Roadtrip Albanien – 15 Highlights & Tipps und Route

Roadtrip Albanien - 15 Highlights & Tipps und Route
Roadtrip Albanien - 15 Highlights & Tipps und Route

Albanien gilt neben Island und Rumänien als eines der letzten „Offroad“-Paradiese Europas. Denn zahlreiche Pisten führen durch wunderschöne, bergige Landschaften und garantieren tolle Ausblicke und idyllische Stellplätze für die Nacht. Auf einer kleinen Fläche findet ihr in Albanien eine erstaunliche Vielfalt an Naturräumen und Landschaftsformen. Wenn ihr die Natur und Berge liebt und vielleicht sogar einen Allrad-Camper habt, werdet ihr von dem kleinen Gebirgsland im westlichen Balkan begeistert sein. In meinem Artikel lest ihr, welche Highlights ich euch für euren Roadtrip in Albanien empfehlen kann. Außerdem bekommt ihr noch weitere hilfreiche Informationen und Tipps für Albanien inkl. Routenvorschlag und Karte.



Dieser Artikel enthält unbeauftragte, unbezahlte Werbung sowie Affiliate Links*.


Was euch in meinem Artikel erwartet

Albanien – ein unterschätztes Reiseziel
Roadtrip Albanien – Karte mit unserer Route und Stellplätzen
Unser Reisemobil „Arwak“ – der Iveco 40/10 WM
15 Highlights für euren Roadtrip in Albanien
#1 Mit dem Allrad-Camper nach Theth
#2 Mit der Fähre über den Komanstausee
#3 Das Valbona Tal in den Albanischen Alpen
#4 „Offroad“-Piste am Schwarzen Drin
#5 Ohridsee & Abstecher nach Mazedonien
#6 Tirana – Architektur und Geschichte
#7 Berat – die Stadt der 1000 Fenster
#8 Osum Canyon, Thermalquellen in Benje und Lengarica Canyon
#9 Gjirokastra mit seinen imposanten Wehrhäusern
#10 Im ausgetrockneten Flussbett von Tepelene nach Himare
#11 Albaniens Küste –  von Allem etwas
#12 Saranda und Butrint
#13 Lost Places
#14 Bunker
#15 Denkmale aus der Zeit des Kommunismus

Allgemeine Tipps für euren Roadtrip in Albanien
Roadbooks – Reiseführer – Straßenkarten
Empfehlungen zum Weiterlesen – noch mehr Roadtrips


Albanien – ein unterschätztes Reiseziel

Die jüngere Geschichte in Kurzfassung

Albanien wurde etwa 40 Jahre lang von dem kommunistischen Diktator Enver Hoxha geführt. Unter Hoxha wurde Albanien zum ersten und einzigen atheistischen Staat der Welt. Außerdem trieb der Diktator das Land in die völlige Isolation: 1968 trat er aus dem Warschauer Pakt aus und brach damit seine Beziehungen zu der Sowjetunion ab. Nach dem Tod von Mao (1976) und dem Einsetzen erster Reformen in China, brach er auch sämtliche Verbindungen zu China ab. Währenddessen fielen Tausende Albaner „Säuberungsaktionen“ zum Opfer, die Bevölkerung wurde von der Geheimpolizei kontrolliert und das Land war am Rande des wirtschaftlichen Zusammenbruchs.

Erst nach dem Tod Enver Hoxhas im Jahr 1985 gab es neue Hoffnung. Zumindest bis zum sogenannten Pyramiden-Skandal, einem Geldwäschegeschäft, das die Zivilbevölkerung in den finanziellen Ruin trieb. Es folgten Massenproteste gegen die Regierung und ein Bürgerkrieg im Jahr 1997. Staatliche Einrichtungen wurden verwüstet und es herrschten anarchische Zustände. Die Regierung war hilflos. Mit Unterstützung einer internationalen Friedenstruppe und humanitärer Hilfstruppen wurde die Sicherheit wieder hergestellt und mit dem Wiederaufbau begonnen.

Der schwarze, doppelköpfige Adler ist Teil der seit 1992 eingeführten Nationalflagge Albaniens. Die 25 Federn erinnern an die 25 Schlachten Skanderbergs gegen die Osmanen.

Tourismus in Albanien

Während der Diktatur war der Tourismus streng reglementiert. Nicht jeder durfte ins Land. Hippies waren unerwünscht, die Röcke der Frauen durften nicht zu kurz und die Haare der Männer nicht zu lang sein. Uns hätte man damals wahrscheinlich gar nicht einreisen lassen.

Quelle: Bunk’Art 2
Quelle: Bunk’Art 2

Die Anzahl der Touristen erreichte während des Bürgerkriegs mit 119.000 Besuchern einen Tiefpunkt. Erst 10 Jahre später, 2007, kamen erstmals über eine Millionen Gäste nach Albanien. Bis 2017 stieg die Anzahl auf 4,6 Millionen. Das sind immer noch nicht viele. Zum Vergleich: Die durchschnittliche Besucherzahl in Ländern Süd-Europas liegt bei 16 Millionen (www.laenderdaten.info).

Was macht Albanien für Touristen so interessant? Vieles befindet sich hier noch in der Entwicklung. Auch die Einheimischen selber sind noch dabei, ihr eigenes Land zu erkunden. In der Ära des all-inklusive Massentourismus können sich Reisende hier wie Entdecker fühlen. Die Natur ist in großen Teilen frei zugänglich. Es gibt eine Bewegungsfreiheit, wie sie in vielen europäischen Ländern nicht mehr vorhanden ist. Bestes Beispiel ist die Freiheit zum Campen, die jeden Roadtrip in Albanien zu einem Highlight macht. Ein weiterer Punkt ist zudem die interessante Geschichte. Insbesondere für alle, die an der kommunistischen Vergangenheit interessiert sind.

