Störche, Kraniche & Co – Birdwatching rund ums „Storchendorf“ Linum

Storchendorf Linum - Störche, Kraniche und andere Vögel beobachten
Störche, Kraniche & Co - Birdwatching rund ums Storchendorf Linum

Linum. Der Ort Linum ist für seine Störche und rastenden Kraniche bekannt. Zwischen April und August könnt ihr in dem auch als Storchendorf bezeichneten Ort zahlreiche Störche auf ihren Nestern beobachten. Sobald die Störche in den Süden gezogen sind, kommen die Kraniche ins Teichland Linum. Tausende der Glücksvögel rasten auf den umliegenden Teichwiesen und sammeln Energie für den Weiterflug. Spazierwege führen zwischen den Teichen entlang und von mehreren Beobachtungstürmen öffnet sich ein freier Blick auf die Wasserflächen. Im folgenden Artikel bekommt ihr Tipps fürs Birdwatching rund um Linum.

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Wanderweg zum Birdwatching von Störchen und Kranichen rund ums Storchendorf Linum
Beginn der Wanderung zu den Teichen an der Straße der Jugend

Birdwatching im Teichland Linum

Die Teichlandschaft bei Linum ist während der Vogelzugzeit eines der größten Rastgebiete Mitteleuropas. Zu dem Gebiet zählen rund 240 Hektar Wasserfläche und große Wiesenflächen. Die Teiche entstanden aus abgetorften Flächen. Vor allem im Herbst und Frühling lohnt sich ein Spaziergang und ein längeres Verweilen auf den Aussichtstürmen. Wer etwas Geduld und am besten noch ein gutes Fernglas mitbringt wird hier schnell belohnt. Doch auch wenn ihr die Vögel nicht sieht – vielleicht hört ihr sie ja. Ihr wisst sicherlich, wie ein Kuckuck ruft oder ein Pirol singt. Aber wisst ihr auch, wie eine Rohrdommel oder ein Blaukehlchen rufen? Noch nicht? Dann hört mal rein bei Vogelstimmen.de.

Störche suchen dei Wiesen bei Linum nach Nahrung ab
Störche ernähren sich hauptsächlich von Mäusen, Fröschen, Regenwürmern, Fischen, Insekten und anderen Kleintieren. Bei der Futtersuche schreiten sie auf Wiesen mit niedriger Vegetation oder in flachen Gewässern.
Teichlandschaft und Birdwatching Turm Linum
Einer von zahlreichen Beobachtungstürmen.
Ein singender Rohrsänger ist kaum zu überhören.
Ein grellgelber Pirol in weiter Ferne.
Kohlmeise im Schilf
Floß für die Lachmöwen

Neben dem Vogelgesang gibt es hier jedoch noch einen anderen Gesang, dem ihr lauschen könnt. Denn in einem der Teiche, dem „Unkenteich“, leben Rotbauchunken. Sie sind schwer zu sehen, aber ihr glockenartiger Gesang ist kaum zu überhören. 

Teichlandschaft und Birdwatching Turm Linum
Aussichtsturm am Unkenteich.
Informationstafel am Unkenteich.
Kein Biber sondern ein Nutria. Bestes Unterschiedungsmerkmal ist der kellenförmige Schwanz beim Biber bzw. der runde Schwanz beim Nutria.
Im gesamten Gebiet kann man viele Fraßspuren von Bibern sehen.
In der Linumer Teichlandschaft leben nicht nur Vögel und Biber.

Achtung, neben den Wegen wächst an vielen Stellen Bärenklau! Nicht anfassen, denn sonst bekommt ihr fürchterlichen Ausschlag. So sieht er aus:

Nicht anfassen! So sieht frischer Bärenklau aus.
So sieht Bärenklau aus, wenn die weiße Blüte verblüht ist.

