Was für das Alltagsleben zu Hause gilt, wird während einer Wander- oder Paddeltour noch viel wichtiger: Der beste Müll ist der, der gar nicht erst entsteht. Denn bis zum nächsten Mülleimer können es gut und gerne mal zig Kilometer Strecke sein. Müllvermeidung auf einer Trekking-Tour kann ganz einfach nud manchmal auch richtig lecker sein – Verpackungen sparen, Umverpacken, Snacks und Trekkingnahrung selber herstellen, Alternativen finden oder mal auf was verzichten.

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In der Fronttasche findet auch der Müll noch einen sicheren Platz

#1 Leckere Riegel und Snacks selbst herstellen

Müsliriegel dürfen auf keiner Wandertour fehlen. Doch grade bei diesen beliebten Energiespendern ist das Verhältnis zwischen Nahrung und Verpackung besonders ungünstig. Aber dafür gibt es eine ganz einfache Lösung: Müsliriegel selbst herstellen und mehrere zusammen in einen wiederverschließbaren Zipp-Beutel packen.

Frucht-Nuss-Riegel und Erdbeeren für das Frühstücksmüsli
Fruchtleder aus Apfelmus, Chiasamen und Kürbiskernen.

#2 Leere Verpackungen weiter benutzen

Manche Verpackungen, beispielsweise von Müsli oder die Beutel von Studentenfutter und Trockenfrüchten sind sehr stabil. Viel zu schade, um sie wegzuwerfen. Schnell ein bisschen sauber machen und dann gleich weiter benutzen als neue Verpackung für angefangene Essensvorräte. Noch ein Gummiband drum und es sitz und hält. Das geht auch zu Hause. Ich hab grade meine selbstgemachten Müsliriegel in eine gesäuberte, alte Verpackung gesteckt.


#3 Trekkingnahrung selbst herstellen & Unverpackt-Läden

Portionsweise verpackte Trekking-Mahlzeiten oder Instantnudeln füllen den Müllbeutel auf Tour schnell auf. Müllsparender ist es, wenn ihr eure Trekkingnahrung selbst herstellt und gleich mehrere Portionen in einem wiederverwendbaren Zipp-Beutel abfüllt.

Gibt es in eurer Stadt einen Laden, wo ihr verpackungsfrei einkaufen könnt? In Berlin geht das zum Beispiel im Original Unverpackt in Kreuzberg oder im Fair unverpackt in Charlottenburg. Auch die Biosupermarktketten Bio Company, Veganz und Denn’s Biomarkt haben in einigen ihrer Filialen Unverpackt-Stationen eingerichtet.

Eine leckere, bunte Mischung: Linsen, Zucchini, Paprika, Mais und Lauchzwiebeln. Es dauert eine Weile, bis man alle Zutaten getrocknet hat, aber es schmeckt 1000-mal besser, als das gekaufte Trekkingfood. Nur kurz aufkochen, eine Weile ziehen lassen und am Ende noch etwas Butter oder Öl dazu geben.
Die getrockneten Erbsen und Maiskörner lasse ich einweichen und mische sie später unter den Kartoffelbrei. Der Zipp-Beutel wird ausgewaschen und solange verwendet, bis der Zipper kaputt geht oder ein Loch im Plastik ist.

#4 Nachfüllbare Flaschen anstelle PET-Flaschen

Auch wenn PET-Flaschen hierzulande über ein Pfandsystem wieder eingesammelt und recycled werden. Es kostet trotzdem Energie, diese herzustellen, zu transportieren, abzufüllen, einzusammeln und zu recyeln. In vielen Ländern werden PET-Flaschen auch nicht getrennt gesammelt und landen auf der Müllkippe. Besser ist es, gleich wiederverwendbare Flaschen zu benutzen, wie beispielsweise die Nalgen-Flaschen. Auf einer Trekkingtour hat man ja ohnehin seine nachfüllbaren Flaschen oder Trinkblasen und ggf. etwas zur Trinkwasseraufbereitung dabei. Anders sieht es vielleicht aus, wenn ihr mit dem Camper unterwegs seid. Aber auch da könnt ihr eure Kanister wieder befüllen und braucht keine Flaschen zu kaufen.

