Aussichtsreiche Wanderung auf den Hjörleifshöfði im Süden von Island

Aussichtsreiche Wanderung auf den Hjörleifshöfði im Süden von Island
Aussichtsreiche Wanderung auf den Hjörleifshöfði im Süden von Island

Island. Der Inselberg Hjörleifshöfði ragt markant über der weiten Ebene des Mýrdalssandurs auf. Wer Hjörleifshöfði im Süden von Island erklimmt, hat eine grandiose Sicht über die weiten Sanderflächen bis hin zur Eiskappe des Myrdalsjökull. Hier erfahrt ihr alles über die lohnenswerte Wanderung auf den Gipfel des Hjörleifshöfði, vorbei an Gräbern, Ruinen, blühenden Wiesen und einer Höhle.

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Die Wanderung auf einen Blick

Länge: etwa 3,5 Kilometer
Höhenmeter: etwa 190 Meter
Dauer: etwa 1,5 Stunden (inkl. ca. 20 Minuten für einen Abstecher zur Höhle)
Anforderungen: Der Weg ist mit Holzpflöcken markiert und ausgetreten. Er ist technisch einfach zu laufen, allerdings stellenweise sehr steil.
Highlights: Aussicht, Wikingergrab und Ruinen, Blumenwiesen, Höhle

Hjörleifshöfði Island
Bei so einem schönen Picknickplatz fällt es schwer, die Wanderung nicht gleich mit einer Pause zu beginnen.

Wo befindet sich Hjörleifshöfði und wie kommt man hin?

Der 221 Meter hohe Inselberg Hjörleifshöfði befindet sich etwa 12 Kilometer östlich von Vík í Mýrdal im Süden von Island. Von der Ringstraße biegt ihr nach rechts auf einen beschilderten Schotterweg (Hjörleifshöfði), dem ihr noch weitere zwei Kilometer bis zum Parkplatz und Ausgangspunkt der Wanderung folgt.

Hjörleifshöfði Island
Hier gehts zum Parkplatz (Rückweg)

Alleine die Zufahrt ist erlebenswert und vermittelt ein Gefühl von großen Abenteuern: denn ihr fahrt nicht etwa auf einer Schotterstraße sondern eher auf einer breiten Schotterfläche – dem Sander halt. Hier gibt es (leider) gleich mehrere Fahrspuren nebeneinander. Die Sanderfläche wirkt wie ein Eldorado von Offroad-Fahrern, die hier ihre Runden drehen.

Nur zur Erinnerung “echtes” Offroad-Fahren ist in Island zum Wohle der Natur verboten.

Bis zum Parkplatz, dem Ausgangspunkt der Wanderung , kommt ihr auch gut mit einem normalen PKW. Nur wenn ihr von hier aus noch zwei Kilometer weiter Richtung Meer fahren wollt, braucht ihr ein Allrad-Fahrzeug.

Endlose Weite auf dem schwarzen Sander.

Wie ist der Berg Hjörleifshöfði entstanden?

Der Palagonitberg Hjörleifshöfði entstand wahrscheinlich gegen Ende der letzten Eiszeit durch einen subglazialen Vulkanausbruch. Zunächst war der Berg eine Insel im Meer. Zu Zeiten der Landnahme entstand dann eine Landverbindung. Heute ist der Hjörleifshöfði vom schwarzen Sand der Katla-Eruptionen umgeben und das Meer ist zwei Kilometer entfernt.


Beschreibung der Wanderung auf den Gipfel des Hjörleifshöfði

Lupinen und spektakuläre Aussichten beim Aufstieg

Vom Parkplatz aus geht es am Fuß des Berges links zu einem Picknickplatz. Hier informieren Tafeln über die Entstehung und die Besiedlung von Islands Inselberg Hjörleifshöfði. Danach geht es etwa 15 Minuten auf einem schmalen Pfad zwischen Lupinen steil bergauf. Beim Blick zurück wird die Aussicht auf die Umgebung mit jeder Minute besser. Die Lupinen ziehen allerdings viele Insekten an. Da ich meinen Insektenschutz vergessen hatte, bin ich hier zügig durch bis zu der unbewachsenen Hochfläche.