Der Tourismus wurde inzwischen als Einkommensquelle erkannt. Die touristische Infrastruktur entwickelt sich seitdem rasant. In den Albanischen Alpen wird dabei Wert auf nachhaltigen Tourismus gelegt. Doch an der Küste sprießen die Beach-Hotels wie Pilze aus dem Boden und es werden zunehmend Schotterpisten asphaltiert. Zum Bedauern der leidenschaftlichen Pisten-Fahrer. Doch in vielen Bereichen im Landesinneren ist der Tourismus bisher nicht angekommen. Und das war genau der Grund, weshalb wir im Sommer 2018 nach Albanien gereist sind. Wir wollten das ursprüngliche, ländliche Albanien erleben.


Roadtrip Albanien – Karte mit unserer Route und Stellplätzen

Unsere gesamte Strecke von Berlin bis nach Saranda war 3.063 Kilometer lang. Wir fuhren vier Wochen lang durch acht Länder: Deutschland, Österreich, Slovenien, Kroatien, Bosnien-Herzegovina, Montenegro, Albanien, Mazedonien. In Saranda, ganz im Süden von Albanien, haben wir den Camper dann an unseren Freund Ingmar übergeben. Ingmar ist Mitbesitzer des Ivecos und ist ihn dann auf seinem eigenen Roadtrip wieder nach Berlin zurück gefahren. Wir selber sind dann von Korfu nach Berlin zurück geflogen. Carsharing & Travelsharing – praktisch, oder?

Auf der Karte seht ihr alle Highlights und Stellplätze während unseres Roadtrips in Albanien. Ich habe unsere gefahrene Strecke eingetragen und außerdem ein paar Fotos ergänzt. So habt ihr gleich eine gute Vorstellung, was euch erwartet.


Unser Reisemobil „Arwak“ – der Iveco 40/10 WM

Unser treues Gefährt und unser treuer Gefährte. Die Tour in Albanien war nun unser zweiter größerer Roadtrip, wo uns „Arwak“ gesund und erfüllt mit vielen tollen Erfahrungen wieder nach Hause brachte. Aber bei dem Namen muss das ja auch alles klappen. Denn „Arwak“ heißt eines der Pferde, das den Wagen der Sonnengöttin Sol den Himmelsbogen entlang zieht. Was könnte passender sein für ein Reisemobil? Wollt ihr mehr über Arwak, den Iveco 40/10 WM erfahren? Dann schaut hier, er hat eine eigene Seite.

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15 Highlights für euren Roadtrip in Albanien

Das kleine Land Albanien hat in Sachen Landschaft und Architektur viel zu bieten: Berge mit alpinem Charakter, wilde Flüsse, blaue Seen, weiße Strände, Canyons sowie einige spannende Schotterpisten. In diese wunderschöne Landschaft sind etwa 200.000 Bunker eingebettet. Dazu kommen landestypische Wehrhäuser, skurrile Lost Places und Denkmale aus der Zeit des Kommunismus. Im Folgenden habe ich 15 Highlights unseres Roadtrips in Albanien zusammengestellt. Es gibt jeweils eine kurze Beschreibung, Tipps für eigene Erkundungen und natürlich auch viele Fotos.


#1 Mit dem Allrad-Camper nach Theth

Die Fahrt in des Bergdorf Theth war die erste Etappe unseres Roadtrips. Das gerade einmal 4.000 Einwohner zählende Dorf liegt abgeschieden in den Albanischen Alpen in 742 Meter Höhe und war im Jahre 2018 nur über eine unbefestigte Piste zu erreichen. Inzwischen soll die Strecke asphaltiert worden sein.

Der Theth-Nationalpark wurde im Jahr 1976 gegründet. Er ist ein schönes Beispiel für eine bäuerlich, altertümliche Kulturlandschaft, die sich im Tal erstreckt. Das Tal ist umgeben von hohen Bergen, Bergwäldern und Viehweiden. Die Landschaft ähnelt unseren Alpen und die Gipfel reichen bis 2.600 Meter hoch. Im Ort selber stehen die großen grauen Steinhäuser weit auseinander. Dazwischen liegen immer wieder Gemüsegärten und Wiesen. Eine ländliche Idylle, wo ihr euch während eines Spaziergangs einfach treiben lassen könnt. Wenn ihr etwas mehr Zeit habt, so habt ihr hier die Möglichkeit für ausgedehnte Wanderungen auf gut markierten Wegen in einer atemberaubenden Landschaft.

In meinem separaten Artikel Roadtrip Albanien – mit dem Allrad Camper nach Theth erfahrt ihr, warum dieses Bergdorf eines unserer Highlights war.

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#2 Mit der Fähre über den Komanstausee

Eine Fahrt mit der Fähre über den Komanstausee ist ein absolutes Highlight und sollte bei keiner Albanien Reise fehlen. Die etwa 2,5 Stunden dauernde Fahrt durch die Albanischen Alpen zählt zu den schönsten Flussfahrten, die ich bisher erlebt habe. Links und rechts liegen die felsigen Schluchten des Drin und erinnern an die norwegischen Fjorde. Der Stausee durchzieht die Bergkette hier auf einer Länge von 34 Kilometern. Das Tal ist dabei nicht breiter als 400 Meter und die Berge ragen mehrere hundert Meter empor. An der schmalsten Stelle ist der Komanstausee grade einmal 50 Meter breit.

Die Fahrt mit der Fähre von Koman bis nach Fierze war die zweite Etappe unseres Roadtrips durch Albanien. In meinem separaten Artikel erfahrt ihr mehr über diese einmalige Fährfahrt über den Komanstausee.

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#3 Das Valbona Tal in den Albanischen Alpen

Von dem Fähranleger in Fierze sind es etwa 43 Kilometer bis nach Valbona im Nordosten von Albanien. Das Bergdorf liegt im Tal des Flusses Valbona, abgeschieden in den Albanischen Alpen. Zu beiden Seiten vom Tal erheben sich schroffe Felsen und hohe Berge mit bis zu 2.694 Meter hohen Gipfeln. Hier leben Bären, Wölfe und Gämsen. Das ganze Gebiet rund um Valbona ist als Nationalpark Valbonatal unter Schutz gestellt.

