Mývatn – Wandern und Birdwatching an Islands Mückensee

Mývatn - Wandern und Birdwatching an Islands Mückensee
Mývatn - Wandern und Birdwatching an Islands Mückensee. Hier seht ihr einen Rotschenkel.

Der Mývatn ist nicht nur für seine Milliarden Mücken bekannt, sondern auch für seine reiche Vogelwelt. Viele Hobby-Ornithologen kommen in den Sommermonaten hierher, um neue Arten für sich zu entdecken. Und auch alle, die spektakuläre Vulkanlandschaften lieben, kommen hier auf ihre Kosten. Pseudokrater und surreale Lavalabyrinthe sowie Hochtemperaturgebiete und ein Geothermalbad sorgen für Abwechslung. In diesem Artikel erfahrt ihr alles für euren Besuch am Mývatn. Ich verrate euch die „Must Do’s“ und ihr bekommt außerdem noch zahlreiche praktische Tipps fürs Birdwatching und Wandern am Mývatn.


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Warum den See Mývatn besuchen? Lohnt es sich?
Die 4 schönsten Wanderungen und Spaziergänge am Mývatn
Birdwatching am Mývatn und Sigurgeirs Vogelmuseum
Geothermalbad Mývatn Nature Baths

Wann ist die beste Jahreszeit für einen Besuch des Mývatn?
Wie hinkommen?
Camping am Mývatn

Was gibt es in der Nähe noch zu entdecken?


Warum den See Mývatn besuchen? Lohnt es sich?

Der See Mývatn ist berüchtigt für seine abertausenden Mücken. Die Ursache für die zahlreichen Insekten ist, dass der Mývatn sehr flach ist und zudem von heißen unterirdischen Quellen gespeist wird. Warum ihr ihn trotzdem besuchen solltet? Nun ja, wegen der Mücken ist der Mývatn eines der besten Ziele fürs Birdwatching in ganz Island.

Der Mývatn ist Teil des etwa 40 Kilometer langen Vulkansystem des Zentralvulkans Krafla. Er liegt eingebettet in einer wunderschönen Vulkanlandschaft mit vielen interessanten und abwechslungsreichen Wandermöglichkeiten. Übrigens: Die letzten Ausbrüche in der Gegend fanden von 1975 bis 1984 statt.

Die „Must-Do’s“ am Mývatn

  • Wanderungen bzw. Spaziergänge durch atemberaubende Vulkanlandschaften
  • Birdwatching und ein Besuch in Sigurgeirs Vogelmuseum am Westufer des Mývatn
  • Entspannung im Mývatn Nature Bath

Die 4 schönsten Wanderungen und Spaziergänge am Mývatn

#1 In Teufels Küche – Hochtemperaturgebiet Hverarönd

Hverarönd ist eines von Islands berühmtesten Hochtemperaturgebieten. Es liegt am Fuße des Berges Námafjall, im Osten des Mývatn. Die kochenden Schlammlöcher, die aufsteigenden Dampfsäulen und allem voran der starke Geruch nach Schwefel garantieren euch ein unvergessliches Erlebnis. Auf vorgegebenen Pfaden könnt ihr zunächst einen Rundgang durch das Heißquellengebiet machen. Anschließend führt euch eine Markierung mit gelben Pflöcken bis auf den Gipfel vom Námafjall hinauf. Alles in allem lauf ihr etwa 3 Kilometer. Da ihr aber bestimmt öfters stehen bleibt, um Fotos zu machen, solltet ihr lieber ausreichend Zeit einplanen.

Tipp: Wechselschuhe mitnehmen! Denn der gelbe Schlamm von den Wegen ist ziemlich hartnäckig.

#2 Über das Lavafeld Vogahraun zur heißen Spalte Grjótagjá

Bei dieser Rundwanderung kommt ihr über das Lavafeld Vogahraun und durch ein Birkenwäldchen zu der heißen Spalte Grjótagjá. Die gesamte Strecke beträgt etwa 5,4 Kilometer. Die Landschaft auf der kurzen Wanderung ist sehr abwechslungsreich. Ihr lauft über schwarze Lava- und Aschefelder mit Polsterbewuchs und durch ein kleines Wäldchen mit Krüppelbirken. Am Ende kommt ihr in ein Gebiet mit wassergefüllten, heißen Spalten, wie die Grjótagjá. Wenn ihr selber in der Grjótagjá baden wollt, dann informiert euch am besten vorher über die aktuelle Temperatur. Die kann sich aufgrund wechselnder Zuflüsse verändern.

#3 Die „Schwarzen Burgen“ von Dimmuborgir

Es ist ein Ort wo Elfen und Trolle wohnen könnten. Die „Schwarzen Burgen“ von Dimmuborgir wirken wie Ruinen von Festungen und Türmen. Schnell habe ich das Gefühl, in einer anderen Welt zu wandern.

