Bodie – Besuch einer Geisterstadt aus Goldgräberzeit

Bodie - eine Geisterstadt aus Goldgräberzeit
Bodie - eine Geisterstadt aus Goldgräberzeit

Jeder, der Lost Places mag, wird Bodie in Kalifornien lieben. Zu Zeiten des Goldrausches war Bodie eine florierende Stadt mit mehreren Saloons, Brauereien, Chinesenviertel und Bordellen. Doch heute stehen nur noch etwa 5 % der damaligen Gebäude. Sie erinnern an die Zeit des Wilden Westens – eine Zeit der Goldgräber und Gesetzlosen. Hier fühle ich mich in die Szenerie eines Westerns versetzt: links und rechts schiefe Holzhäuser, der Wind weht den Staub über die Straßen, irgendetwas klappert im Wind. In dem zugehörigen Museum könnt ihr noch tiefer in die Geschichte eintauchen. Denn hier sind viele Gegenstände aus der damaligen Zeit ausgestellt, von der Opiumpfeife bis hin zur schwarzen Kutsche der Leichenbestatter. In meinem folgenden Artikel erfahrt ihr mehr über die Geisterstadt und was ihr bei einem Besuch von Bodie sehen könnt. Außerdem bekommt ihr eine Idee wieviele Fotomotive hier auf euch warten.


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Goldrausch in Bodie
Bodie wird zur Geisterstadt

Eindrücke aus einem der schönsten Lost Places Kaliforniens
Anreise, Öffnungszeiten, Preise


Goldrausch in Bodie

Nachdem der Goldrauch im Westen der Sierra Nevada sich 1849 dem Ende neigte, brachen die ersten Goldgräber in den Osten der Sierra Nevada auf. Schließlich entdeckte William S. Bodey im Jahr 1859 hier erstes Gold. Nach ihm wurde dann die Goldgräbersiedlung benannt, die sich hier in den folgenden Jahren aus dem Staub der Sierra entwickeln sollte.

Der Goldabbau lief zunächst im kleinen Stil. Doch dann wurde im Jahr 1875 eine wertvolle Goldader entdeckt. Bodie boomte und zählte schließlich zu seiner Blütezeit 7000 bis 8000 Einwohner. Von 1877 bis 1881 wurden im District Bodie 30 Goldminen sowie 9 Stempelmühlen zum Extrahieren der Metalle betrieben.

Doch die Goldgräbersiedlung Bodie zog nicht nur die Goldgräber und Händler an. Auch die bösen Burschen und wilden Kerle kamen und brachten Bodie einen entsprechenden Ruf ein. Alle zusammen füllten die mehr als 60 Saloons, die Bordelle sowie die Opiumhöhlen in Chinatown.

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Bodie wird zur Geisterstadt

Doch schon 1881 wurden die ersten Minen unrentabel und mussten schließen. Der Goldabbau war die einzige Einnahmequelle der Stadt, daher verloren viele Leute ihre Arbeit und wanderten ab. In den Jahren 1892 und 1932 zerstörten dann zwei große Brände viele Gebäude. Der Goldabbau wurde danach noch bis in das Jahr 1942 weiter betrieben doch dann in den 1960ern schließlich komplett aufgegeben. Bodie wurde zur Geisterstadt und die Goldminen, die insgesamt Gold im Wert von etwa 100 Million US Dollar einbrachten, wurden verlassen.

Die Familie des letzten größeren Landbesitzers James. S. Cain bezahlte seitdem Wachleute, die sich um Bodie gekümmert und es vor Vandalismus geschützt haben. In 1962 hat dann der California State Park die alte Goldgräbersiedlung Bodie gekauft, um die historischen Gebäude und Artefakte zu schützen. Der Schutz wird seitdem im Sinne eines sogenannten „Arrested Decay“ betrieben. Das bedeutet, die Gebäude werden nicht restauriert. Lediglich Fenster, Dächer oder Fundamente werden repariert.