Bei den Störchen im Storchendorf Linum

Allein entlang der Hauptstraße habe ich acht Storchennester gezählt. Doch es gibt noch einige mehr: Bis zu 18 Storchenpaare ziehen in Linum jährlich ihre Jungen auf. Die riesigen Nester thronen hoch oben auf Hausdächern, Schornsteinen oder eigens für die Nester aufgestellten Masten. Von unten sah es zunächst so aus, als wären die Nester Anfang Mai noch nicht besetzt. Doch das täuscht. Man sieht die Störche im Nest nur etwas schwieriger, da sie auf den Eiern sitzen.

Die Störche treffen von März bis Mai in Linum ein und ziehen in der zweiten Augusthälfte wieder in den Süden.

Störche kehren bei erfolgreicher Brut immer wieder auf den gleichen Horst zurück. Nach der Paarung legt das Weibchen zwischen zwei und acht Eier, die von beiden Eltern bebrütet werden. Nach etwa 30-32 Tagen schlüpfen die Küken. Diesem Storch kann man dank der Webcam dabei zusehen, wie er die Küken aufzieht.

In dem Ort Linum sind nicht nur die zahlreichen Storchennester auffällig. Auch die bemalten Straßenlaternen und die romantischen Backsteinhäuser machen den Ort zu etwas besonderem. Entlang der Hauptstraße könnt ihr gleich in mehreren Hofläden Produkte aus der Region kaufen. Und natürlich darf auch der Kuschelstorch nicht fehlen. Wer hungrig ist, kann entweder in den Hofläden ein Stück Kuchen und einen Kaffee bekommen, oder geht gleich in die Storchenklause oder den Storchenhof zum Essen.

Tipp für den kleinen Hunger: Schräg gegenüber vom Parkplatz an der Straße Zu den Teichen bietet das „Teichland Linum“ alles für den großen und kleinen Hunger.

Der Haikarahorst wird schon seit 20 Jahren von Störchen genutzt.

Linum als Rastplatz für Kraniche

Im Herbst sind die Teiche und Felder von Linum die Heimat von hunderttausenden Kranichen und Gänsen. Hier sammeln sich die Vögel des Glücks, bevor sie weiter in Richtung Süden fliegen. Die Teiche bieten mit ihrem lediglich knietiefen Wasser sichere Schlafplätze und die weiten Felder des Rhinluchs halten reichlich Nahrung bereit. Besonders beeindruckend ist es, wenn morgens riesige Schwärme zu den Futterflächen und abends wieder zurück zu den Schlafplätzen fliegen. Dann schallt ihr lauter typischer Ruf weit über die Felder. Die Kranichsaison geht von Mitte September bis Anfang November. Zu dieser Zeit giebt es die Möglichkeit, an Führungen teilzunehen. Doch auch auf eigene Faust kann man zu dieser Zeit Kraniche gut von der Straße aus auf den Feldern, insbesondere abgeernteten Maisfeldern, beobachten.

Zwei landende Glücksvögel

Im Jahr 2020 wurden Ende Oktober 59.710 Kraniche an einem Tag gezählt, im Jahr 2018 waren es sogar 74.440 an einem Tag. Eine kleine Gruppe Kraniche lebt sogar ganzjährig bei Linum.

Kraniche sind sehr scheue Vögel und fliegen schnell auf. Achtet daher darauf, dass ihr mindestens 300 bis 400 Meter Abstand einhaltet. Sobald die Tiere aufblicken und ihre Warnrufe abgeben, solltet ihr euch zurückziehen. Am besten bleibt ihr einfach im Auto sitzen oder versteckt euch hinter Büschen oder Bäumen am Straßenrand. Betretet außerdem keine landwirtschaftlichen Flächen oder gesperrte Feldwege.

Weiter Informationen über die Kraniche bei Linum findet ihr hier.

Betretet bitte keine landwirtschaftlichen Flächen oder Feldwege, egal, wie weit die Kraniche weg stehen.

Tipp: Die Beste Zeit zum Fotografieren von Kranichen sind die Morgen- und Abendstunden. Wenn ihr Kraniche nah sehen wollt, dann verwendet am besten ein Fernglas oder ein Spektiv. Mein Lieblingsfernglas ist übrigens das handliche Zeiss Terra ED 8×42*.


