Arktis und Antarktis Museum Sankt Petersburg

Arktis und Antarktis Museum Sankt Petersburg
Arktis und Antarktis Museum Sankt Petersburg

Russland. Wer nach Sankt Petersburg fährt, denkt zunächst an die weltberühmte Eremitage, die prächtige Erlöserkathedrale oder die Peterskirche mit ihrem hohen goldenen Turm. Während meines Besuchs in Sankt Petersburg hat sich jedoch ein ganz anderes Museum den ersten Platz erobert – das Arktis und Antarktis Museum. Untergebracht in einer ehemaligen Kirche, ist es das weltweit größte Museum, das sich den Polargebieten widmet. Und auf jeden Fall einen Besuch wert.


Wo immer sich die Möglichkeit bietet, ein Polarmuseum zu besuchen, bin ich mit Begeisterung dabei. Jedes mal nehme ich mir reichlich Zeit, um alle Exponate anzuschauen. Doch in dem Arktis und Antarktis Museum in Sankt Petersburg, ist das schon eine Herausforderung. Ihr könnt in dem Museum gut und gerne einen halben Tag verbringen, so viele Exponate werden hier ausgestellt. Die Schilder und Texte sind leider alle auf Russisch, doch es gibt einen Audioguide auf Englisch.

Außenansicht des Arktis und Antarktis Museums in Sankt Petersburg
Ein ungewöhnliches Museum – Außenansicht des Arktis und Antarktis Museums in Sankt Petersburg in der Nikolauskirche

Hat euch das Polarvirus auch erwischt? Wenn ihr mehr über die Polargebiete erfahren wollt, dann schaut euch mal meine Buchtipps an.


Die Gründung des Arktis und Antarktis Museum Sankt Petersburg

Die Nikolauskirche wurde zwischen 1820 und 1838 im neoklassizistischen Stil erbaut und von den orthodoxen Altgläubigen genutzt. Im Jahre 1931 wurde die Kirche allerdings geschlossen. Sechs Jahre später, Januar 1937, wurde dann das Museum für die Arktis und Antarktis in dem Kirchengebäude eröffnet. Dafür wurden die verstreut in Moskau, Archangelsk und Leningrad ausgestellten Exponate zusammen getragen. Während des Zweiten Weltkrieges wurde die Sammlung dann nach Krasnojarsk in Sibirien gebracht. Erst im Jahr 1950 kehrten die Exponate wieder in die Nikolauskirche zurück und können seitdem hier besichtigt werden.

Die meisten Kirchen in Sankt Petersburg, die während der Sowjetzeit umfunktioniert wurden, werden inzwischen wieder als Kirchen genutzt. Gemäß Gesetz soll auch die Nikolauskirche wieder als Kirche vorgesehen werden. Doch weder das Museum noch die Kirche selbst scheinen diese Forderung umsetzen zu wollen.

Das ganze Untergeschoß ist dem Nordpol gewidmet

Die Sammlung des Museums

Die Sammlung des Arktis und Antarktis Museum Sankt Petersburg besteht aus vier Bereichen:

  • Arktische Geografie und Natur
  • Erforschung des Nordpols
  • Wirtschaft und Kultur der Völker in der Arktis
  • Antarktis

Arktische Geografie und Natur

Im Hauptschiff der ehemaligen Kirche wird die arktische Geografie sowie die hier beheimatete Tier- und Pflanzenwelt gezeigt. In der Mitte des Hauptschiffs gibt ein geografisches Model einen Überblick über die nördlichen Polarregionen. An den Wänden reihen sich Dioramen von Vogelkolonien, Walrossfamilien sowie ausgestopfte Tiere der Arktis auf. Über dem Eingangsbereich hängt ein Flugzeug, das bei Expeditionen in der Arktis eingesetzt wurde.