Bodie Photography Workshops
Das beste Licht für Fotos findet ihr vor Sonnenaufgang und nach Sonnenuntergang. Bodies Öffnungszeiten erlauben allerdings weder das eine, noch das andere. Doch die Bodie Foundation bietet von Mitte Mai bis Mitte Oktober Foto Workshops an. Dann könnt ihr Bodie auch vor Sonnenaufgang betreten oder nach Sonnenuntergang verlassen. Ihr könnt mit ein paar Leuten eigene Workshops anmelden oder euch bei bereits terminierten Gruppen anmelden.

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Eindrücke aus einem der schönsten Lost Places Kaliforniens

Aufgrund des trockenen Klimas sind die Gebäude noch in einem guten Zustand und die alte Goldgräbersiedlung Bodie ist heute die besterhaltene Geisterstadt der USA. In vielen Gebäuden könnt ihr noch die Inneneinrichtung durch die Fenster sehen. Beispielsweise in dem alten Boone Store oder in dem Schulhaus, welches noch bis 1942 als solches genutzt wurde. Einzelne Gebäude dürfen sogar betreten werden. In ihnen ist zum Teil die Einrichtung noch enthalten. Manche Gebäude sind benannt nach ihren Funktionen, manche nach den Personen, die in ihnen lebten.

In der Geisterstadt Bodie sind noch 170 Gebäude erhalten. Darunter sind neben der alten Goldmine unter anderem eine Kirche, ein Schulgebäude, eine Shell-Tankstelle, eine Geschäft, ein Gefängnis, Hotels sowie mehrere Wohngebäude. Außerdem gibt es mehrere rostende Autos, Kutschen und Karren, die tolle Fotomotive abgeben. Plant für euren Besuch mindestens zwei bis drei Stunden ein. Am besten morgens oder am späteren Nachmittag, denn dann ist das Licht zum Fotografieren am schönsten. 

Geräte von der Red Cloud Mine

Die Geräte wurden von der Red Cloud Mine hierher gebracht und stehen nun gegenüber des Parkplatzes. Die große Holzstruktur wird Kopfrahmen oder Galgenrahmen genannt. Er stand einst über dem Hubwerk des Vertikalschachts der Mine. Darunter befinden sich Käfige, die Bergleute, Erz und Gesteinsabfälle transportierten.

McDonnell / Dolan Haus

Das McDonnell / Dolan Haus ist das erste Gebäude, das ihr seht, wenn ihr vom Parkplatz kommt.

Methodisten Kirche

Die Methodisten Kirche wurde in 1882 erbaut und ist die einzige erhaltene Kirche in ganz Bodie. E.J. Clinton, Chef einer Mining Company in den 1920ern, hat die Kirche aus eigenen Mitteln restaurieren lassen. Im Innern sind noch die Bänke und die Orgel erhalten.

Miners Union Hall (Museum)

In der ehemaligen Miners Union Hall ist heute das Museum mit einem kleinem Souveniershop eingezogen. Hier bekommt ihr auch weitere Informationen über geführte Touren und Veranstaltungen. Das Gebäude wurde 1878 errichtet und war Bodies Zentrum des Gesellschaftslebens. Es war Treffpunkt für die Union Mitglieder, führte religiöse Veranstaltungen durch, Bälle am Independence Day und Maskenbälle, Weihnachtsfeiern.

Feuerwehrstation

Die Feuerwehrstation wurde 1930 von der California Conservation Corps wieder aufgebaut. Die größten Feuer brannten in Bodie  In den Jahren 1892 und 1932. Dem Feuer in 1892 fielen 60 Gebäude zum Opfer.  Unerwartete Schwierigkeiten  machten die Feuerbekämpfung nicht einfacher: ein Ventil, das sich nicht öffnen ließ, verstopfte Wasserleitungen oder schlicht und einfach Wassermangel.

Schule

Die Schule wurde damals als Bon Ton Lodging House gebaut. Eine Schule wurde es erst, nachdem die erste Schule niedergebrantt war. In der Zeit von 1879 bis 1880 hatte die Schule mit 615 Schülern ihre Blütezeit. Im Jahr 1942 wurde sie geschlossen. Durch die Fenster könnt ihr noch die Einrichtung sowie Unterrichtsmaterialien aus damaliger Zeit sehen.