Hjörleifshöfði Island
Die unteren Bergflanken sind dicht mit Lupinen bewachsen.

Gipfel mit fantastischer Aussicht und historischen Grabstätten

Auf der Bergkuppe ist es dann so windig, dass alle Insekten weggeweht werden. Nach einem weiteren kurzen Anstieg ist nach etwa 30 Minuten der Gipfel erreicht. Von hier aus habt ihr einen fantastischen Blick über den Mýrdalssandur und die umgebenden Gletscher.

Was für ein Blick, oder?

Hier oben am höchsten Punkt des Berges befindet sich ein Hügel namens Hjörleifshaugur. Es heißt, dass der Wikinger Hjörleifur Hróðmarsson hier begraben liegt. Hjörleifur war der Stiefbruder von Ingólfur Arnarson. Zusammen sind sie als die ersten Siedler im Jahr 874 nach Island aufgebrochen. Ihre Schiffe wurden während der Fahrt durch einen Sturm getrennt. Ingólfur erreichte Ingólfshöfði südlich von Skaftafell und Hjörleifur ließ sich hier am Berg nieder. Seine Sklaven sollen ihn und seine Männer jedoch im folgenden Frühling erschlagen haben und dann mit den Frauen auf die Westmännerinseln geflohen sein. Sein Freund Ingólfur rächte ihn daraufhin und erschlug die Sklaven.

Grab auf dem Hjörleifshöfði Island
Oben am Gipfel des Hjörleifshöfði gibt es gleich mehrere Grabstätten und ein großes Denkmal von den dänischen Vermessern.

Die alte Farm und ihre Bewohner

Bis 1721 gab es hier am Berg einen Hof. Doch der Ausbruch der Katla zerstörte ihn. Danach war der Berg etwa 30 Jahre lang nicht besiedelt. Später wurde der Hof etwas weiter oberhalb am Berg wieder aufgebaut. Doch seit 1936 liegt auch dieser verlassen da. An den Ruinen der Steinhäuser kommt ihr auf eurem Rückweg vom Gipfel vorbei.

Unter den Bewohnern des Hjörleifshöfði war Markus Loftsson. Nach seinem Tod heiratete seine Frau Hallgrímur Bjarnason, der die Farm weiter ausbaute. Oben auf dem Gipfel liegt Hallgrímurs Familie begraben. Sicherlich einer der schönsten Orte für eine Grabstätte in ganz Island. Außerdem befindet sich auf dem Berggipfel noch ein Monument der dänischen Landvermesser vom Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts.

Ruinen Hjörleifshöfði Island
Ruinen der alten Farm von Hallgrímur

Abstieg durch bunte Wiesen zu den Ruinen der Farm

Nun geht es wieder bergab, wobei ihr noch immer die tolle Aussicht genießen könnt. Nach etwa dem halben Abstieg kommt ihr an den Ruinen der früheren Farm von Hallgrímur vorbei. Der letzte Abschnitt des Weges hat mir besonders gut gefallen: Schroffe Felsen, schwarzer Sand und bunte Blumen. Schade, dass der Weg dann schon zu Ende war.

Blick vom Hjörleifshöfði Island
Der Abstieg hat mir von der Landschaft am besten gefallen.

Vogelklippen und Höhle

Unten angekommen, könnt ihr nun entweder nach rechts zum Parkplatz zurück gehen oder an den Vogelklippen entlang nach links zur Höhle. Die Höhle ist jedoch eher unspektakulär. Sie hat zwar eine weite Öffnung, geht aber nicht weit in den Berg hinein.

An den steil aufragenden Klippen brüten im Sommer viele Eissturmvögel. Leider werden die Jungvögel in der Gegend um Mýrdalur bisweilen noch immer gesammelt und gegessen.

Höhle Hjörleifshöfði Island
Der Eingang zur Höhle bei Hjörleifshöfði

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