Das Valbonatal ist über eine Asphaltstraße gut erreichbar, sogar im Winter. Der mit Felsen durchsetzte Fluss Valbona begleitet die Straße ein Stück, verschwindet dann aber tief in dem Untergrund der Karstfelsen. Am Ende der Straße führt dann nur noch eine Piste durch das trockene Flussbett weiter bis zum Ort Rragam. Doch egal ob Straße oder Piste: beide sind umgeben von einer fantastischen, wilden Landschaft aus Wäldern, Bergen, Höhlen, Bergseen und Alpweiden.

Aufgrund der landschaftlichen Schönheit und der tollen Wandermöglichkeiten hat sich Valbona zu einem Touristenmagneten entwickelt. Es gibt viele kleine Gasthäuser und -zimmer. Als vor einigen Jahren eine Hotelkette hier eine große Hotelanlage errichten wollte, stellten sich die Einwohner vereint den Baggern entgegen. Sie verhinderten die Realisierung der Hotelanlage und bewahrten das Tal für einen nachhaltigeren Tourismus.

Die Hauptattraktion im Valbonatal sind die zahlreichen Wandermöglichkeiten. Es gibt einfache Spaziergänge, mehrtägige Touren sowie anstrengende Gipfeltouren für erfahrene Bergsteiger. Beliebt ist die eintägige Wanderung von Valbona über den Valbona-Pass (1812 m) nach Theth. Es gibt sogar die Möglichkeit von Theth aus mit dem Minibus und der Fähre über den Komanstauseee nach Valbona zum geparkten Fahrzeug zurück zu kehren. Die Wanderung ist außerdem als organisierte Rundtour von Shkodra über Koman und Valbona nach Theth und zurück nach Shkodra buchbar.

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#4 „Offroad“-Piste am Schwarzen Drin

Die Strecke entlang des Schwarzen Drins ist eine Kultstrecke und bei Offroad-Reisenden äußerst beliebt. Die Piste im Nordosten Albaniens führt euch durch eine vielfältige Landschaft mit fantastischen Ausblicken auf das Flusstal des Schwarzen Drins. Die fruchtbaren Berghänge werden landschaftlich genutzt und ihr werdet immer mal wieder kleine Gehöfte und zum Ende der Strecke auch kleine Siedlungen sehen.

In Serpentinen schlängelt sich die insgesamt etwa 56 Kilometer lange Piste zunächst bis zum Flußtal hinab. Abenteuerliche Brücken überspannen dabei den Schwarzen Drin und machen das Fahrvergnügen noch ein bisschen größer. In meinem separaten Artikel erfahrt ihr, was euch auf der „Offroad“-Piste am Schwarzen Drin erwartet.

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#5 Ohridsee & Abstecher nach Mazedonien

Der Ohridsee ist der zweitgrößte See auf dem Balkan und liegt teils in Mazedonien und teils in Albanien. Umrahmt wird der sattblaue See von einer imposanten Bergkulisse mit bis zu 2.200 Meter hohen Gipfeln. Das Alter des Ohridsees wird auf zwei bis fünf Millionen Jahre geschätzt. Er ist damit einer der ältesten Seen der Welt. Hier haben sich Tier- und Pflanzenarten entwickelt, die es sonst nirgendwo gibt. Die Ufer des Sees gehören zudem zu den ältesten Siedlungsgebieten in Europa.

Der Ohridsee ist ein bedeutendes Naturreservat und ist daher als UNESCO-Biosphärenreservat geschützt. Außerdem sind der See und die Altstadt von der Stadt Ohrid als UNESCO-Welterbe gelistet. Es gibt viele sehenswerten Orte am Seeufer, Campingmöglichkeiten sowie die Gelegenheit zu einem ganz besonderen Tauchgang.

Zeitreise im Dorf Lin

Ein Besuch des Dorfes Lin, an dem Westufer des Ohridsees, gleicht einer Zeitreise. Enge Gassen führen bis ans Ufer, wo es unzählige Anlegestellen für kleine Ruder- und Motorboote gibt. Im Dorfzentrum könnt ihr auf der Terrasse des Restaurants Leza bei einem Drink die Zeit vergessen. Ein kleiner Wanderweg führt euch hingegen um die Landzunge herum. Ihr seht Gärten am Ufer des Ohridsees, wo die Einheimischen ihr Gemüse züchten. Auf den Felsen findet ihr zudem immer wieder tolle Plätze für ein Picknick mit Aussicht. Und vielleicht leisten euch ja sogar ein paar der hier freilaufenden Schafe Gesellschaft.

Abstecher nach Mazedonien – die Stadt Ohrid und Tauchen in der „Bay of Bones“

Wenn ihr die Zeit habt, dann lohnt sich auf alle Fälle ein Abstecher nach Mazedonien. Die Stadt Ohrid ist ein wahres Kleinod. Insbesondere die Kirche des Heiligen Johann ist sehenswert und sicherlich eine der am häufigsten fotografierten Kirchen des Landes.

Wenn ihr von Ohrid weiter in Richtung Osten fahrt, dann kommt ihr nach 30 Minuten in der Bronzezeit an. In der „Bay of Bones“ (der Knochenbucht) wurden nämlich Überreste einer bronzezeitlichen Pfahlbausiedlung gefunden. Die Siedlung wurde rekonstruiert und ist jetzt ein Freilichtmuseum. Könnt ihr tauchen? Wie wäre es dann mit einem Tauchgang in die Bronzezeit? Unter Wasser könnt ihr noch Reste der originalen Pfähle sehen, sowie weitere Artefakte wie Scherben, Schmuck oder Knochen.