Die skurrile Lavalandschaft Dimmuborgir besteht aus einem kollabierten Lavasee. Er entstand vor ca. 2300 Jahren, als sich nach einer Eruption die Lava über einen See oder Sumpf schob. Das unter der Lava liegende Wasser wurde dabei erhitzt, bis es anfing zu kochen. Anschließend bahnte sich der Wasserdampf seinen Weg durch Lavaschlote an die Oberfläche. Währenddessen floss die Lava unter der bereits erstarrten Kruste weiter und es bildeten sich Hohlräume. Diese kollabierten im Laufe der Zeit und ließen die wilde Landschaft noch wilder werden.

Ein gut ausgebautes Wegenetz führt euch durch diese surreale Vulkanlandschaft. Eine Rundtour misst etwa 4 Kilometer. Wenn ihr noch etwas mehr wandern wollt, dann bietet sich von hier die Besteigung des 450 Meter hohen Kraters Hverfjell an. Oben angekommen habt ihr einen tollen Rundumblick.

Tipp für alle die nicht genug bekommen: Ihr könnt die Wanderungen 1, 2 und 3 auch prima zu einem Tagesausflug kombinieren und anschließend mit einem Taxi zum Ausgangspunkt zurückfahren.

#4 Pseudokrater Skútustaðagígar

Empfehlen kann ich euch auch einen Spaziergang im Gebiet der Pseudokrater Skútustaðagígar. Diese befinden sich im Süden des Mývatn bei dem Ort Skútustaðir. Die Krater gehören zum Vulkansystem Krafla. Sie entstanden vor Tausenden von Jahren als flüssiges Magma über Wasser floss und das darunter liegende Wasser explosionsartig entwich. Am Parkplatz könnt ihr auf einem Schild die Entstehung der Krater detailliert nachlesen. Ein 3 Kilometer langer Rundweg führt euch an den Kratern vorbei und auf einige hinauf. Unerwegs habt ihr außerdem gute Möglichkeiten zum Birdwatching.


Birdwatching am Mývatn und Sigurgeirs Vogelmuseum

Ihr seid zum Birdwatching zum Mývatn gekommen? Dann findet ihr gute Beobachtungsmöglichkeiten auf der Halbinsel Höfði, bei dem Ort Skútustaðir, am Ufer vom Fluss Laxá sowie rund um Sigurgeirs Vogelmuseum in der Bucht Neslandavík. Hier sind auch Teleskope aufgebaut und ihr könnt die meisten der Brutvögel des Mývatn mit etwas Glück direkt hier vor der Haustür beobachten. Außerdem betreibt das Vogelmuseum drei Beobachtungshütten. Zwei Hütten befinden sich in der Bucht Neslandavík. Eine ist besser für Beobachtungen am Morgen geeignet, die andere für Beobachtungen am Abend (Raufarhóll). Die dritte Hütte steht am Ufer des Kálfstjörn (Kälberteich), am Ostufer des Sees. Sie ist besonders für Abendbeobachtung geeignet. Die Hütten sind nicht frei zugänglich, ihr müsst sie vorher buchen (E-Mail: fuglasafn@fuglasafn.is) und euch den Schlüssel um Vogelmuseum abholen.

In Sigurgeirs Vogelmuseum könnt ihr euch über die Natur des Mývatn und seine Bewohner informieren. Hier seht ihr 280 Vogelpräparate und 300 Vogeleier. Die Ausstellung zeigt fast alle isländischen Vogelarten. Nur zwei fehlen: das Thorshühnchen und der Seeadler. So aus der Nähe merkt man erstmal, wie groß die Tiere überhaupt sind. Beeindruckend! Neben einem kleinen Shop gibt es im Museum ein gemütliches Café. Hier könnt ihr euch nach dem Birdwatching mit einer warmen Suppe aufwärmen.

Birdwatching am Mývatn
Birdwatching am Mývatn: Von links oben nach rechts unten seht ihr eine Spießenten-Mutter mit Kücken, ein Pfeifenten Männchen, einen Eistaucher, ein Kücken von der Spießente und einen Rotschenkel.

Welche Vogelarten leben am Mývatn? Hier nur einen Auswahl – es sind noch mehr!
Reiherenten, Spatelenten, Bergenten, Pfeifenten, Krickenten, Mittelsäger, Kragenenten, Spießenten, Singschwäne, Graugänse, Kurzschnabelgänse, Eistaucher, Sterntaucher, Odinshühnchen, Ohrentaucher, Lachmöwen, Küstenseeschwalben,  Schneehühner, Gerfalken, Sumpfohreulen, Merline sowie verschiedene Arten von Watvögeln (z.B. Brachvogel, Rotschenkel, Bekassine) und Sperlingsvögeln.

Tipp: Wenn ihr bestimmte Arten beobachten wollt, dann fragt am besten im Museum nach den besten Beobachtungsplätzen für die jeweilige Art. Hier liegt auch ein Berichtsbuch aus, von Sichtungen eingetragen werden können. Lust auf ein bisschen Fachsimpeln? Hobby-Ornithologen treffen sich täglich um 14:00 Uhr im Museum, um sich auszutauschen.


