Das vergessene Königreich Guge – ein Besuch im Kloster Tholing

Kloster Tholing Königreich Guge
Das vergessene Königreich Guge - ein Besuch im Kloster Tholing

Das Tholing-Kloster aus dem 9. Jahrhundert ist ein buddhistisches Kloster. Zudem war es religiöses Zentrum des alten Königreiches Guge. Das Kloster ist für seine teilweise erhaltenen Wandmalereien berühmt und steht seit 1996 auf der Denkmalliste der Volksrepublik China. Wenn ihr das vergessene Königreich Guge in Westtibet besucht, dann solltet ihr dem Kloster Tholing ebenfalls einen Besuch abstatten. In meinem folgenden Artikel erfahrt ihr mehr über das Kloster Tholing.


Das Kloster Tholing blickt auf eine etwa 1000-jährige Geschichte zurück. Wie in vielen anderen tibetischen Klöstern, wurde jedoch auch hier während der Kulturrevolution im Jahr 1966 der Betrieb eingestellt. Das Kloster erlitt in dieser Zeit schwere Schäden. Zahlreiche Gebäude wurden zerstört, die Statuen zum größten Teil vernichtet und die Wandmalereien großflächig beschädigt. Seitdem wurden jedoch bereits viele Gebäude rekonstruiert. Doch die Arbeiten dauern noch immer an. Die wichtigsten Gebäude, die ihr momentan hier besichtigen könnt, sind:

  • die Hauptgebetshalle (Dukhang), auch Roter Palast genannt
  • die Weiße Kapelle (Lhakhang Karpo)
  • Yeshe Ö’s Mandala Kapelle (Nampar Lang Lhakhang), auch Goldener Tempel genannt

Das Fotografieren im Inneren der Tempel ist leider auch hier nicht erlaubt. Daher gibt es nur Fotos von außen und Beschreibungen, was ich im Inneren gesehen habe.


Die Hauptgebetshalle von Tholing

Die Hauptgebetshalle des Tholing Klosters ist aus dem 11. Jahrhundert gebaut. Also etwa aus der gleichen Zeit wie die Tempel in Tsaparang. Die Wandgemälde der Halle erlitten während der Kulturrevolution starke Schäden. Die erhaltenen Arbeiten sind aber noch immer sehr beeindruckend und faszinieren durch ihre Vielfalt und Details. Unter anderem könnt ihr Bilder aus dem Leben Buddhas und des Rinchen Zangpro sehen. Der starke Einfluss aus Kashmir und Nepal ist insbesondere anhand der dargestellten Palmen oder indischen Kleidung zu erkennen. Über das Alter der Wandgemälde besteht allerdings keine Einigkeit. Die Angaben reichen vom 13. bis zum 16. Jahrhundert. Links vom Eingang wurden drei der Gemälde restauriert. Die Arbeiten wurden allerdings wieder eingestellt. In der Mitte der Gebetshalle wurden in den 90er Jahren Figuren der vergangenen, gegenwärtigen und zukünftigen Buddhas aufgestellt. Der Thron vor den Figuren ist aus dem Jahr 2018 und ist den XIII. Dalai Lama geweiht.


Die Weiße Kapelle von Tholing

Die Weiße Kapelle ist mit 500 Jahren nur etwa halb so alt wie die Hauptgebetshalle. Die Wandgemälde sind aus dem 15. bis 16. Jahrhundert. Viele sind durch Wasserschäden bzw. während der Kulturrevolution zerstört worden. Sie zeigen männliche Götter auf der einen und weibliche Boddhisatvas auf der anderen Seite. Rechts neben dem Eingang zeigt ein Gemälde zudem Szenen einer Luftbestattung. Gegenüber vom Eingang sind außerdem acht restaurierte Medizin-Buddhas zu sehen. Links und rechts von ihnen stehen die Weiße und die Grüne Tara.


Der Goldene Tempel von Tholing

Der Goldene Tempel ist der heiligste Ort im ganzen Kloster. Er war zudem das Hauptgebäude des gesamten Klosterkomplexes. Während der Kulturrevolution wurde er schwer beschädigt, die vier seitlichen Kapellen, die zwei oberen Stockwerke sowie sämtliche Statuen und Gemälde wurden zerstört. Er beherbergt den Thron von Atisha sowie den Thron vom Rinchen Zangpro, dem Gründer des Klosters. Der erhöhte Boden vor den Thronen ist damals wie heute der Ort für Mandala Opfer aus Reis.

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Wart ihr selber schon mal in in Westtibet und habt das Kloster von Tholing besucht? Wie hat es euch gefallen? Habt ihr noch Fragen zu meinem Artikel oder Anregungen? Wenn ja, dann schreibt mir doch einen Kommentar!


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