Pinguine – Tipps für tolle Pinguinfotos

Pinguine - Tipps für tolle Pinguinfotos
Pinguine - Tipps für tolle Pinguinfotos

Antarktis. Es wirkt wie der Winterschlussverkauf in Berlin. In Massen strömen sie von links nach rechts. Dann von rechts nach links. Danach bleiben sie stehen, bilden Grüppchen und scheinen sich zu unterhalten. Sie schauen neugierig zu mir hinüber. Reden sie etwa über mich? Von der Seite nähert sich ein mutiger Bursche. Er bleibt kurz Meter vor mir stehen, schaut mich unverwandt an und beginnt anschließend sein Gefieder zu putzen. Der mutige kleine Bursche gehört zu einer Kolonie Adeliepinguine. Zusammen mit den Eselspinguinen haben sie die Bucht bei Browns Bluff fest im Griff. Es sind tausende. In meinem folgenden Artikel verrate ich euch meine besten Tipps wie ihr tolle Pinguinfotos macht.



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Pinguine – Liebe auf den ersten Blick
Tipps für Pinguinfotos
Regeln für Pinguinbegegnungen
Der Pinguinkalender: Wann siehst Du was?
Galerie Pinguine – Tipps für tolle Pinguinfotos


Hier kommt ihr zu der Übersicht über alle Berichte von meiner Antarktis-Reise.


Pinguine – Liebe auf den ersten Blick

Pinguine machen glücklich. Ich habe es ja bereits schon vor meiner Reise in die Antarktis und nach Patagonien geahnt. Jedoch ich hatte keine Vorstellung davon, wie sehr mich die possierlichen Tiere in ihren Bann ziehen. Meine ersten Pinguine waren die Königspinguine von Feuerland im Parque Pingüino Rey. Majestätisch standen sie in kleinen Grüppchen herum und balancierten ihre Eier zwischen Füßen und Bauchfalte. Deutlich näher bin ich dann aber den Magellan- und Eselspinguinen der Isla Martillo bei Ushuaia gekommen. Denn dort wurden wir auf abgesteckten Pfaden durch die Brutkolonien geführt. Hier erfährst du mehr über meinen Spaziergang mit den Pinguinen der Isla Martillo im Beagle-Kanal.

Bereits diese ersten Begegnungen mit Pinguinen haben mich verzaubert. Beim Beobachten und Fotografieren fing ich an, die Zeit zu vergessen. Doch was ist es eigentlich, was die Pinguine so faszinierend macht? Und was genau habe ich versucht mit meinen über 3.000 Pinguinfotos festzuhalten?

Erstens sehen sie mit ihren rundlichen Formen einfach putzig aus. Zweitens wirken sie schutzwürdig. Denn sobald sie mit ihren kleinen Flügeln und kurzen Beinen an Land laufen, sind sie unbeholfen. Drittens meinte ich, bei den Pinguinen menschliche Verhaltensweisen zu erkennen. Denn ganz offensichtlich hielten sie Kaffeeklatsch, sie stritten sich oder waren zärtlich zueinander. Außerdem beäugten sie ihre Küken mit kritischen Elternaugen. Sie zeigten verschiedene Gesichtsausdrücke, die ihnen somit eine Persönlichkeit gaben. So wurde es auch nach langer Zeit nie langweilig, sie zu beobachten. Denn immer wieder konnte ich aufs Neue ihre Einzigartigkeit bildlich einfangen. Kurz gesagt: ich freute mich auf jeden Einzelnen.

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Tipps für tolle Pinguinfotos

Damit ihr ihr nach eurer Reise zu den Pinguinen tolle Erinnerungsfotos habt, verrate ich euch nun meine besten Tipps für Pinguinfotos.