Storchenschmiede Linum

In der Storchenschmiede informiert der NABU über Störche, Kraniche und die übrige Tierwelt rund um Linum. Eine Webcam bietet sogar live Einblicke in ein Storchennest. Besonders schön ist das natürlich anzusehen, wenn ab etwa Mitte Mai die Küken geschlüpft sind.

Die Storchenschmiede bietet Führungen zu den Storchennestern und zu den Linumer Teichen sowie wechselnde Ausstellungen an. Ihr könnt durch den Schaugarten spazieren gehen und etwas über regionales, saisonales Gemüse lernen und auch gleich eine Gemüsekiste mit nach Hause nehmen. In dem Schmiede-Café könnt ihr euch anschließend mit Kuchen, Eis und Kaffee stärken.

Storchenschmiede Linum
Storchenschmiede Linum

Adresse: Nauener Str. 54
Öffnungszeiten: Mittwoch bis Freitag 10 bis 16 Uhr; Samstag, Sonntag und Feiertage 12 bis 18 Uhr; Montags und Dienstags geschlossen.


Gebäudebrüter an der Naturschutzstation Rhinluch

Gegenüber von der Dorfkirche befindet sich die Naturschutzstation Rhinluch. Das alte Schulgebäude aus Backsteinen bietet zahlreichen Gebäudebrütern eine Nistmöglichkeit. Unter dem Dachgesims haben Mehlschwalben ihre schalenförmigen Nester aus Lehm gebaut. Viele sind jedoch beschädigt oder wurden von Spatzen besetzt. Leider wissen auch Elstern von den Nestern und wir konnten beobachten, wie eine Elster eines der Nester ausraubte. An der Giebelseite des Hauses sind außerdem mehrere Löcher, in denen Dohlen brüten und selbst für den Turmfalken ist eine Nistgelegenheit vorhanden.

Ein Spatz im Schwalbennest
Hier leben Turmfalken, Dohlen, Spatzen und Mehlschwalben nebeneinander.
In die alte Schule von Linum ist jetzt die Naturschutzstation eingezogen.

Wissenswertes über den Weißstorch

Der Storch hat sich als Kulturfolger an den Menschen angepasst und baut seine Horste häufig auf Häuserdächern, Schornsteinen oder Türmen. Im 20. Jahrhundert ist die Population aufgrund von Lebensraumverlusten in Europa stark zurückgegangen. Ausgeräumte Feldfluren machen die Nahrungssuche immer schwieriger. Es fehlen Hecken, Blühstreifen, Kleinstgewässer und somit geeignete Lebensräumen für Insekten, Amphibien und damit auch für Störche.

Durch verschiedene Schutzmaßnahmen sowie Renaturierung von Feuchtgebieten und Auswilderungsprojekten hat sich der Bestand in Europa jedoch wieder erholen können.

Steckbrief Storch
Größe: 80 – 100 cm
Flügelspannweite: bis zu 220 cm
Gewicht: 3 bis 4 kg
Alter: bis über 30 Jahre
Schutzstatus: In der Liste der IUCN ist der Weißstorch seit 1994 als „nicht gefährdet“ eingestuft. In der Roten Liste der Brutvögel Deutschlands gilt er jedoch weiterhin als gefährdet.

Ausgewachsene Störche können bis zu ein Meter groß werden.

Junge Störche fressen vor allem Regenwürmer und Insekten, sobald sie größer sind auch Frösche und Mäuse. Im Alter von neun Wochen werden sie flügge. Im August machen sich die jungen Störche auf den Weg nach Afrika, wobei die Jungtiere zwei Wochen vor den Alttieren starten.


Anfahrt

Anfahrt mit dem Auto: Von Berlin aus fahrt ihr über die A10 und anschließend über die A24 bis zur Ausfahrt Kremmen. Von dort sind es auf der Landstraße noch etwa 15 Minuten bis Linum. Parken könnt ihr entweder an der Straße der Jugend oder Zu den Teichen.

Informationstafel neben der Naturschutzstation Rhinluch.

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