Geothermalbad Mývatn Nature Baths

Entspannt euch nach euren Wanderungen am Mývatn am besten bei einem warmen Bad. Wassertemperaturen von 38°C bis 40°C lassen die Muskeln auch bei kalten Außentemperaturen wieder weich werden. Die Öffnungszeiten des Mývatn Nature Baths sind im Sommer bis Mitternacht, im Winter bis 22 Uhr. Ein Cafe bietet Snacks an.

Tipp: Geothermisches Wasser in Island enthält normalerweise etwas Schwefel. Bevor ihr euch in die Fluten stürzt, solltet ihr deswegen Schmuck aus Messing oder Silber abnehmen. Er kann sonst schwarz anlaufen.

Ein paar Fakten zum Mývatn:
Der See Mývatn ist der viertgrößte See in Island. Er hat 40 Inseln.
Fläche: 37 km²
Maximale Tiefe: 4,2 m
Durchschnittliche Tiefe: 2,3 m
Alter des Sees: etwa 2000 Jahre


Wann ist die beste Jahreszeit für einen Besuch des Mývatn?

Der See Myvatn ist im Sommer ein tolles Reiseziel. Aber wie sieht es hier im Winter aus? Da der See aufgrund der heißen Quellen im Winter nicht komplett zufriert, könnt ihr auch im Winter Vögel am Mývatn beobachten. Es sind nicht mehr so viele Arten da, aber ihr habt Chancen auf Singschwäne, Spatelenten, Gänsesäger und Stockenten. Im April kommen dann die ersten Zugvögel. Die beste Zeit für Birdwatching am Mývatn sind Mai und Juni. Doch auch den ganzen Sommer über könnt ihr viele Arten beobachten. Während der Brutzeit (15. Mai bis 15. Juli) ist allerdings der Zutritt zum Nordwestufer des Sees und zu den angrenzenden Feuchtgebieten nicht erlaubt.

Wanderungen sind auch im Winter möglich. Dabei hat die verschneite Lavalandschaft ihren ganz besonderen Reiz. Auch das Geothermalbad hat im Winter geöffnet. So könnt ihr euch nach einer Winterwanderung gleich aufwärmen.

Wie hinkommen?

Der Mývatn liegt an der Ringstraße. Wenn ihr Island einmal umrundet, dann stolpert ihr sozusagen über den See. Die Entfernung von Reykjavik beträgt 470 Kilometer. Von Akureyri sind es nur 83 Kilometer.

Ihr könnt auch den See mit dem Auto umrunden. Das ist ein ganz toller Mini-Roadtrip, bei dem ihr an vielen Highlights der Region vorbeikommet. Die Strecke beträgt etwa 36,2 Kilometer und ist gut und einfach zu fahren.


Camping am Mývatn

Am Mývatn findet ihr drei Campingplätze. Leider nimmt keiner von ihnen an dem Programm der Camping Card teil. Sie befinden sich alle am Nordostufer des Sees, in bzw. in der Nähe des Ortes Reykjahlíð. Hier, in dem Hauptort am Mývatn gibt es außerdem einen Supermarkt, eine Tankstelle sowie eine mit Computern ausgestattete Touristinformation.

Wir hatten unser Zelt für drei Nächte auf dem Campingplatz Mývatn aufgestellt. Dabei haben wir einen tollen Stellplatz für unser Tipi ergattert mit freiem Blick auf das Seeufer. Während wir im Zelt den Regen abwarteten, konnten wir aus dem offenen Eingang die Enten beobachten. Ein perfekter Ort zum Birdwatching am Mývatn.

Etwas weiter südlich findet ihr noch den Campingplatz Vogar. Nördlich von Reykjahlíð gibt es außerdem noch den Campingplatz Hlid. Der kleine Platz liegt etwas erhöht und bietet einen tollen Blick über den See.

Mückenalarm!
Der Mývatn ist bekannt für seinen Mückenreichtum. Hier kommt es manchmal zu einem Massenauftreten der Zuckmücken. Doch glücklicherweise stechen diese Mücken nicht. Aber wenn sie in dichten Wolken ums Gesicht schwirren, in Augen Mund und Nase eindringen, werden sie schnell zur Belastung. Dann braucht ihr ein gutes Mückenspray und eventuell sogar ein Mückennetz für den Kopf. Achtet darauf, dass das Mückennetz schwarz gefärbt ist. Es bietet eine bessere Durchsicht, als helle Netze. Zu kaufen gibt es die Mückennetzte zum Beispiel an Tankstellen.
Und denkt dran: Immer schön das Mückennetz vom Zelt schließen!

Was gibt es in der Nähe noch zu entdecken?

Der Mývatn ist eine Station des sogenannten „Diamond-Circle“, einer im Norden Islands gelegenen Rundstrecke. Die Route führt euch auf ca. 260 Kilometern an einigen der schönsten und beeindruckendsten Landschaften Islands vorbei. Durch die eher abgelegene Lage im Nordosten der Insel ist diese Strecke weit weniger besucht als der berühmte Golden Circle im Südwesten. In meinem separaten Artikel Der Diamond-Circle – Islands Highlights im Norden erfahrt ihr mehr über die anderen Stationen, die ihr entdecken könnt.


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