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#6 Tirana – Architektur und Geschichte

Architektonische Highlights

Tirana – die Hauptstadt Albaniens – ist eine Stadt mit vielen Gesichtern. Im Zentrum mischen sich alt und neu, arm und reich sowie westliche und östliche Kultur. Besonders gut könnt ihr das am zentralen Skanderberg-Platz sehen. Hier steht eine Moschee neben den Monumentalbauten im Sowjetstil. Neubauten mit chicen Geschäften vermischen sich mit Altbauten. Nach einem 10-minütigen Fußweg erreicht ihr von hier aus ein ganz besonders schräges Bauwerk: die Pyramide von Tirana. Im Jahr 1988 wurde das Gebäude eingeweiht. Es beherbergte damals das Enver Hoxha Museum und war mit goldverspiegelten Platten bedeckt. Damals soll es das teuerste kommunistische Bauwerk gewesen sein. Heute ist es ein Lost Place, mitten in der Stadt. Und in Zukunft? Es gibt Pläne, die Pyramide zu einem Jugendzentrum umzufunktionieren.

Doch es ist nicht nur die Architektur, welche den Blick auf sich zieht. Es sind außerdem die Farben. Knalliges Rot, leuchtendes Blau oder sonniges Gelb. Kaum eine Farbe wurde ausgelassen, als der Künstler und damalige Bürgermeister Edi Rama im Jahr 2000 beschloss, die graue Tristesse aus der Stadt zu verbannen. Doch auch der illegalen Bebauung in Tirana sagte er den Kampf an. Nach dem Motto „Clean and Green“ wurde aufgeräumt und die Parks neu begrünt. Sein Programm zeigte Wirkung und Tirana wirkt heute – zumindest im Zentrum – recht modern und aufgeräumt.

Geschichte in Bunk’Art 2

Eher im Verborgenen spielt sich hingegen die Aufarbeitung der Geschichte Albaniens ab. Denn diese befindet sich unter der Stadt in dem ehemaligen Atomschutzbunker des Innenministeriums. Bunk’Art 2 läd die Besucher seit 2016 ein, die Geschichte Albaniens kennenzulernen. Schwerpunkt wird dabei auf die Aufarbeitung der Zeit während der kommunistischen Regierung gelegt. Bunk’Art 2 dokumentiert die Geschichte der albanischen Geheimpolizei von 1912 bis 1991. Das Museum ist sehr informativ, bewegend und schockierend zugleich. Denn hier werden erstmals Details zu dem brutalen Vorgehen der Geheimpolizei gegen die albanische Bevölkerung gezeigt. In der kühlen und dunklen Atmosphäre des Bunkers werden den Opfern der politischen Verfolgung Namen und Gesichter gegeben. Wenn ihr Albanien verstehen möchtet, dann lege ich euch einen Besuch in Bunk’Art 2 sehr ans Herz.

Lage: Abdi Toptani, fußläufig vom Skanderberg-Platz in 3 Minuten erreichbar.
Öffnungszeiten: täglich von 9 bis 18 Uhr

Und nach dem Besuch von Bunk’Art 2? Etwa 100 Meter südlich liegt die Shetitorja Murat Toptani. Die Strasse ist für Autos gesperrt und es gibt nette Cafes und gemütliche Restaurants. Hier könnt ihr euren Museumsbesuch erstmal in Ruhe sacken lassen.

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#7 Berat – die Stadt der 1000 Fenster

Mit mehr als 2400 Jahren Siedlungsgeschichte ist Berat eine der ältesten Städte Albaniens. Die alte Handwerker- und Handelsstadt liegt dabei malerisch an einem Hügel am Fluss Osum. Schmale Gassen, steile Treppen und malerische Winkel prägen das Bild der Stadt. Die osmanischen Wohnhäuser aus dem 18./19. Jahrhundert stehen dabei dicht gedrängt und reihen sich den Hügel hinauf. Weiße Fassaden, schwarze Schieferdächer und große Fenster bieten von der gegenüberliegenden Seite des Flusses ein tolles Panorama. Die vielen großen Fenster gaben Berat übrigens den Beinamen „Stadt der 1000 Fenster“.

Berat ist eines der beliebtesten Reiseziele in Albanien. Seit 2015 ist die Stadt als UNESCO-Weltkulturerbe gelistet. Neben der osmanischen Altstadt und der schönen Dreifaltigkeitskirche zählt außerdem die Burg „Kalaja e Beratit“ zu den Sehenswürdigkeiten. Diese mittelalterliche Burg ist zudem die einzige bewohnte Burganlage aus osmanischer Zeit in Albanien.

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#8 Osum Canyon, Thermalquellen in Benje und Lengarica Canyon

Steil abfallende Schluchten im Osum Canyon und Schotterpisten, die durch atemberaubende Berglandschaften führen. Zudem Entspannung in den warmen Thermalquellen bei dem Ort Bënja und eine spektakuläre Flusswanderung durch den Lengarica Canyon. Albanien zeigt sich auf dieser Etappe von seiner schönsten Seite. Und weil es hier so viel zu erleben gibt, habe ich auch einen separaten Artikel über den Osum Canyon, die Thermalquellen in Benje und den Lengarica Canyon geschrieben.

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#9 Gjirokastra mit seinen imposanten Wehrhäusern

Die albanischen Wehrhäuser sind mit nichts, was ich zuvor gesehen habe vergleichbar. Dicke Mauern aus Stein und kleine Fenster sollen Leib und Leben schützen. Es waren immer die Männer, die etwas angestellt haben und sich dann in den oberen Etagen der Wehrhäuser verschanzten. Aus Angst vor der Blutrache. Die Blutrache gibt es glücklicherweise heute nicht mehr… eigentlich. Die eindrucksvollen Wehrhäuser und Wehrtürme stehen noch immer und sind Zeugnisse einer bewegten Vergangenheit. Viele von diesen Häusern findet ihr in der Stadt Gjirokastra.

Gjirokastra liegt im Süden Albaniens und ist eine der ältesten Städte und zudem wichtiges kulturelles Zentrum Albaniens. Bereits im Jahr 1961 hat die kommunistische Regierung Gjirokastra zur „Museums-Stadt“erklärt. Dadurch entging das Stadtbild der radikalen Veränderung, wie sie andere Orte während der kommunistischen Zeiten erfahren haben. Seit 2005 steht Gjirokastra zudem auf der Liste des UNESCO-Welterbes.