Die große Goldgräbermine

Die Gebäude der großen Goldgräbermine und die Umgebung sind leider nicht sicher. Daher ist das Areal abgezäunt und kann nur im Rahmen einer geführten Tour betreten werden. Diese werden nur im Sommer angeboten. Informationen zu geführten Touren erhaltet ihr in dem Museum. Die Standard Mill war das erfolgreichste von den 30 Bergbauunternehmen, die in Bodie arbeiteten. Aus der Mine wurden über einen Zeitraum von 38 Jahren mehr als 18 Millionen US-Dollar Gewinn erzielt. Die Gebäude wurden 1899 errichtet, nachdem ein Feuer 1898 die ursprünglichen Gebäude zerstört hatte.

Swasey Hotel

Horace F. Swasey hat das zweistöckige Hotel im Jahr 1894 gekauft. Es beherbergte zudem ein Klamottengeschäft und später auch ein Casino. Wie es so schief da steht war es für mich eines der schönsten Häuster der Ghosttown.

Boone Store and Warehouse

Der Laden Boone Store and Warehouse, der 1879 gebaut wurde, war einer von mehreren Gemischtwarenläden in der Stadt. Die Ladeneinrichtung ist noch immer da.

Wheaton & Luhrs Store

In den frühen 1880ern bauten George H. Wheaton und Nicholas C. Luhrs  ihr Geschäft. An der Frontfassade ist der spätere Name des Geschäftes – Bodie Store – noch zu sehen. Im Jahr 1910 entstanden hier die Büroräume für die Hydroelectric Company, welche die Stadt mit Strom aus dem Lundy Canon versorgte. In den 1920ern wurde das Gebäude zu einem Hotel umgenutzt.

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Anreise, Öffnungszeiten, Preise

Bodie erreicht ihr von Lee Vining aus kommend über den Highway 395 Richtung Norden. Nach 29 Kilometern zweigt die Hauptstraße CA-270 E Richtung Bodie ab. Die letzten 5 Kilometer sind eine holprige Schotterpiste zum Teil mit Wellblechprofil. Warum die letzten 5 Kilometer nicht ebenfalls asphaltiert wurden ist mir ein Rätsel. Möglicherweise als authentische Einstimmung auf die historische Stätte Bodie?

Der State Historic Park Bodie ist ganzjährig geöffnet, im Winter (Anfang November bis Mitte März) von 9 bis 16 Uhr, im Sommer (Mitte März bis Ende Oktober) von 9 bis 18 Uhr. Allerdings wird die Straße nach Bodie im Winter nicht geräumt und ist dann aufgrund des Schnees nicht passierbar. Der Eintritt kostet 8 US-Dollar.

Die Geisterstadt Bodie könnt ihr während eures Besuchs am besten auf eigene Faust erkunden. Hilfreich ist dafür eine kleine Broschüre, die ihr beim Ticketverkauf für 2 US-Dollar erwerben könnt. Ein Nachteil ist jedoch, dass ihr die alte Goldmine nicht ohne Guide begehen dürft. Wenn ihr die Mine besichtigen wollt, dann könnt ihr an der täglich stattfindenden „Ghost Mill Tour“ teilnehmen. Dreimal im Sommer werden auch abendliche „Ghost Walks“ angeboten.

Bodie liegt auf einer Höhe von 2.554 Metern. Aufgrund der Höhenlage kann es kalt sein. Es gibt saubere und geheizte Sanitäreinrichtungen aber leider kein Cafe zum Aufwärmen. Also neben einer warmen Jacke auch Proviant selber mitbringen.


Tipp: Wenn ihr durch Lee Vining fahrt, dann kann ich euch einen Abstecher zu dem schönen Salzsee Mono Lake sehr empfehlen.

Wart ihr selber schon mal in der Geisterstadt Bodie? Wie hat es euch gefallen? Habt ihr noch Fragen zu meinem Artikel oder Anregungen? Wenn ja, dann schreibt mir doch einen Kommentar!

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