Einfach unverwüstlich: die Nalgene Flaschen

#5 Einweg-Minifläschchen vermeiden

Wer kennt sie nicht, die Minifläschchen mit Shampoo und Duschgel in Hotels oder die Regale mit den Reiseartikeln in der Drogerie. Wer auf Tour geht, will natürlich nicht die 500 ml Flasche Duschgel mitnehmen, daher sind die Minifläschchen sehr praktisch und landen schnell im Einkaufskorb oder werden aus Hotels stibitzt. Als ich ein kleines Kind war, brachte mein Opa mir von seinen Seniorenreisen immer eine Sammlung von Seifen, Duschgels und Shampoos mit. Ich hatte zwei Riesenbeutel. Was war das für ein Schatz damals!

Doch auch hier gibt es gleich mehrere umweltfreundlichere Alternativen: Wenn Minifläschchen, dann achtet darauf, dass ihr es nachfüllen könnt. Einige Fläschchen sind sehr stabil und schließen auch zuverlässig. Es muss also gar nicht die teure Flasche von dem Outdoorausstatter sein. Anstelle von flüssigem Duschgel und Shampoo könnt ihr auch einfach feste Seife oder festes Shampoo in einer Box mitnehmen. Da geht zum Beispiel die gute alte Kernseife oder die Bioprodukte von Lush. Flüssige Produkte gibt es bei Lush übrigens in dicht verschraubbaren Behältern, die ihr bei Lush zur Wiederverwendung abgeben könnt.


#6 Weniger Seife benutzen

Auch Abwaschwasser ist Abfall und schadet der Natur. Verwendet sie daher unterwegs sparsam und immer mit ausreichend Abstand (min. 60 Meter) vom Gewässer. Das Abspülen des Geschirrs klappt auch alleine mit heißem Wasser oder mit einem Sandpeeling ausgezeichnet. Auch eure Shirts und Socken brauchen gar nicht so viel Waschmittel: hängt sie einfach über Nacht ins Wasser und lasst sie ordentlich einweichen.


#7 Taschentücher und Klopapier

Ok, das ist jetzt vielleicht nicht ganz so salonfähig, dafür aber super praktisch: anstelle sich die Taschen mit benutzten Taschentüchern auszustopfen, schnaubt einfach in die Natur. Nehmt ein Blatt von einem Baum oder einer Pflanze oder schnaubt mit einem zugehaltenen Nasenloch direkt auf den Boden.

Dann geht’s noch einen Schritt weiter: Genauso wie natürliche Taschentücher gibt es natürlich auch natürliches Klopapier wie Laubblätter, glattgeschliffene Steine oder Schnee.


#8 Essensreste vermeiden

“Iss deinen Teller leer, dann gibt es morgen gutes Wetter!” Wer kennt diesen Satz nicht? Zu Hause stellt man die Reste einfach in den Kühlschrank und wärmt sie am nächsten Tag wieder auf. Auf Tour ist das nicht ganz so einfach, je nach Temperatur können Essensreste schnell ungenießbar werden. Eine gute Essensplanung oder ein flexibler Magen helfen, Essensreste zu vermeiden. Wenn es die Witterung erlaubt, dann hilft auch eine gut verschließbare Tupperbox.

Ein Rabe räumt das Camp auf.
Hier bleibt definitiv kein Krümel übrig!

#9 Reste-Regal in Gemeinschaftsküchen

In den Gemeinschaftsküchen von Hütten oder Campingplätzen gibt es häufig “Reste-Regale”, wo ihr nicht mehr benötigte Lebensmittel von abreisenden Campern findet. Manchmal sind da auch Gaskartuschen oder halbvolle Spiritusflaschen dabei. Schaut euch einfach mal in der Gemeinschaftsküche um, ob ihr was von den Resten nutzen könnt. Wäre ja schade, wenn es weggeworfen wird. Ebenso freuen sich andere Camper, wenn ihr euren nicht mehr benötigten Proviant der Gemeinschaft spendet.