1. Tipp: Belichtungskorrektur

Fotografieren in Eis und Schnee ist stets eine Herausforderung für die Einstellung der Belichtung. Denn sobald der Pinguin von Schnee und Eis umgeben ist, wird bis zu 90% des Lichtes reflektiert. Und diese viel höhere Reflexion ist auszugleichen. Andernfalls entstehen unterbelichtete Bilder. Oder genauer gesagt: die Einstellung der Blende muss korrigiert werden. Experimentiert mit eurer Blende und nehmt dabei am besten verschiedene Einstellungen bei demselben Motiv vor. Viele Kameras bieten zudem sogenannte „Bracketings“. Bei diesen könnt ihr vorher eingestellte Belichtungsreihen aufnehmen.

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2. Tipp: Seid geduldig

Setzt euch eine Weile hin, seid geduldig und lasst die Tiere auf euch zukommen. Pinguine sind meist sehr neugierig. Vorbeilaufende Tiere bleiben auch mal direkt vor einem stehen und mustern einen. Dabei solltet ihr aber nicht im Weg stehenbleiben sondern ihn mit ausreichend Abstand für den Pinguin freigeben.

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3. Tipp: Schaut genau hin

Es gibt in einer Pinguinkolonie immer was zu Neues entdecken. Schaut genau hin, dann könnt ihr je nach Saison verschiedenstes Pinguinverhalten entdecken. Und im besten Falle auch mit der Kamera einfangen: Brütende Tiere, Küken, Fütterungen, Nestbauen, Verteidigung des Nestes und des Baumaterials (Steine), Gefiederpflege, Socialising, Wärmeregulierung, Paarung. Verschafft euch bei größeren Brutkolonien zunächst einen Überblick über das Geschehen und mögliche Motive. Denn das ist besser, als wild drauflos zu fotografieren. Oft hilft es auch, wenn ihr in Kontakt mit den Guides bleibt und euch Besonderheiten über die Kolonie erzählen lasst.

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4. Tipp: Perspektive

Begebt euch auf Augenhöhe mit den Pinguinen. Also ab in den Schnee, hinknienen oder am besten auf den Bauch legen. Dabei aber aufpassen, dass ihr euch nicht der Länge nach in Pinguinschmutz legt. Denn den müsst ihr sorgfältig wieder beseitigen, bevor ihr an Bord geht.

Auch ein einzelner Pinguin in der weißen Weite der Eisfelder ist ein tolles Motiv.

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5. Tipp: Nutzt das natürliche Licht

Die Pinguinkolonien und Wege zu diesen werden in den meisten Fällen von den Guides vorgegeben. Daher seid ihr bei der Wahl eurer Fotoposition etwas eingeschränkt. Schaut von welcher Richtung das Licht kommt. Sofern möglich, wählt für eure Pinguinfotos eine Kolonie aus, die von der Sonne angeschienen wird.

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6. Tipp: Sucht nach Details

Dies ist einer meiner liebsten Tipps für tolle Pinguinfotos. Denn manchmal ergibt sich die Gelegenheit für tolle Porträts von Pinguinen. Versucht dabei Detailaufnahmen zu machen. Beispielsweise von den Augen oder dem Schnabel mit seinen kleinen „Zähnchen“ auf der Zunge und am Oberkiefer.

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7. Tipp: Fotos vom Schiff / Boot

Es ist nicht einfach, die Pinguine vom Schiff aus zu fotografieren. Aber es ergeben sich dabei tolle neue Perspektiven. Mit etwas Glück, könnt ihr einen Pinguin im „Schwimmflug“ erwischen. Eine ruhige Hand, ein guter Bildstabilisator und eine kurze Verschlusszeit helfen dabei. Achtet darauf, immer einen wasserdichten Beutel oder sonstigen Schutz im Zodiac dabei zu haben. Denn eine Zodiac Fahrt kann auch bei Sonnenschein ziemlich nass werden.