Auf den Hügeln der Stadt liegen hunderte einmalig erhaltener Wehrhäuser aus Stein, auch Kulla genannt. Die Grundstücke sind mit hohen Mauern umgeben. Eines der größten und prächtigsten Wehrhäuser von Gjirokastra ist das Zekate-Haus von der wohlhabenden Familie Zeko. Es wurde In den Jahren 1811/12 erbaut und thront seitdem über der Stadt Gjirokaster. Bereits im Jahr 1973 wurde es als Kulturdenkmal ausgezeichnet. Gegen eine kleine Gebühr von 1 Euro könnt ihr das Zekate-Haus sogar besichtigen.

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#10 Im ausgetrockneten Flussbett von Tepelene nach Himarë

Die Fahrt von Tepelene über Kuç nach Himarë war unser größtes Abenteuer in Albanien und Highlight Nummer Eins während unseres Roadtrips. Und das gleich aus mehreren Gründen:

Ein Teil der Strecke war in keiner Karte eingezeichnet

Die gesamte Strecke von Tepelene nach Himarë ist etwa 55 Kilometer lang mit einem Offroad-Anteil von etwa 42 Kilometern (Stand 2018). Ein Teil der Piste war allerdings in keiner Karte zu finden. Wir hatten jedoch eine gute Beschreibung der Strecke aus dem Roadbook des Hobo-Teams*. Diese sollte durch ein Flussbett führen, dass im Sommer trocken fällt. Wir versuchten mehr über diese spannende Piste herauszufinden und schauten uns die Gegend auf Google Earth an. Dort erkannten wir tatsächlich einen trockenen Fluss und konnten uns mit viel Fantasie eine Route einbilden. Diese speicherten wir in unserem GPS ab und dann ging’s los.

Unten im Flussbett ist unser Allrad ausgefallen

Nachdem wir den Abschnitt von Tepelene bis zum Abzweig auf die Piste nach Kuç gefunden hatten (es gab doch tatsächlich einen Wegweiser am Abzweig), gings bergab. Nicht nur dass uns die Schotterpiste bergab ins Flusstal führte. Auch mit unserer Fahrzeugtechnik ging’s bergab. Kaum unten angekommen, stellten wir fest, dass unser Allrad ausgefallen war! Und vor uns lagen mehrere Kilometer ausgetrockneten Flussbett mit mehr oder weniger losem Schotter und zahlreichen Furten! Was für ein Schreck! Doch Gott sei Dank, kannte sich einer von uns beiden mit Technik aus. Till hat den Allrad provisorisch repariert. Allerdings konnten wir ihn fortan nur noch unter dem Fahrzeug, also direkt am Verteilergetriebe einschalten. Da erscheint einem so ein Schalthebel neben dem Fahrersitz plötzlich in ganz anderem Licht – Luxus pur!

Furten, Furten und nochmal Furten – für alle, die nie genug bekommen

Das Flussbett war gar nicht so trocken, wie man sich ein trockenes Flussbett so vorstellen würde. Etwa nach der Hälfte der Strecke – unser Allrad war jetzt während der Pistenfahrt dauerhaft eingeschaltet – wurde es nass. Die erste Furt war am aufregendsten. Dann kam noch eine. Und dann noch viele mehr….Das hat mega Spaß gemacht! Insgesamt waren es bestimmt zehn Furten, die wir durchqueren mussten – nein, durften. Auf den Fotos sehen sie zwar nicht ganz so spektakulär aus, aber glaubt mir, sie waren es. Und sie waren DAS Highlight unseres Roadtrips in Albanien!

Während der Strecke kamen uns nur ein einziges Fahrzeug sowie zwei Reiter entgegen. Der erste Reiter grüßte eher zaghaft. Der zweite Reiter – um genau zu sein eine Reiterin – freute sich hingegen, winkte und drehte die Daumen noch oben…. vielleicht auch weil ich als Frau am Steuer saß. Denn dass eine Frau in den ländlichen Gebieten Albaniens Auto fährt, war eher unüblich.

Die Landschaft der Kurvelesh-Region ist neben den Albanischen Alpen die schönste Bergregion Albaniens. Die Hochebene ist von Bergketten und Flusstälern durchzogen und schwer zugänglich. Bisher wurde die Natürlichkeit der Region noch weitgehend erhalten. Aber neue Touristengebiete sollen erschlossen werden und es wird möglicherweise nicht lange dauern, bis die ersten Abschnitte asphaltiert werden.

Tipp: das Flussbett ist ein perfekter Ort zum übernachten. Es gibt 1001 schöne Stellplätze und ihr seid hier fast ganz alleine. Wildromantisch! Sobald es nach dem Flussbett wieder bergauf geht, werden die möglichen Stellplätze für die Nacht spärlicher.

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#11 Albaniens Küste –  von Allem etwas

Albaniens Küste ist lang und abwechslungsreich. Hier gibt es einsame Buchten und steile Klippen, übervölkerte Bade- und Partystrände, wilde Flussdeltas und Nationalparks. Für jeden Geschmack ist etwas dabei.

Wir haben auf unserem Roadtrip nur einzelne Strandabschnitte im Süden Albaniens kennen gelernt. Denn nachdem wir aus dem einsamen Landesinneren an die Küste kamen, war es uns dort einfach zu voll. Hauptsaison halt!

Auch wenn die Küste Albaniens während unseres Roadtrips für uns kein Highlight war, habe ich trotzdem einen Tipp für euch:

Der Strand in Gjipe: der kleine Strand ist nur über eine raue Schotterpiste oder per Boot zu erreichen. Er liegt idyllisch eingerahmt in einem Canyon. Der Strand lädt zum Baden ein und ist zudem Ausgangspunkt für Wanderungen das Tal hinauf. Am Strand selbst gibt es eine Bar, wo ihr einfache Snacks oder einen Drink bekommen könnt. Außerdem gibt es einen kleinen Campingplatz. Wenn ihr die Strecke mit eurem Geländewagen oder Allrad-Camper fahren wollt, dann solltet ihr eine gute Bodenfreiheit haben und vor dem Rückwärtsfahren auf einer steilen Piste am Abhang nicht zurückschrecken. Wir hatten uns schließlich entschieden, auf dem großen Parkplatz oberhalb des Strandes zu parken. Hier konnten wir außerdem gegen eine kleine Gebühr übernachten. Den Strand erreichten wir dann nach einem 30-minütigen Spaziergang.