Warum Müllverbrennen auf Tour keine Lösung ist

Die Verantwortung, die ihr als Wanderer für die Natur und eure Mitmenschen tragt, potenziert sich um ein Vielfaches, wenn ihr ein Lagerfeuer anzündet. Ihr müsst wissen, wie, wo und womit man Feuer macht, ob es überhaupt erlaubt ist und vor allem auch, wie man es wieder löscht und anschließend zurückbaut. Mit zunehmender Trockenheit in unseren Wäldern nimmt auch die Gefahr von Waldbränden immer weiter zu. Im Jahr 2021 lag die Anzahl der Waldbrände in Deutschland insgesamt bei 548. Davon wurden 128 Brände aus Fahrlässigkeit verursacht. Informiert euch über die aktuelle Waldbrandgefahrenstufe, zum Beispiel auf der Seite vom DWD, und welche Regelungen bei den jeweiligen Gefahrenstufen gelten.

Besser ist, wenn ihr all euren Müll einpackt und entsorgt. Essensreste verbrennen oft nicht vollständig und können Tiere anlocken. Verbrennt Klopapier nie an Ort und Stelle eures Geschäftes sondern wenn, dann an in einer sicheren Feuerstelle. Auf keinen Fall soll Kunststoff oder beschichtetes Verpackungsmaterial im Feuer landen, da giftige, teilweise krebserregende Gase entstehen. Rückstände verbleiben in der Asche und gelangen so auch in die Natur.

Unverbrannte Reste eines Campfeuers werden schnell selbst zum Müll. Solche Feuerstellen sieht man unterwegs leider öfters. Wer auf Tour ein Feuer machen will, sollte sich vorher schlau machen, wie das geht und ob es überhaupt erlaubt ist. Aber das ist ein eigener Artikel, den ich auch noch schreiben werde.

Alles an seinen Platz – Mülltrennung während / nach der Tour

Irgendwann ist auch die schönste Tour vorbei, das Toilettenpapier und der Kaffee sind alle und der Müllbeutel ist voll. Und zwar voll mit allem möglichen… denn wer macht auf einer Trekkingtour schon Mülltrennung? Warum eigentlich nicht? Davon wird der Müll weder schwerer noch vermehrt er sich. Oft gibt es an den Parkplätzen der Trailheads oder in der Siedlung, die das Ziel der Tour ist, eine Mülltrennung. Informiert euch vorher, dann wisst ihr, was unterwegs Sinn macht und was nicht.

Tipp: bei der Tourvorbereitung könnt ihr durch Auswahl eurer Lebensmittel oder ggf. Umverpackung nicht nur Müll reduzieren, sondern auch den Aufwand für die Mülltrennung und auch das Gewicht, dass ihr tragen müsst. Glas auf Tour, beispielsweise Pesto im Glas oder Öl in einer Glasflasche, ist ein No Go. Neben seinem enormen Gewicht, geht es leicht kaputt und früher oder später schneidet sich jemand die Finger oder Fußsohlen auf. Wenn nicht ihr, dann vielleicht der nächste Wanderer, der sich ins Gras legt oder ein Wildtier.

Eine sehr einfach gehaltene Mülltrennung am Trailhead zur Kvalvika Bucht, Lofoten. Die große blaue Box ist für die benutzten Biffy-Bags.

Büchertipps für mehr Nachhaltigkeit und Müllvermeidung auf Tour und im Alltag

Ihr wollt noch mehr Tipps, wie ihr auf Tour und überhaupt Müll vermeiden und mehr Nachhaltigkeit in euren Campingurlaub bringen könnt? Dann hab ich hier drei Buchempfehlungen für euch. Wenn ihr über einen Affiliate-Link ein Buch oder einen anderen Artikel kauft, dann bekomme ich dafür eine kleine Provision und ihr helft mir, Fernweh-Motive weiterhin mit interessanten Artikeln zu füllen. Das Produkt wird für euch dadurch nicht teurer.


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