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8. Tipp: Teleobjektiv mit/ohne Stativ

Mit einem Teleobjektiv kommt ihr auch mit ausreichendem Abstand „nah ran“ an die Tiere. Darüber hinaus könnt ihr so auch eine schöne Hintergrundunschärfe erreichen. Aber überlegt vorher, ob ihr bei dem jeweiligen Landgang wirklich ein Stativ braucht. Denn oft ist es auch hinderlich. Viele Kameras und Objektive haben bereits einen sehr guten Bildstabilisator, so dass ihr oft auf ein Stativ verzichten könnt.

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9. Tipp: Beispielen folgen

Die meisten Schiffe, die in die Antarktis fahren, sind mit einer umfassenden Schiffsbibliothek ausgestattet. Schaut euch dort die Bildbände an. Ich bin sicher, dass ihr die ein oder andere Anregung daraus gleich bei eurem nächsten Landgang umsetzen könnt.

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Regeln für eine Begegnung mit Pinguinen

Doch bei aller Begeisterung möchte ich hier noch auf ein paar Verhaltensregeln hinweisen. Diese sind sogar noch wichtiger sind als alle meine Tipps für Pinguinfotos. Sicherlich werdet ihr diese Regeln auch so ähnlich von euren Guides erklärt bekommen:

  • Achtet immer darauf, die Tiere durch eure Annäherung nicht zu einer Änderung ihres natürlichen Verhaltens zu bringen.
  • Auf keinen Fall rennen, schreien, anfassen oder füttern.
  • Haltet immer die vorgegebenen Abstände ein, in der Regel 5 Meter. Umringt die Tiere nicht und versperrt niemals den Fluchtweg in Richtung Wasser. Pinguine haben immer „Vorfahrt“. Bleibt zudem hinter eventuell eingerichteten Absperrungen bzw. auf Pfaden.
  • Ein ausreichender Abstand dient außerdem auch eurer eigenen Sicherheit. Eine Verletzung durch einen Pinguinschnabel kann mitunter zu ernsten Infektionen führen.
  • Keine Federn, Eierschalen oder Steine mitnehmen. Die Pinguine brauchen die kleinen Steine für den Bau ihrer Nester.
  • Fussstapfen können für Pinguine zu einer tödlichen Falle werden. Versucht also, keine zu hinterlassen. Vorhandene tiefe Fussstapfen könnt ihr einfach mit Schnee auffüllen oder so verbreitern, dass die Pinguine wieder hinausklettern können.

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Der Pinguinkalender: Wann sehr ihr was?

Je nachdem, wann ihr in die Antarktis reist, könnt ihr Pinguine bei verschiedenen Verhaltensweise beobachten: beispielsweise bei der Paarung, Nestbau, Brüten oder bei der Aufzucht von Küken. Der Brutzyclus von drei häufig zu sehenden Pinguinarten folgt dabei in der Regel dem untenstehenden Schema. Abweichungen können sich jedoch aufgrund der Witterung ergeben. Denn wenn die Brutfelsen zu lange von Schnee bedeckt sind, können die Nester nicht gebaut werden. Dadurch verschiebt sich die Brutzeit dann etwas nach hinten. Auf unserer Reise haben wir die ersten Küken der Eselspinguine am 29. Dezember gesehen.

Brutzyclus der Pinguine auf der Antarktischen Halbinsel

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Gallerie Pinguine – Tipps für tolle Pinguinfotos

In meiner Gallerie habe ich noch mehr Pinguin-Fotos für euch. Die Bilder sind während meiner Reise zur Antarktischen Halbinsel im Winter 2018/2019 entstanden. Alle Fotos habe ich mit der Canon 5d Mark III gemacht, die meisten davon mit dem Telezoom EF 100-400mm f/4.5-5.6L IS II USM ohne Stativ. Mehr zu meiner Fotoausrüstung könnt ihr hier nachlesen.


Habt ihr selber schon mal Pinguine in der freien Natur gesehen? Wo war es und welches sind eure Lieblinge? Habt ihr noch Fragen zu meinem Artikel oder noch weitere Tipps für tolle Pinguinfotos? Wenn ja, dann schreibt mir doch einen Kommentar!


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