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#12 Saranda und Butrint

Küstenstadt Saranda

Die kleine Küstenstadt Saranda liegt ganz im Süden von Albanien und ist nur einen Katzensprung von der griechischen Insel Korfu entfernt. Saranda wurde ab den 1950er Jahren als Badeort ausgebaut und wird heute jedes Jahr von etwa 500.000 Gästen besucht. Es gibt eine Strandpromenade sowie zahlreiche Restaurants und Hotels. Und es ist ziemlich voll in der Hauptsaison. Viele Tagesgäste kommen auch mit dem Boot von Korfu. Denn in Saranda kann man nicht nur im Ionischen Meer Baden, sondern auch eines der beliebtesten Highlights in Albanien besuchen: die etwa 3000 Jahre alte Ruinenstadt Butrint.

Ruinenstadt Butrint

Strategisch vorteilhaft auf einer Halbinsel gelegen, befinden sich hier zahlreiche Ruinen aus der Antike. Besonders gut erhalten ist ein halbkreisförmiges Theater aus dem 3. Jahrhundert vor Christus. Seit 1992 sind die Ruinen von Butrint als UNESCO Weltkulturerbe gelistet.

Anfahrt: Die Ruinen liegen etwa 20 Kilometer südlich von Saranda und sind mit dem Bus oder eigenem Auto gut erreichbar. Wer früh kommt, findet auch noch einen Parkplatz in der Nähe des Eingangs. Für alle anderen gibt es etwa 1,4 Kilometer entfernt einen weiteren großen Parkplatz, der sich auch gut als Stellplatz für die Nacht eignet.

Sehenswert ist außerdem der Nationalpark, der rund um die Ruinenstadt eingerichtet wurden. Bedeutend ist der Park insbesondere für Amphibien, Reptilien und Vögel.

Karstquelle Syri i Kaltër (Blue Eye)

Eine weitere Sehenswürdigkeit in der Nähe von Saranda ist die Karstquelle Syri i Kaltër (Blue Eye). Hier sprudelt eiskaltes Tiefenwasser nach oben. Wer besonders mutig ist, wagt den Sprung ins kalte Wasser. Wer es jedoch eher ruhiger mag, kann in einem der Restaurants bei einem Drink die Natur genießen oder einen Spaziergang unternehmen. Die Parkplätze hier werden auch gerne als Stellplätze für die Nacht genutzt. Die Zufahrt zu Syri i Kaltër erfolgt über eine Brücke, wo ihr eine kleine Eintrittsgebühr zahlen müsst.

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#13 Lost Places

Hab ich euch schon erzählt, dass ich Lost Places liebe? Der morbide Charme von verlassenen Gebäuden und Industrieruinen zieht mich magisch an. Und Albanien ist diesbezüglich ein absolutes Paradies! Viele Lost Places sind Relikte aus der Zeit des Kommunismus. Gefördert von der sozialistischen Planwirtschaft entstanden während der Regierungszeit von Enver Hoxha zahlreiche Minen und Fabriken. Viele davon stehen jetzt still. Wir sahen eine verlassene Munitionsfabrik, die Hoxha-Pyramide in Tirana, eine alte Öl-Raffinerie und sogar Ölpumpen. Wir waren uns jedoch nicht so ganz sicher, ob sie noch betrieben wurden oder nicht. Öl war rings um die Ölpumpe am Boden und lief über ein kleines Rinnsal die Straße lang. Am Rand der Straße standen rostige Ölbehälter. Sie wirkten zwar aufgegeben, waren aber zum Teil noch gefüllt und in Benutzung.

Hier ein paar Lost Places Highlights, die wie wähend unseres Roadtrips in Albanien entdeckt haben:

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#14 Bunker

Unzählige Bunker erinnern heute an das einst sozialistische Albanien unter Enver Hoxha. Meistens sind es kleine pilzförmige Bunker, die zudem oft in Dreiergruppen zusammenstehen. Sie prägen das Landschaftsbild. Die meisten wurden in den Jahren 1972 bis 1984 gebaut. Ihre Zahl wird auf etwa 200.000 geschätzt. Wie viele es genau waren, ist jedoch unklar. Und wie viele davon noch übrig sind auch.

Nach dem Austritt aus dem Warschauer Pakt im Jahre 1968 bereitete Enver Hoxha Albanien auf den Einmarsch feindlicher Truppen vor. Für jeden Albaner und jede Albanerin sollte daher ein Platz in einem Bunker geschaffen werden. Von hier aus sollte dann das Land gegen die Invasoren im Partisanenkampf verteidigt werden. Der Bunkerbau verschlang damals eine Unmenge Geld und Stahlbeton und belastete die schwache Wirtschaft des Landes enorm.

Die meisten Bunker wurden in den Grenzregionen, am Meer oder an strategisch wichtigen Punkten errichtet. Am häufigsten kommen drei verschiedene Bautypen vor:

  • Kleine Pillbox-Bunker für eine Person, die an Beton-Pilze erinnern. Sie wurden oft in Dreiergruppen errichtet und waren über einen Gang miteinander verbunden.
  • Kleinbunker für vier Personen
  • Größere Bunker für Artilleriegeschütze

Außerdem gibt es noch:

  • U-Boot-Bunker
  • Beobachtungsstände am Strand
  • Große unterirdische Kommandobunker
  • Unterirdische Flugzeugkavernen
  • Kavernen und Munitionsdepots

Viele Bunker sind inzwischen überwuchert, Hänge hinabgestürzt oder eingesunken. Manche wurden auch zurückgebaut oder fanden eine neue Nutzung. Meistens jedoch leider als Toilette oder Müllcontainer. Doch einige werden zum Beispiel von Bauern als Materiallager oder Stall genutzt. In Städten hingegen wurden Bunker zu Cafés, Restaurants, Museen, Shops oder sogar zu Wohnhäusern umgestaltet. Ein schönes Beispiel hierfür ist das Bunk’Art Museum in Tirana.

