Tsavo Nationalpark – das Reich der Roten Elefanten

Tsavo Nationalpark - das Reich der Roten Elefanten
Tsavo Nationalpark - das Reich der Roten Elefanten

Kenia. Wollt ihr rote Elefanten sehen? In den Nationalparks von Kenia erlebt man immer wieder neue Überraschungen. So auch in dem Tsavo Nationalpark, dem größten und einem der ältesten Parks des Landes. Eine Besonderheit des Parks sind seine roten Elefanten. Hier erfahrt ihr, was es mit den roten Elefanten auf sich hat und was ihr sonst noch in dem Tsavo Nationalpark sehen könnt.

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Der Tsavo Nationalpark ist mit einer Gesamtfläche von 21.812 km² der größte aller Nationalparks in Kenia. Er liegt im Südosten des Landes und wurde am 1. April 1948 eingerichtet. Ein Jahr später wurde er unterteilt in Tsavo West und den etwas größeren Tsavo Ost. Die Grenze bildet die Autobahn Nairobi-Mombasa, die den Park durchschneidet. Eine weitere Grenze innerhalb des Parks bildet der Galana River. Denn alle Bereiche, die nördlich von dem Fluss liegen sind für Besucher nicht zugänglich.

Sonnenuntergang im Tsavo East Nationalpark
Abendstimmung im Tsavo East Nationalpark

Zwei Parks mit fast dem selben Namen aber ganz unterschiedlichem Erscheinungsbild. Aber dazu später mehr. Jetzt erstmal zu den roten Elefanten.


Warum sind die Elefanten im Tsavo Nationalpark rot?

Viele Besucher kommen zum Tsavo Nationalpark, um die roten Elefanten zu sehen. Die Elefanten sind natürlich von Natur aus so grau wie alle anderen Elefanten auch. Die rote Farbe kommt von der eisenoxidreichen roten Erde des Parks. Die Elefanten lieben es, sich in Schlamm- und Staubbädern mit der roten Erde zu bedecken. Diese Bäder helfen den Elefanten, ihre Haut kühl zu halten und sich vor Insekten und Parasiten zu schützen.

Rote Elefanten im Tsavo Nationalpark Kenia
In Tsavo hat man oft Glück und sieht die Elefanten direkt neben der Piste.

Und das Beste: die Chancen, dass ihr die roten Elefanten auch tatsächlich seht, sind äußerst gut. Denn Tsavo ist die Heimat der größten Elefantenpopulation Kenias, das ist etwa ein Drittel der Gesamtpopulation.

Rote Elefanten im Tsavo Nationalpark Kenia
Elefant in „Tarnfarbe“ – Tsavo East Nationalpark
Ameisenburg Tsavo National Park Kenia
Auch die riesigen Ameisenburgen sind rot

Wildlife im Tsavo Nationalpark

Die „Menschenfresser“ von Tsavo

Der Tsavo Nationalpark ist nicht nur für seine große Elefantenpopulation bekannt, sondern auch für seine Löwen – die „Menschenfresser“. Es war im Jahr 1898, als zwei Löwen die Bauarbeiter der Ostafrikanischen Eisenbahn über Monate in Angst und Schrecken versetzten. Sie kamen meist nachts und zogen die Arbeiter aus ihren Zelten. 135 Menschen sollen ihnen zum Opfer gefallen sein, bevor die Löwen schließlich erschossen und zu Teppichen verarbeitet wurden. Heute sind die Löwen ausgestopft im Chicago Field Museum zu sehen. Anhand von Knochenproben wird jedoch neuerdings davon ausgegangen, dass es „nur“ etwa 35 Opfer waren.

Interessant: Männliche Löwen im Tsavo Nationalpark haben keine oder nur sehr schüttere Mähnen. Warum weiß niemand so genau. Man nimmt aber an, dass es eine Anpassung an das heiße Klima ist.

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Hier kommt ihr zur Galerie „Big Five & Co“.

Beeindruckende Artenvielfalt

Tsavo bietet eine atemberaubende Vielfalt an Landschaft, Natur und Tieren. Mit etwas Glück könnt ihr hier alle „Big Five“ sehen, also Elefanten, Nashörner, Büffel, Löwen und Leoparden. Doch neben den Big Five gibt es auch viele andere Tiere. Typische Arten sind solche, die gut an trockene Savannen-Regionen angepasst sind. Das sind beispielsweise Giraffen, Oryx-Antilopen, Grantgazellen oder Giraffengazellen. Außerdem gibt es Zebras, Kleine Kudus, Wasserböcke, Impalas, Dik-Diks, Flusspferde, Krokodile, Schildkröten und viele weitere Arten. Auch die Affen sind mit Meerkatzen und Pavianen vertreten. Diese lungern gerne an den Lodges herum und warten auf eine Gelegenheit, etwas Essbares zu stibitzen. Auch die Klippschliefer halten sich gerne an den Lodges auf und sorgen für gute Unterhaltung.

