Schottland – Schnorcheln mit Riesenhaien

Schottland - Schnorcheln mit Riesenhaien
Schottland - Schnorcheln mit Riesenhaien

Schottland. Die schottischen Hebriden sind für ihre wilde Landschaft, weißen Sandstrände und tollen Wandermöglichkeiten bekannt. Weit weniger bekannt ist dagegen, dass die Hebrideninsel Isle of Coll die einzigartige Gelegenheit bietet, in Schottland mit Riesenhaien zu schnorcheln. Die Basking Sharks – wie sie auf schottisch genannt werden – verbringen den Sommer über in den planktonreichen Gewässern der Hebriden. Hier können sie von Juli bis Anfang September (fast) hautnah erlebt werden.

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Inhaltsübersicht und Schnellnavigation

Gespanntes Warten auf den Riesenhai
Alle guten Dinge sind drei
Begegnung unter Wasser
Bleibende Erinnerung an den Riesenhai
Über das Auffinden von Riesenhaien
Und wann ist die beste Zeit um die Riesenhaie in Schottland zu sehen?
Riesenhaie – ein paar Fakten
Isle of Coll – Highlights der Hebrideninsel

Gespanntes Warten auf den Riesenhai

Mit den Flossen an den Füßen und aufgesetzten Tauchmasken sitzen wir gespannt auf der Bordwand. Unser Sichtfeld ist durch die Masken stark eingeschränkt. Kurz zuvor hat sich ein Riesenhai gezeigt. Fünf Augenpaare versuchen angestrengt die Rückenflosse des Hais auszumachen. In dem welligen Wasser ist das ziemlich schwierig. Das Boot schaukelt in den Wellen, ich fröstele in meinem nassen Neoprenanzug. Schließlich fordert die Wassertemperatur von etwa 14°C ihren Tribut.

Während ich noch versuche mit meinen Gedanken den Hai anzulocken, zeigt unsere Guidin** Richtung Steuerbord. Wie von einem Magnet angezogen richten sich plötzlich alle fünf Augenpaare in dieselbe Richtung. Denn in etwa zwanzig Meter Entfernung schneidet die Rückenflosse durchs Wasser. Unsere Guidin gibt das Startsignal, ich hole Luft, drücke meine Unterwasserkamera fest an mich und gleite möglichst geräuschlos ins kalte Wasser. Jetzt muss es schnell gehen. Ich flossele so schnell ich kann in Richtung Hai, immer dem erhobenen Arm unserer Guidin hinterher.

**Ich habe das Wort Guidin als Bezeichnung für einen weiblichen Guide mal irgendwo aufgeschnappt. Eigentlich gibt es das Wort gar nicht. Aber mir gefällt die Wortkreation und ich verwende sie gerne.

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Alle guten Dinge sind drei

Es ist unser dritter Versuch, den Riesenhai unter Wasser zu finden. Die ersten Male waren wir nicht schnell genug. So ist der Hai zunächst ungesehen an uns vorbeigezogen oder hat die Richtung geändert. Unter Wasser liegt die Sichtweite bei vielleicht zehn Metern. Deswegen ist das Auffinden des Hais nicht so einfach. Genauso schwierig ist es allerdings auch an der Wasseroberfläche. Denn nur wenn man selbst von einer Welle emporgehoben wird, gibt es eine Chance die Rückenflosse zwischen den Wellenbergen zu entdecken.

Meine Augen suchen die Wasseroberfläche ab. Endlich sehe ich ihn. Seine Rückenflosse ist nur etwa fünfzehn Meter entfernt. Während mein Herz immer schneller klopft, nehme ich meinen Kopf unter Wasser.