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#15 Denkmale aus der Zeit des Kommunismus

In Albanien erinnern heute noch mehrere hundert Denkmale, sogenannte Lapidare, an die Zeit des Kommunismus. Es sind meistens senkrecht stehende, abstrakte Monumente aus Beton. Oft sind sie mit kommunistischen Symbolen wie dem roten Stern verziert. Manche wurden außerdem durch Reliefs oder Statuen ergänzt. Sie gelten als Kunstwerke des Sozialistischen Realismus. Für mich waren sie eins der Highlights unseres Roadtrips in Albanien.

Errichtet wurden die Lapidare zumeist, um an Märtyrer des Albanischen Partisanenkampfes im Zweiten Weltkrieg zu gedenken. Dafür wurden prominente, weithin gut sichtbare oder historisch bedeutsame Standorte ausgewählt. Viele Lapidare könnt ihr während eures Roadtrips durch Albanien im Vorbeifahren am Wegesrand sehen. Denn in jeder Stadt und jedem Dorf errichtete das Regime die Monumente aus Beton. Damit wurde die kommunistische Partei allgegenwärtig.

Von den einst 800 bis 1000 Lapidaren sollen heute jedoch nur noch etwa 680 erhalten sein. Manche sind verfallen, zerstört, umgewandelt oder versetzt worden. Doch einige wurden auch restauriert und erhielten sogar einen neuen Anstrich. Ich halte die Lapidare für ein einzigartiges Kulturgut und habe sie daher mit Begeisterung fotografiert. Hier seht ihr eine kleine Auswahl:

Neben den Lapidaren findet ihr in Albanien auch noch andere Monumente, die zur Zeit der sozialistischen Volksrepublik errichtet wurden. Dazu zählen beispielsweise Bronzestatuen, größere sozialistische Monumente sowie Märtyrerfriedhöfe.

Tipp: Das Projekt Albanian Lapidar-Survey widmet sich der Bestandsaufnahme und Dokumentation aller verbliebenen Lapidare in Albanien. Auf ihrer Internetseite seht ihr zahlreiche Fotos inkl. Ortsangaben. Ergänzt wird dieser Katalog zudem durch ein zweisprachiges E-Book (englisch/albanisch), das ihr als PDF-Datei bei Punctum Books, Brooklyn, kostenlos herunterladen könnt (Spenden sind jedoch willkommen).

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Allgemeine Tipps für euren Roadtrip in Albanien

Tiere auf der Straße

Kaum waren wir über die Grenze gefahren, hätten wir fast eine Schildkröte überfahren. Mit Kühen und Schafen haben wir ja gerechnet. Aber mit Schildkröten? Im Leben nicht. Doch so selten scheinen sie nicht zu sein, denn wir hätten später beinahe wieder eine überfahren. Ich wäre untröstlich gewesen! Also Augen auf und aufpassen. Und am besten nicht im Dunkeln fahren, denn dann sieht man die Tiere ja noch schlechter. 

Bergauf, bergab und um die Kurve

Die Straßen in Albanien sind selten flach und gehen selten über eine längere Strecke geradeaus. Das gilt nicht nur für die Schotterpisten sondern auch für die asphaltierten Strecken. Manche Strecken an der Küste gingen so steil bergab, dass wir im ersten Gang mit Untersetzung fahren mussten.

Das brachte unsere Reiseplanung etwas durcheinander. Denn aufgrund der Straßen fuhren wir viel langsamer. Das heißt, wir verbrachten am Ende viel mehr Zeit mit Autofahren als geplant. Das war jetzt nicht schlimm, wir konnten uns ja abwechseln und es machte uns Spaß, durch die Landschaft zu fahren. Ein richtiger Roadtrip halt!

Stellplätze für die Nacht

Albanien ist ein Paradies für Camper. Denn das sogenannte „wilde Campen“ ist in Albanien erlaubt und ganz normal. Egal ob mit Camper oder mit Zelt. Von vorbeifahrenden Autos (was auch auf den abgelegenen Pisten durchaus vorkommt) wurden wir stets freundlich gegrüßt. Manchmal wurden wir sogar gefragt, ob alles in Ordnung ist oder wir Hilfe bräuchten. So kommt man auch an den abgelegensten Orten zu seinem Schwätzchen.

Das „wilde Campen“ wird natürlich nur solange akzeptiert werden, wie sich alle Camper an gewisse Regeln halten. Das heißt:

  • Lasst keinen Müll oder sonstige Haufen liegen!
  • Fahrt die Natur nicht mit euren Reifen kaputt! Respektiert Naturschutzgebiete und Nationalparks und bleibt hier auf den offiziellen Parkplätzen.
  • Haltet etwas Abstand zu Siedlungen / Häusern.
  • Seid vorsichtig mit offenem Feuer – nur an geeigneten Plätzen, oder lasst es besser
  • Stellt euch nicht auf kultiviertes Land

Während unseres Roadtrips in Albanien war fast jeder Stellplatz für die Nacht ein Highlight für sich. Hier ein paar Impressionen. Wo unsere Stellplätze genau waren, seht ihr in der Karte ganz am Anfang meines Artikels.

Natürlich gibt es auch Campingplätze mit der üblichen Ausstattung oder Stellplätze auf Hotelparkplätzen in den Städten, wie beispielsweise in Tirana oder Saranda. Richtig nett, direkt am Wasser war der Campingplatz in Koman gelegen.