Grant-Gazellen in einem spielerischen Kampf

Tipp: Tsavo ist ein Eldorado für Vogelbeobachtungen, denn hier gibt es rund 600 Arten. Darunter sind Strauße, Bussarde, Eisvögel, Nashornvögel, Reiher, Skimmer, Habichte, Goldbruststar und Palmnussgeier – um nur einige zu nennen.

Der Tsavo Nationalpark ist ein Paradies für Birdwatcher.

Wilderei

Auch im Tsavo Nationalpark führte die Wilderei in den 1980er Jahren zu katastrophalen Bestandseinbrüchen. So ging die Elefantenpopulation von 40.000 Tieren in den 1970er Jahren auf nur noch knapp 5.000 Tiere in 1989 zurück. Während dieser Jahre ist die Gesamtpopulation der Elefanten in ganz Kenia auf ein Viertel geschrumpft. Erst nachdem 1989 ein weltweites Handelsverbot für Elfenbein in Kraft trat, erholten sich die Bestände langsam.

Rote Elefanten im Tsavo Nationalpark Kenia
Die Wilderei der 70er und 80er Jahren hat die Elefantenpopulation in Kenia um 75% reduziert.

Noch schlimmer war es jedoch bei den Spitzmaulnashörnern. Zwischen den 1970er und 1980er Jahren wurden 95% des Gesamtbestandes in Kenia gewildert. Im Jahr 1989 war die Art nahezu ausgerottet.

Heute leben in dem Ngulia Rhino Sanctuary etwa 80 Spitzmaulnashörner, eingezäunt und streng bewacht vor Wilderern. Das Gebiet ist dicht mit Gebüsch bewachsen, daher ist es schwierig, die Tiere von außen zu sehen. Für Besucher gibt es leider keine Möglichkeit, das Sanctuary zu besichtigen.


Tsavo West und Tsavo East – was ist der Unterschied?

Tsavo West Nationalpark

Der Tsavo West Nationalpark ist landschaftlich einer der schönsten Parks in Kenia. Er umfasst eine Vielzahl unterschiedlicher Landschaftsformen: Berge und Felskämme, die kristallklare Mzima-Quelle mit schmalem Galeriewald, Buschlandschaften und Akazienwälder sowie einen erstarrten Lavastrom und erloschene Vulkankegel. An klaren Tagen bietet sich zudem eine fantastische Sicht bis zum Kilimandscharo.

Morgens hängt oft Nebel über den dichtbewaldeten Bergkuppen. Doch die bergige Landschaft und der dichte Bewuchs haben auch einen Nachteil: Man entdeckt weniger Tiere. Die beste Chance, Tiere zu sehen ist, wenn sie auf der Piste stehen. Das machen die Antilopen und auch die Zebras recht gerne, denn da fühlen sie sich halbwegs sicher. Denn auch sie können in dem Dickicht schlecht erkennen, ob sich eine Raubkatze nähert. Ihr solltet also etwas Geduld mitbringen und nicht enttäuscht sein, wenn ihr nicht so viele Tiere seht. Die tolle Landschaft macht es aber mehr als wett.

Oryx im Tsavo Nationalpark Kenia
Die Oryx-Antilopen lassen sich durch unseren Land Cruiser nicht aus der Ruhe bringen.
Black Flycatcher - Swainsonschnäpper im Tsavo Nationalpark Kenia
Beobachtet ihr gerne Vögel? Dann seid ihr hier richtig. Hier seht ihr einen besonders schönen Swainsonschnäpper.

Leopardenfütterung

Ein besonderes Highlight gibt es jeden Abend gegen 19 Uhr in der Ngulia Safari Lodge. Seit mehreren Jahren wird hier an einer angelegten Futterstelle ein Stück Fleisch für einen Leoparden ausgelegt. Vom offenen Balkon des Restaurants hat man einen guten Blick. Aber ehrlich: Ich halte von solchen Fütterungen nicht viel. Dennoch hab ich es mir angesehen. Allerdings hab ich mich ganz schön gegruselt, als mich der Leopard direkt fixiert hat. Er nagte lange Zeit an dem Knochen herum und wirkte auf mich noch immer sehr hungrig. Was, wenn er einfach auf den Balkon springt und mehr fressen will? Als ich meine Sorge mit unseren Guide teilte, meinte er, dass der Leopard durch die helle Beleuchtung zwischen Futterstelle und Restaurant nicht durchblicken kann und daher auch nicht durchjagen wird. Das hat mich erstmal beruhigt. Aber während des ganzen Abends habe ich die Umgebung im Blick behalten. 

