Roadtrip Albanien – mit dem Allrad Camper nach Theth

Mit dem Allrad Camper nach Theth
Mit dem Allrad Camper nach Theth

Albanien. Die Fahrt in des Bergdorf Theth war die erste Etappe unseres Roadtrips in Albanien mit unserem Iveco Camper. Das gerade einmal 4.000 Einwohner zählende Dorf liegt abgeschieden in den Albanischen Alpen in 742 Meter Höhe und ist bisher nur über eine unbefestigte Piste zu erreichen. Die Landschaft ähnelt unseren Alpen und die Gipfel reichen bis 2.600 Meter hoch. In meinem folgenden Artikel erfahrt ihr, was es unterwegs zu sehen und zu tun gibt. Außerdem bekommt ihr Tipps für euren Roadtrip und Empfehlungen für Stellplätze für die Nacht.


Inhaltsübersicht und Schnellnavigation

Fahrt von der Stadt Koplik nach Theth
Theth – Tradition und Tourismus
Was gibt’s zu sehen und zu tun?
Tipps für euren Roadtrip nach Theth

Hier kommt ihr direkt zu meinem Hauptartikel über unseren Roadtrip Albanien – 15 Highlights inklusive Tipps und Route.


Fahrt von der Stadt Koplik nach Theth

Von Koplik bis Theth sind es etwa 59 Kilometer. Man kann die Strecke grob in drei Abschnitte unterteilen:

  • Asphaltstraße über Land etwa 35 km
  • schmale Asphaltstraße bergauf bis zum Terthorja-Pass etwa 15 km
  • unbefestigte Piste vom in den albanischen Alpen vom Terthorja-Pass bis nach Theth etwa 9 km

Sobald die erste Spitzkehre erreicht ist, geht es eigentlich erst richtig los. Denn nun führt uns die schmale Asphaltstraße in 28 Spitzkehren bergauf bis zum Terthorja-Pass in 1.630 Meter Höhe. Ich wechsele zwischen dem zweiten und ersten Gang ständig hin und her und bin froh, dass mir in den Kehren kein anderes Fahrzeug entgegen kommt. Unterwegs bieten sich tolle Aussichten auf das Tal. Kurz hinter dem Pass lädt ein Gasthaus zum Verweilen ein. Wir genießen den Blick auf das Cem-Tal und stärken uns hier, bevor es nun auf einer unbefestigten Piste wieder bergab geht. Willkommen in den Albanischen Alpen!

Mit unserem Allrad Camper ist die Piste nach Theth durch die albanischen Alpen eine wahre Freude. Schlaglöcher sind kein Problem und selbst wenn der lose Schotter einen Reifen zum Durchdrehen bringt, greifen ja noch drei andere. Besonders haben wir den Allrad aber bei der Rückfahrt zu schätzen gelernt: es regnete in Strömen und der Weg war entsprechend matschig und glatt. Manchmal heißt es auch Nerven bewahren. Nämlich dann, wenn einer der großen orangefarbenen Baustellenlaster entgegenkommt. Einer von beiden muss dann rückwärts fahren, bis die nächste Ausweichmöglichkeit ein Vorbeifahren zulässt. Die Laster bringen Erde und Schotter, um die Schlaglöcher aufzufüllen. Damit bereiten sie die Strecke auf den Ausbau vor. Schon bald wird es also eine Schotterpiste weniger in Albanien geben.

Etwas anderer Gegenverkehr

Doch nicht nur Laster kamen uns hier entgegen. Auch eine herrenlose Kutsche versperrte uns plötzlich die Weiterfahrt. Gut dass wir zu zweit waren. Nachdem ich das Pony samt Kutsche umgedreht und zu einer Ausweichstelle geführt hatte, konnte unser Camper vorbei. Anschließend drehte ich die Kutsche wieder um und schickte das Pony weiter auf seinem Weg in Richtung Dorf. Wir hatten die Ponykutsche bereits zuvor gesehen und beobachtet, wie zwei halbstarke Jungs das Tier energisch bergauf trieben. Das geschah den beiden ganz recht, dass ihr Pony abgehauen ist.

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Theth – Tradition und Tourismus

Der Theth-Nationalpark wurde im Jahr 1976 gegründet. Er ist ein schönes Beispiel für eine bäuerlich, altertümliche Kulturlandschaft, die sich im Tal erstreckt. Das Tal ist umgeben von hohen Bergen, Bergwäldern und Viehweiden. Die zerklüfteten Gipfel mehrerer Zweitausender setzen der alpinen Landschaft zudem eine Krone aus Dolomit und Kalkstein auf.