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Begegnung unter Wasser

Zuerst sehe ich nichts. Dann bekomme ich einen Schreck. Er ist riesig und kommt direkt auf mich zu. Wie gebannt starre ich auf die Silhouette, die vor mir immer größer und klarer wird. Meine Augen wollen den Hai nicht mehr loslassen. Ich strecke meine Kamera zum Hai. Ohne auf das Display zu sehen, drücke ich den Auslöser. Zeitgleich zieht er mit geschlossenem Maul langsam an mir vorbei. Überglücklich und noch etwas paralysiert vom grade Erlebten treibe ich im Wasser. Links von mir sehe ich zwei andere Schnorchler und paddele auf sie zu. Ich erkenne unsere Guidin mit einem Gast. Sie zeigt in meine Richtung und ich winkte beiden mit einem Grinsen um meinen Schnorchel zu. Noch immer schwelgend im Glück brauche ich eine Weile bis ich schließlich begreife was sie von mir will. Ich drehe also meinen Kopf nach rechts. Direkt neben mir ist der Hai. Noch näher als zuvor.

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Bleibende Erinnerung an den Riesenhai

Die Begegnung mit dem Riesenhai war ein so intensives Erlebnis, das ich wahrscheinlich nie vergessen werde. Nach der zweiten Begegnung fiel ich noch im Wasser schnorchelnd unserer Guidin in die Arme. Dabei bedankte ich mich jubelnd bei ihr und bei dem Riesenhai. Meine Augen waren noch feucht vor Freude. Anschließend wurden wir an Bord mit warmen Getränken und ein paar Keksen versorgt und machten uns dann auf den Heimweg.

Ein großer Dank von mir an das Team von Basking Shark Scotland!

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Über das Auffinden von Riesenhaien

Riesenhaie können in den Gewässern der Hebriden im Sommer, am wahrscheinlichsten in den Monaten Juli bis Anfang September gesehen werden. Danach wandern sie Richtung Süden. Als reine Planktonfresser halten sie sich zum Fressen dort auf, wo das Plankton ist. An ruhigen Tagen ist das an der Wasseroberfläche. An windigen Tagen dagegen, wenn das Wasser durchgemischt wird, ist das Plankton gleichmäßiger im Wasserkörper verteilt. Folglich können die Haie dann auch in tieferem Wasser fressen. Zu Beginn unserer Schnorcheltour haben wir aus diesem Grund keinen Hai gesehen. Doch wir hofften, dass sich die Bedingungen nach Wechsel der Gezeiten ändern werden. Und so war es schließlich auch. Am Nachmittag hatten wir mehr Glück und fanden einen Riesenhai beim Fressen an der Oberfläche. Die Tiere sind unverwechselbar, weil oftmals drei Körperteile gleichzeitig aus dem Wasser auftauchen: die Spitze der Schwanzflosse, die Rückenflosse und die Nasenspitze.

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Und wann ist die beste Zeit um mit den Riesenhaien in Schottland zu schnorcheln?

Riesenhaie wandern im Frühjahr zu den schottischen Hebrideninseln. Damit folgen sie der Planktonblüte und dem Auftreten des Zooplanktons, das sich von dem Phytoplankton ernährt. Zwischen Juli und Anfang September sind die Chancen, Riesenhaie zu sehen, am größten. Da es sich jedoch um wilde Tiere handelt, kann eine erfolgreiche Begegnung nie garantiert werden. Es lohnt also, mindestens zwei oder sogar drei Tage für eine das Schnorcheln mit Riesenhaien in Schottland einzuplanen. Da die Anreise zur Isle of Coll relativ aufwendig ist, wäre es schade, ohne eine Hai-Sichtung wieder heimzukehren.

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Riesenhaie – ein paar Fakten

Biologie

Der Riesenhai ist nach dem Walhai die zweitgrößte Haiart. Er wird über zehn Meter lang und wiegt bis zu mehreren Tonnen. Das Maul kann bis zu einem Meter breit sein und ist mit speziellen Knochen ausgekleidet, mit denen er das Plankton aus dem Wasser herausfiltert. Er ernährt sich ausschließlich von Plankton.