Arktische Geografie und Natur im Arktis und Antarktis Museum in Sankt Petersburg

Erforschung des Nordpolarmeers

Im linken Seitenschiff erfahrt ihr Wissenswertes über die Erforschung des Nordpolarmeers sowie die Entdeckung der Nord-Ost-Passage. Zu sehen sind Bilder und Modelle russischer Eisbrecher, beispielsweise «Arctic» und «Lenin». Außerdem seht ihr weitere technische Objekte, die bei der Erforschung des Nordpolarmeeres eingesetzt wurden. Karten zeigen die Expeditionsrouten der russischen Schiffe und geben Auskunft über bedeutende Kapitäne und Wissenschaftler. Besonders anschaulich wird das Leben eines Polarforschers mit der komplett eingerichteten Kabine der sowjetischen Forschungsstation „Sewerny Poljus-3“ dargestellt.

Einblicke in ein Forscherzelt
Modell einer Forschungsstation in der Arktis

Wirtschaft und Kultur der Völker in der Arktis

Im rechten Seitenschiff wird die traditionelle Kultur der Völker der Arktis, wie den Jakuten Komi, Kareliern oder Nenzen gezeigt.

Antarktis

Während die erste Etage der Kirche ausschließlich die nördliche Polarregion umfasst, widmet sich die zweite Etage seit 1958 der Antarktis. In der Mitte des Ausstellungsraumes, direkt unter der Kuppel, werden ausgestopfte Pinguine in einem Schaukasten präsentiert. Hier im Licht der Glaskuppel geht es auch etwas internationaler zu: über den Pinguinen wehen die Flaggen der zwölf Staaten, die auf der Antarktiskonferenz 1959 den Antarktis-Vertrag unterschrieben haben. Im Gegensatz zu dem Erdgeschoss, wo die russische Arktisforschung im Vordergrund steht, wird hier auch auf die Erforschung der Antarktis anderer Staaten eingegangen. So könnt ihr zum Beispiel auch Tagebücher des Wettrennens zum Südpol zwischen dem Briten Robert Scott und dem Norweger Roald Amundsen sehen oder der Schlitten von Robert Scott.

Polarkleidung – Hauptsache warm!
Eine kleine Kolonie Kaiserpinguine

Gezeigt wird außerdem die Kleidung der Forscher damals und heute sowie bei den damaligen Expeditionen verwendete Gegenstände, darunter auch Survival-Kits, Schlitten oder Kettenfahrzeuge. Zahlreiche Karten, Fotos und Gemälde geben einen Eindruck der durchgeführten Expeditionen und der Bedingungen unter denen sie stattfanden.

Exkurs: Antarktis-Vertrag
Der Antarktis-Vertrag wurde im Jahr 1959 von 12 Staaten unterzeichnet und trat 1961 in Kraft. Der Antarktis-Vertrag ist das erste internationale Abkommen nach dem Zweiten Weltkrieg. West- und Ostmächte haben sich mitten im Kalten Krieg auf die gemeinsame friedliche Nutzung eines unbewohnten Kontinents verständigt. Die Zahl der Vertragsstaaten ist inzwischen auf 51 angewachsen. Der Antarktis-Vertrag selbst wurde auf unbestimmte Zeit geschlossen. Die Ziele des Vertrags sind:
Friedliche Nutzung der Antarktis; Internationale Zusammenarbeit in der Forschung mit ungehindertem Informationsaustausch; einzelne Länder stellen ihre Ansprüche auf Gebiete zurück; Verbot militärischer Aktivitäten; Beseitigung und Einfuhrverbot radioaktiver Abfälle.
Mehr zum Antarktisvertrag kannst du hier lesen.

Adresse und Öffnungszeiten

(bitte prüft nochmal, bevor ihr hingeht)

Adresse: Uliza Marata 24a
Geöffnet: Mi-Sa 10–18 Uhr, So bis 17 Uhr
Ruhetage: Mo, Di und letzter Do im Monat
Nächste Metro: Wladimirskaja oder Majakowskaja
Eintritt (im Jahr 2017): 100 Rubel
Internet: https://www.polarmuseum.ru/


Wart ihr selber schon mal in Sankt Petersburg und habt das Arktis und Antarktis Museum besucht? Wie hat es euch gefallen? Habt ihr noch Fragen zu meinem Artikel oder weitere Anregungen? Wenn ja, dann schreibt mir doch einen Kommentar!


Empfehlungen zum Weiterlesen

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here