürlich Fahrzeuge die sich aus irgendeinem Grund doch hinter uns stauten, vorbeigelassen. Dazu bieten sich die Bushaltestellen an den Landstraßen sehr gut an.

Übrigens: Benutzt ein entgegenkommendes Fahrzeug die Lichthupe, dann warnt der Fahrer meistens vor einer kommenden Polizeikontrolle. Wir sind während unserer ganzen Tour nicht einmal kontrolliert worden.

Stellplätze für die Nacht

In Finnland, Russland-Karelien und im Baltikum ist das sogenannte „wilde Campen“ erlaubt und ganz normal. Schöne Stellplätze gibt es im Baltikum wie Sand am Meer. In dem Buch Mit dem Wohnmobil ins Baltikum: Litauen, Lettland, Estland findet ihr zudem viele Vorschläge für geeignete Stellplätze. Doch hier gilt: Wer zuerst kommt, campt zuerst. Die meisten dieser Plätze sind keine Geheimtipps mehr – wenn ihr zu spät am Abend kommt, kann es sein, dass die Plätze schon voll sind. Zudem sollten diese freien Stellplätze auch nicht mit zu vielen Campern überlastet werden.

Das „wilde Campen“ wird natürlich auch nur solange akzeptiert werden, wie sich alle Camper an gewisse Regeln halten. Das heißt:

  • Lasst keinen Müll oder sonstige Haufen liegen!
  • Fahrt die Natur nicht mit euren Reifen kaputt! Respektiert Naturschutzgebiete und Nationalparks und bleibt hier auf den offiziellen Parkplätzen.
  • Haltet etwas Abstand zu Siedlungen / Häusern.
  • Seid vorsichtig mit offenem Feuer – nur an geeigneten Plätzen, oder lasst es besser
  • Stellt euch nicht auf kultiviertes Land

Maut

Einzig in Polen mussten wir für die Autobahn Maut bezahlen, denn nur hier sind wir auf der Autobahn gefahren. Da unser Iveco über 3,5 Tonnen wiegt, war für uns außerdem die elektronische Mautzahlung obligatorisch. Dafür mussten wir gleich hinter der Grenze einen Transponderkasten von ViaToll mit Prepaidguthaben installieren. Die Rückgabe an einer Tankstelle vor der Grenze hat jedoch leider nicht geklappt, wir haben die Box noch immer. Für alle Fahrzeuge unter 3,5 Tonnen ist hingegen die manuelle Mautzahlung an den Mautstellen möglich.

Über die aktuelle Lage der Maut-Regelungen könnt ihr euch beispielsweise auf der Seite vom ADAC informieren.

Verkehrsregeln

Neben einem Auslands-Führerschein, dem Internationalen-Führerschein und dem Fahrzeugschein benötigt ihr noch die grüne Versicherungskarte. Achtet darauf, dass Russland in dem Versicherungsschein nicht durchgestrichen ist.

Außerdem gilt:

  • Anschnallpflicht
  • Handyverbot
  • Null-Promille-Grenze! Russland 0,03 Promille-Grenze.
  • Auch tagsüber ist das Abblendlicht einzuschalten.

Noch zwei Tipps für Russland:

  • Grüne Ampeln, die flackern, springen kurz darauf auf orange um. Sobald ihr seht, dass die Ampel flackert müssst ihr anhalten, auch wenn noch grün ist.
  • Achtung Zebrastreifen! Hier ist absolute Haltepflicht – was ja eigentlich selbstverständlich ist, mich in Russland aber doch überrascht hat! Auch die russischen Fahrer haben sich akribisch daran gehalten. Doch Augen auf! Denn manchmal sind die Zebrastreifen schwer zu erkennen, insbesondere in den Städten.
Nur am Weißen Meer waren die Straßenschilder nur noch in kyrillischer Schrift.

Tanken

Wir haben die Diesel-Preise vorher im Internet recherchiert. Der Sprit war natürlich in Russland am günstigsten, deshalb haben wir nur dort getankt. Unser 300 Liter Tank gab uns dafür den nötigen Spielraum. Doch der Sprit war auch einer der dreckigsten, den wir je getankt haben – nach der Tour haben wir erstmal den Dieselfilter austauschen müssen. Die Bezahlung war mit Kreditkarte möglich. Der Ablauf des Tankens war manchmal jedoch etwas anders als wir es aus Deutschland kennen: man muss mit der Kreditkarte vorher zur Kasse gehen und sagen, wie viele Liter man tanken möchte (unbedingt Zettel und Stift mitnehmen, dann könnt ihr die Zahl aufschreiben). Die Kreditkarte wird überprüft und dann wird die Tanksäule freigegeben.

Das Tankstellennetz ist dicht, die Tankmöglichkeiten könnt ihr z.B. hier übeprüfen.

Trinkwasser

Das Leitungswasser ist in Finnland, Estland und Polen bedenkenlos trinkbar. Auch wenn wir im Camper einen Wasserfilter eingebaut haben, so haben wir es vorgezogen, unseren Wassertank in einem dieser drei Länder aufzufüllen.

Abwasser

Unser Wasch-Abwasser haben wir in einem mobilen Kanister gesammelt. Für unsere Chemie-Toilette haben wir außerdem einen typischen Toiletten-Tank. Beides konnten wir in den dafür vorgesehenen Sanitäranlagen der Campingplätze entsorgen, auf denen wir uns alle paar Tage einquartiert haben.

Einkaufen

Einkaufen war überall bequem im Supermarkt möglich. Nur auf den Solowezky-Inseln war es eine kleine Herausforderung. Denn hier musste man die Artikel an der Theke bestellen und der Verkäufer brachte sie einem dann. Wenn ihr in Russland Vodka oder anderen Alkohol kaufen wollt beachtet, dass dieser morgens erst wieder ab 11 Uhr verkauft wird.

Noch ein Souvenir gefällig! Oder zwei, oder drei?

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Reiseführer für unseren Roadtrip in Russland & Baltikum

Zum Ende möchte ich euch schließlich noch die Bücher vorstellen, mit denen wir unseren Roadtrip in Russland und im Baltikum geplant haben.


Seid ihr selber schon mal (fast) rund um die Ostsee gefahren? Was waren für euch die Highlights von eurem Roadtrip in Russland bzw. im Baltikum? Habt ihr noch Fragen zu meinem Artikel oder Anregungen? Wenn ja, dann schreibt mir doch einen Kommentar!


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