Die Rückenflosse kann bis über einen Meter groß werden, manchmal kippt sie jedoch aufgrund ihres Gewichts und ihrer Größe an der Oberfläche um.

Riesenhaie haben ein sehr kleines Gehirn, dafür aber einen gut entwickelten Geruchsinn. Das Sehvermögen ist schlecht entwickelt und wird vermutlich hauptsächlich zum Erkennen der Lichtverhältnisse und zum Ausweichen bei Hindernissen genutzt.

Die Leber ist das größte Organ und kann bis zu einem Drittel des Körpergewichts ausmachen. Sie enthält ein Öl und wird zudem als Energiequelle in nahrungsarmen Zeiten genutzt. Zusätzlich sorgt sie für Auftrieb im Wasser, da Haie keine Schwimmblase haben. Leider war dieses Öl einer der Gründe, warum die Riesenhaie früher ausgiebig gejagt wurden. Das gewonnene Haifischleberöl wurde anschließend in Lampen sowie für Kosmetika, Parfums und Schmiermittel verwendet.

Bei den Riesenhaien entwickeln sich Jungtiere zuerst in einem Eiersack und werden anschließend lebend geboren. Je „Geburt“ kommen dann bis zu sechs junge Riesenhaie mit einer Länge von etwa 1,5 bis 2 Metern zur Welt.

Ernährung und Migration

Rund um Schottland befinden sich einige der nahrungsreichsten kalten Gewässer der Welt. Jedes Jahr im Frühling kommt es hier zu explosiven Planktonblüten. Dadurch vermehrt sich auch das tierische Zooplankton massenhaft. Auf Grund des reichen Nahrungsangebotes werden die Riesenhaie im Frühjahr angelockt. So fällt auch die bedeutendste Migration der Riesenhaie mit der ersten Planktonblüte des Jahres zusammen. Der Höhepunkt der Migration ist im Hochsommer. Dann können zahlreiche Riesenhaie fressend vor den schottischen Hebriden beobachtet werden. Im September und Oktober wandern die Haie anschließend in Richtung Süden. Ihre Migrationsroute verläuft dabei über den Atlantik nach Neufundland sowie in Richtung Golf von Biskaya und Azoren.

Schutzstatus und Bedrohungen von Riesenhaien

Riesenhaie sind auf der Roten Liste der IUCN als „gefährdet“ und ebenso im Nordostatlantik als „gefährdet“ aufgeführt. Inzwischen sind die Haie in Großbritannien geschützt. Doch in anderen Ländern werden die Tiere noch immer gejagt.

Eine weitere Bedrohung für Riesenhaie ist der im Meer treibende Müll und das Mikroplastik. Denn dieses filtern sie zusammen mit dem Zooplankton aus dem Wasser. Anschließend füllt das Plastik ihre Mägen. Die Tiere können dadurch im schlimmsten Fall mit vollem Magen verhungern.

Außerdem wirkt sich die Klimaerwärmung auf die Haie aus: Denn die Verbreitung bestimmter Zooplanktonarten verlagert sich in den kühleren Norden und es werden Auswirkungen auf die Verbreitung der Riesenhaie sowie Änderungen der Migrationsmuster befürchtet.

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Isle of Coll – Highlights der Hebrideninsel

Auf der Hebrideninsel Isle of Coll findet ihr vor allem viel Ruhe, Natur sowie mehrere wunderschöne Buchten mit weißen Sandstränden. Als Besonderheit gilt darüber hinaus der dunkle Nachthimmel bzw. der tolle Sternenhimmel. Denn auf der ganzen Insel gibt es keine Straßenlaternen, welche den Blick in die Sterne behindern. Hier erfahrt ihr, mit welchen Highlights euch die Isle of Coll begrüßt und was sie so einzigartig macht.


Wart ihr selber schon mal in Schottland mit den Riesenhaien schnorcheln? Habt ihr noch Fragen zu meinem Artikel oder weitere Anregungen? Wenn ja, dann schreibt mir doch einen Kommentar!


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