Leopardenfütterung in der Ngulia Safari Lodge, Tsavo West Nationalpark
Leopardenfütterung in der Ngulia Safari Lodge

Mzima Springs

Ein weiteres Highlight des Tsavo West Nationalparks sind die Mzima Springs. Diese kristallklare Quelle wird aus den Chyulu Hills täglich mit 250 Millionen Litern Wasser unterirdisch gespeist.

Mzima ist Kiswahili und bedeutet soviel wie „Leben“. Einen passenderen Namen kann es kaum geben. Denn die Quelle zieht viele Wildtiere an. Auf einem kurzen geführten Rundgang könnt ihr Krokodile und Hippos beobachten. Von einer Unterwasser-Aussichtsplattform könnt ihr euch überzeugen, wie klar das Wasser ist.

Was für ein riesiges Maul! Flusspferde können ihr Maul bis zu einem Winkel von 150 Grad öffnen.

Shetani Lavastrom

Nicht weit von den Chyulu Hills wird die rot-grüne Landschaft plötzlich schwarz. Hier wird Tsavo West von einem spektakulären schwarzen Lavastrom durchzogen. Die letzte Eruption des Shetani war vor rund 200 Jahren. Heute bedeckt der Lavastrom eine Fläche von etwa 50 Quadratkilometern. Shetani ist Kiswahili und bedeutet „Teufel“. Denn als die Dorfbewohner sahen, wie brennende Lava aus der Erde hervorquoll, dachten sie, der Teufel kommt.

Shetani Lavastrom Tsavo Kenia
Der Shetani Lavastrom bietet einen ungewöhnlichen Anblick.

Tsavo East Nationalpark

Tsavo East ist mit einer Fläche von 11.747 Quadratkilometern Kenias größter National Park. Durch den Park zieht sich das Yatta-Plateau, ein Lavafeld von 300 Kilometer Länge. Es ist das längste Lava-Feld der Welt.

Der Park ist wild und schroff und beeindruckt mit ausgezeichneten Möglichkeiten für Tierbeobachtungen. Hier ist die Landschaft deutlich trockener, flacher und nicht so dramatisch wie in Tsavo West. Die Vegetation ist von offenem, dornigem Buschland und Halbwüsten geprägt. Das hat den Vorteil, dass die Tiere viel einfacher zu entdecken sind.

Wir waren in der Voi Safari Lodge einquartiert und waren somit genau an der Grenze vom Berg- zum Flachland. Von der Lodge hatten wir einen grandiosen Ausblick über die Ebene und auf ein paar Wasserstellen.

Tipp für Fotografen: In der Gartenanlage der Voi Safari Lodge könnt ihr hervorragend Eidechsen fotografieren. Und wenn ihr die Treppe hinter dem Pool ganz hinunterlauft, dann kommt ihr zu einem Fotoversteck gleich neben einer der Wasserstellen.

Agama Eidechse Tsavo Nationalpark Kenia
Agama Eidechsen lieben es, sich auf den heißen Steinen zu sonnen.

Die beste Reisezeit

Der Park ist ganzjährig geöffnet und immer zugänglich. Die Öffnungszeiten sind 6:00 Uhr bis 18:00 Uhr. In ausgewiesenen Gebieten könnt ihr in Begleitung eines Rangers des Kenya Wildlife Service den Park sogar zu Fuß erkunden.

Regenzeit: Oktober bis Januar und März bis Mai
Trockenzeit: Juni bis Oktober und Januar bis Anfang März

Wenn ihr die Landschaft lieber grüner habt, die beste Aussicht auf den Kilimandscharo wollt und noch dazu gerne Vögel beobachtet, dann solltet ihr in der Regenzeit gehen. Wenn ihr aber lieber größere Wildtiere beobachtet, dann solltet ihr den Park zur Trockenzeit besuchen. Die Tiere sind dann leichter zu sehen, wenn sie sich zu den Flüssen und Wasserstellen wagen. Außerdem sind dann die Chancen besser, an den von den Lodges angelegten Wasserstellen Tiere zu sehen.

Elefanten Wasserstelle Voi Safari Lodge Tsavo Kenia
Blick auf die Wasserstelle vor der Voi Safari Lodge.

Tipp: Der Tsavo Nationalpark lässt sich sehr gut von Mombasa aus erreichen und somit perfekt mit einem Badeaufenthalt an der Küste kombinieren.


Buchempfehlungen für Kenia

Ihr wollt wissen, wo ihr hinreist? Dann kann ich euch diese drei Bücher für eure Reisevorbereitung wärmstens empfehlen.


Wart ihr schon mal im Tsavo Nationalpark und habt die roten Elefanten gesehen? Oder vielleicht sogar einen der „Menschenfresser“? Habt ihr noch Fragen oder Anregungen zu meinem Artikel? Wenn ja, dann schreibt mir doch einen Kommentar!

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