Tanken

Wir haben die Diesel-Preise vorher im Internet recherchiert. Der Sprit war in Mazedonien günstiger als in Albanien, daher haben wir dort getankt. Unser 300 Liter Tank gab uns dafür den nötigen Spielraum. Aber generell gilt für Albanien: Es gibt bleifreies Benzin, Super und Diesel. Die bessere Qualität werdet ihr wahrscheinlich an größeren Tankstellen bekommen, wo ihr dann auch meist bequem mit Karte zahlen könnt. Das Tankstellennetz ist recht dicht. Doch wenn ihr in abgelegene Gebiete fahrt, solltet ihr vorher die Tankmöglichkeiten überprüfen und nochmal volltanken. Plant auch immer mit ein, dass ihr möglicherweise eine Offroad-Piste nicht bis zum Ende fahren könnt und umkehren müsst. Auch dafür sollte der Sprit noch reichen.

Trinkwasser

In den Albanischen Alpen gibt es zahlreiche natürliche Quellen, von denen ihr direkt trinken könnt. Hier haben wir auch unseren Wassertank wieder aufgefüllt. Alternativ könnt ihr euren Wassertank auch an den Tankstellen auffüllen. Da in unserem Reisemobil ein Wasserfilter eingebaut ist, haben wir das Wasser aus unserem Tank gut trinken können. Ungefiltertes Leitungswasser haben wir hingegen lieber nicht getrunken.

Einkaufen

In den Städten gibt es Supermärkte, wie wir sie kennen und in den Dörfern gibt es Tante-Emma-Läden, wie wir sie auch mal gekannt haben. Für Obst, Gemüse und Honig findet ihr außerdem oft Stände am Straßenrand. Während unserer Tour in Albanien haben wir unsere Vorräte immer in Tante-Emma-Läden oder an Straßenständen aufgefüllt.

Abwasser

Unser Wasch-Abwasser haben wir in einem mobilen Kanister gesammelt. Für unsere Chemie-Toilette haben wir außerdem einen typischen Toiletten-Tank. Beides konnten wir in den dafür vorgesehenen Sanitäranlagen auf Campingplätzen entsorgen. Das ging auch, wenn wir keine Gäste waren und einfach nur nett gefragt haben. Wenn es dort ein Café oder Shop gab, haben wir dann dort noch etwas bestellt bzw. eingekauft.  

Müll

Viele Parkplätze sind in Albanien leider, leider vermüllt. Oftmals sind wir erstmal mit dem Müllbeutel rumgegangen und haben aufgeräumt. Für die Müllentsorgung gibt es in besiedelten Gebieten an den Straßenrändern Container. Eine Mülltrennung gab es im Sommer 2018 leider noch nicht.

Maut in Albanien

Seit dem Spätsommer 2018 gibt es auch in Albanien eine Maut. Bisher allerdings nur für die „Rruga e Kombit“, also die Autobahn A1 von der Küste in den Kosovo. Preise: 2,50 Euro für motorisierte Zweiräder; 5 Euro für PKW; 11 bis 17 Euro für Wohnmobile je nach Größe.

Verkehrsregeln

Neben einem EU-Führerschein und den Fahrzeugschein benötigt ihr noch die grüne Versicherungskarte. Falls ihr nicht der Fahrzeuginhaber seid, dann braucht ihr zusätzlich eine Vollmacht vom Inhaber sowie eine Kope des Fahrzeugbriefes und eine Kopie vom Pass des Inhabers.

Außerdem gilt:

  • Anschnallpflicht
  • Handyverbot
  • Null-Promille-Grenze!
  • Auch tagsüber ist das Abblendlicht einzuschalten.
  • Geschwindigkeitsbegrenzungen: Innerorts 40 km/h; außerorts 80 oder 90 km/h je nach Beschilderung; Autobahn 110 km/h

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Roadbooks – Reiseführer – Straßenkarten

Albanien „Offroad-Guide“: ausgewählte Strecken für Abenteurer von Martina Kaspar

Absolut unverzichtbar war für uns der Albanien „Offroad-Guide“ vom Hobo-Team. Denn das Hobo-Team stellt hier die schönsten Strecken für abenteuerlustige Offroader vor. Enthalten sind zwanzig ausführlich beschriebene und bebilderte Langtouren und elf Abstecher zu sehenswerten kleineren Zielen. Dazu gibt es Informationen zum Schwierigkeitsgrad der Strecke, so dass ihr einschätzen könnt, ob die Strecke für euch und euer Fahrzeug geeignet ist. Mit vielen zusätzlichen Informationen macht das Hobo-Team Lust, das Land zu entdecken.


GPS-Offroad-Reiseführer-Albanien von Sabine und Bukhard Koch

Der Offroad-Reiseführer Albanien von den Kochs beschreibt 26 Offroad-Strecken. Zu jeder Strecke ist ein Schwierigkeitsgrad angegeben, der die eigene Beurteilung in Verbindung mit der Fahrzeugklasse erleichtert. Die Kochs haben eine Bewertung der Strecken in Form von Sternen vorgenommen, in die der Fahrspaß, die Landschaft und der Erlebniswert eingeflossen sind. Außerdem gibt es Tipps und Tricks zum Offroad-Fahren und weitere Informationen über Albanien.


Reise Know-How Reiseführer Albanien von Meike Gutzweiler

Mit dem Albanien-Reiseführer von Reise Know-How seid ihr für eure Entdeckungstour in Albanien perfekt vorbereitet. Neben vielen praktischen Tipps gibt es ebenso viele Hintergrundinformationen zu Land und Leuten. Der Reiseführer enthält Tipps für Stadtrundgänge und Wanderungen sowie ergänzende Stadtpläne und Übersichtskarten.


Albanien, Autokarte 1:150.000 von freytag & berndt

Ergänzend zu unserem GPS und Handy-Karten hatten wir eine klassische Autokarte aus Paper dabei. Und – allen modernen technischen Errungenschaften zum Trotz – haben wir sie total gerne benutzt. Und man kann soooo schön die gefahrene Strecke per Hand einmalen! Da macht der Roadtrip doch gleich nochmal mehr Spaß!


Wart ihr selber schon mal in Albanien? Wie hat es euch gefallen und was waren eure Highlights? Habt ihr noch Fragen zu meinem Artikel oder weitere Anregungen? Wenn ja, dann schreibt mir doch einen Kommentar!

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