Im Ort selber liegen die großen grauen Steinhäuser weit auseinander. Dazwischen liegen immer wieder Gemüsegärten und Wiesen. Eine ländliche Idylle, wo ihr euch während eine Spaziergangs einfach treiben lassen könnt.

Noch hält sich der Tourismus in Theth in verträglichen Grenzen. Es gibt Programme, welche die Entwicklung eines nachhaltigen Tourismus fördern und den Einwohnern neue Einkommensmöglichkeiten eröffnen. So kommt es, dass es eine kleine Touristeninformation und außerdem zahlreiche Übernachtungs- und auch Campingmöglichkeiten hier gibt. Wir haben hier deshalb auf das Wilde Campen verzichtet und uns auf die Wiese eines Gasthauses gestellt. Unser Camper wurde sofort zur beliebten Attraktion für die kleinen Kinder des Chefs.

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Was gibt’s zu sehen und zu tun?

  • Idyllisch gelegene alte Kirche aus dem Jahr 1892. Der Kirchturm wurde während des Kommunismus entfernt und das Gebäude als Gesundheitszentrum genutzt.
  • Blutracheturm Kulla e Ngujimit: hier konnten sich Angeklagte bis zu 15 Tag lang vor Blutrache in Sicherheit bringen – bis die Rechtssprechung erfolgt ist.
  • Museum im alten Wehrhaus
  • Maismühle am Fluß am Dorfeingang
  • Was wir leider verpasst haben: Es gibt mehrere Höhlen in den Albanischen Alpen. Einen lokalen Guide könnt ihr in Theth organisieren.
  • Es gibt mehrere Wandermöglichkeiten auf gut markierten Wegen. Es ist sogar möglich, bis zum Valbona Tal zu wandern. Von dort könnt ihr mit dem Bus weiter fahren und anschließend mit der Fähre über den Komani See übersetzen. Von dort geht es dann mit dem Bus zum Ausgangspunkt zurück. Wir sind diese Strecke von Theth bis zum Valbona Pass (1.812 m) und wieder zurück nach Theth gelaufen und waren begeistert von der Schönheit und Abgeschiedenheit.

Weitergehende Informationen über die Albanischen Alpen findet ihr hier.

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Tipps für euren Roadtrip nach Theth in Albanien

Anfahrt: Die Fahrt nach Theth über den Terthorja-Pass und die unbefestigte Piste ist nur zur schneefreien Zeit, also zwischen Mitte Mai und Ende September sicher befahrbar. Sie ist mit dem PKW langsam befahrbar. Allerdings macht dies weder dem Fahrzeug noch den Fahrern Freude, wie uns zwei Schweden berichtet haben, die mit ihren schneeweißen Volvo-Kombi die Piste gefahren sind.

Tanken: Vorher nochmal volltanken, denn eine Tankstelle gibt es in Theth bzw. auf der Piste nicht. Die letzte Tankstelle vor Theth liegt etwa 13 Kilometer hinter Koplik.

Trinkwasser: Es gibt entlang der Piste mehrere gefasste Quellen, wo ihr Wasser bekommt. Wir haben es getrunken, ohne es später bereuen zu müssen. Auch unten im Tal kurz vor den Spitzkehren gibt es auf der linken Straßenseite eine größere gefasste Quelle.

Stellplätze für die Nacht: In Theth selber könnt ihr bei den Gasthäusern stehen und somit für die Einwohner etwas unterstützen. Die Saison hie rist kurz, daher zählt jeder Gast.
Einen weiteren schönen Stellplatz gibt es oben auf dem Parkplatz am Terthorja Pass. Wenn ihr den Parkplatz bis zum Ende durchfahrt, könnt ihr relativ ungesehen stehen.
Außerdem zweigen von der im Tal gelegenen Asphaltstraße mehrere Pisten Richtung Nordwesten ab. Hier könnt ihr auch schöne Plätze finden.

Lebensmittel: Es gibt in Theth einen kleinen Shop, wo ihr Lebensmittel kaufen könnt. Zudem gibt es Restaurants und mehrere Gasthäuser bieten auch Verpflegung mit an.

Sonstiges: Wenn euer Camper etwas höher ist, solltet ihr im Ort auf tief hängende Leitungen achten.


Wart ihr selber schon mal in Albanien? Wie hat es euch gefallen und was waren eure Highlights? Habt ihr noch Fragen zu meinem Artikel oder weitere Anregungen? Wenn ja, dann schreibt mir doch einen Kommentar!


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