„Ich hatte ein Farm in Afrika…“ Besuch im Karen Blixen Museum, Nairobi

„Ich hatte ein Farm in Afrika…“ Besuch im Karen Blixen Museum, Nairobi
„Ich hatte ein Farm in Afrika…“ Besuch im Karen Blixen Museum, Nairobi

Nairobi, Kenia. „Ich hatte eine Farm in Afrika, am Fuße der Ngong Berge.“ So beginnt einer der schönsten Afrika Filme, die je produziert wurden. Grundlage für den Film „Jenseits von Afrika“ ist der Roman „Die afrikanische Farm“, den Karen Blixen 1937 in Dänemark schrieb. Das Farmhaus, wo Karen Blixen 17 Jahre lang lebte und wo Teile des Films gedreht wurden, ist heute ein Museum. Beim Besuch fühlt man sich in eine andere Zeit versetzt und könnte fast meinen, man ist plötzlich selber in Mitten dieses fantastischen Films. Ein absolutes „Muss“ für alle Fans. Auf einer Führung durch das Museum erfahrt ihr viel Interessantes über das Leben von Karen Blixen auf der Kaffeefarm am Rande der Ngong Berge.

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Wer war Karen Blixen?

Karen Blixen wurde 1885 geboren und wuchs in Rungsted an der Küste Dänemarks auf. Mit 29 heiratete sie ihren schwedischen Halbcousin, Baron Bror von Blixen-Finecke. Beiden war eine große Abenteuerlust gemein. Schon bald verließen sie Dänemark, um in Kenia ein neues Leben zu beginnen. Das Paar kaufte 1917 das Farmhaus Mbogani bei den Ngong Bergen. Dieses wurde das Herz ihrer 4500 Hektar großen Farm mit der etwa 600 Hektar großen Kaffeeplantage. Karen führte die Farm nahezu alleine, während ihr Ehepartner sich lieber auf der Großwildjagd vergnügte. Mehr als 1000 Menschen arbeiteten für sie, es gab medizinische Versorgung und sogar eine Schule.

Doch die Kaffeefarm lief nicht besonders gut. Sie lag auf rund 2.000 Metern für Kaffeeanbau zu hoch, außerdem war der Boden zu sauer. Dürre, Heuschreckenplagen, Überschwemmungen, Epidemien und ein Brand stellten Karen Blixen immer wieder vor neue Herausforderungen. Auch die Ehe lief nicht gut und es kam 1925 schließlich zur Scheidung.

Karen führte die finanziell angeschlagene Farm alleine weiter. Neues Glück fand Karen schließlich in der Beziehung mit dem Engländer Denys Finch Hatton. Doch das Glück war nur von kurzer Dauer: 1931 stürzte Denys mit seinem Flugzeug im Tsavo West Nationalpark ab und stirbt. Im selben Jahr musste Karen schließlich ihre Kaffeefarm bei einer Zwangsauktion versteigern. Sie verlässt anschließend Kenia und kehrt auf das Familienanwesen in Rungsted zurück. Dort widmet sich dem Schreiben und veröffentlicht mehrere große Werke. Im Jahr 1937 gab sie schließlich ihr Buch „Die afrikanische Farm“ heraus. 1962 stirbt Karen Blixen im Alter von 77 Jahren in Dänemark. Mehr als 20 Jahre später, 1985, wurde ihr Roman mit Meryl Streep, Robert Redford und Klaus Maria Brandauer in den Hauptrollen verfilmt. Der Film „Jenseits von Afrika“ gewinnt mehrere Oscars und macht die dänische Autorin weltberühmt.

Karen Blixens Pseudonym auf dem deutschen Buchmarkt ist meist Tania Blixen. Ihre englischsprachigen Bücher erschienen hingegen meist unter dem Pseudonym Isak Dinesen.


Das Karen Blixen Museum

Im Jahr 1964 kaufte die dänische Regierung das Farmhaus, in dem Karen Blixen von 1917 bis 1931 lebte, und schenkte es Kenia zur Feier der Unabhängigkeit von Großbritannien. Das Anwesen wurde zunächst als Hauswirtschaftsschule genutzt. 1985 begannen hier die Dreharbeiten für „Jenseits von Afrika“. Anschließend haben die Nationalmuseen von Kenia das Grundstück erworben, um hier ein Museum zu eröffnen.

Mit Hilfe einer Spende der Filmproduktionsgesellschaft Universal Films wurde das Haus renoviert und im Stil der damaligen Zeit eingerichtet. Dafür konnten sogar viele Möbelstücke, die Karen Blixen vor ihrer Abreise aus Afrika verkauft hatte, wieder zurück gekauft werden. Neben Möbeln, Einrichtungsgegenständen sowie Jagdtrophäen, werden alte Fotos und Bücher gezeigt. Außerdem kann die vom Künstler Harald Isenstein angefertigte Bronzebüste von Karens Blixen bewundert werden. Das Haus bietet heute einen einzigartigen Einblick in den Alltag der Kaffeefarmerin.

Das Museum besteht aus dem alten Haupthaus Mbogani, einem separaten Küchengebäude, einem Kaffeetrockenbereich sowie einem großen, parkähnlichem Garten. Zwischen hohen Eukalyptusbäumen und Palmen sind alte Karren und einzelne landwirtschaftliche Geräte aus längst vergangenen Zeiten ausgestellt. Der flache Bungalow mit seinen Veranden ist jedoch kleiner, als ich erwartet hatte. Er wurde 1912 nach Plänen des schwedischen Architekten Ake Sjogren erbaut. Damals war die Hauptstadt Nairobi noch rund 10 Kilometer entfernt. Heute sind die Vororte der Stadt um die frühere Farm herum gewachsen. In dem gehobenen Vorort Karen wohnen heute vor allem Minister und Regierungsangehörige.

Von dem Grundstück habt ihr einen guten Blick auf die Gipfel der Ngong Berge, wo Karen Blixen 1931 ihren Geliebten Dennis Finch Hatton begraben ließ.

Das Museum ist täglich von 9.30 bis 18.00 Uhr geöffnet.
Führungen werden fortlaufend angeboten.
Im Haus ist das Fotografieren leider nicht gestattet.

Tipp: Besucht doch nach dem Karen Blixen Museum noch das Giraffe Centre Nairobi. Es ist ebenfalls im Vorort Karen gelegen und ist bekannt für die Erhaltungszucht der gefährdeten Rothschild Giraffen.


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