Meereshöhle „Spar Cave“ auf der Isle of Skye

Meereshöhle
Meereshöhle "Spar Cave" auf der Isle of Skye

Schottland. Weiße Kalkstein-Formationen erinnern an vereiste Wasserfälle. Von der Höhlendecke hängen Stalaktiten und ein pechschwarzer See lässt die mystische Atmosphäre noch ein bisschen mystischer werden. Ein Ausflug zu dieser wunderschönen Meereshöhle ist ein kleines Abenteuer und weckt den Entdeckerdrang. Hier erfahrt ihr alles über einen Besuch der Spar Cave auf der Isle of Skye.

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Spar Cave auf der Isle of Skye
Kalksteinformationen am Boden der Höhle

Eine Meereshöhle mit echten Tropfsteinformationen auf eigene Faust entdecken? Ohne abgesteckte Besucherwege und fest installierte künstliche Beleuchtung? Klingt fast zu schön um wahr zu sein. Doch um die Spar Cave auf der Isle of Skye zu besuchen, müsst ihr etwas vorausplanen, denn sie ist nur bei Niedrigwasser zugänglich. Aber dazu später mehr.

Spar Cave auf der Isle of Skye
Die Wände der Höhle sehen wie ein vereister Wasserfall aus.

Neugierig? Hier kommt ihr direkt in die Höhle!

Taschenlampen nicht vergessen! Am besten eignet sich eine Stirnlampe, da ihr in der Höhle eine steile Sintertreppe klettert. Nehmt auch mindestens noch eine Ersatzlampe mit.

Wo liegt die Meereshöhle Spar Cave?

Die Spar Cave befindet sich in der Nähe des beschaulichen Ortes Elgol, im Südwesten der Isle of Skye. Von Broadfort aus fahrt ihr etwa eine halbe Stunde bis Elgol. Eine Fahrt zum genießen – denn mit der Aussicht auf die Cuillin Hills ist es eine der landschaftlich schönsten Strecken auf Skye.

Von Elgol aus fahrt ihr weitere 5 Minuten bis nach Glasnakille. Euer Auto könnt ihr vor dem Viehgitter kurz vor der T-Kreuzung bei Glasnakille abstellen. Übrigens: es fährt auch ein Bus nach Glasnakille.

Wie kommt man zur Höhle?

Trampelpfad vom Parkplatz bis zum Wasser

Vom Parkplatz aus biegt ihr an der T-Kreuzung nach rechts ab. Hinter einer Ruine von einen Steingebäude gelangt ihr durch ein Tor auf das Feld. Von hier führt ein Trampelpfad hinab zur Küste. Haltet euch rechts und folgt nicht dem Pfad nach links. Ein steiler Abstieg führt euch in eine enge Bucht. Der Boden ist bedeckt mit großen Felsblöcken, die sich aber leicht überklettern lassen.

Hinter der Ruine ist ein Tor im Zaun – hier beginnt der Pfad

Über Felsen die Küste entlang

Sobald der Wasserstand niedrig genug ist, könnt ihr von der Bucht aus über die Felsen nach links klettern. Das kann manchmal etwas rutschig sein, denn die Steine sind stellenweise mit Seetang und Algen bewachsen. Je niedriger der Wasserstand ist, desto einfacher wird es.

Nach dem Abstieg zur Küste beginnt das Klettern

Hinter der Landzunge folgt eine weitere Bucht. Doch erst die zweite Bucht ist der Zugang zur Spar Cave. Diese Schlucht ist etwa 10 Meter breit und 70 Meter lang. Der Eingang zur Höhle liegt ganz am Ende der Schlucht und ist eingerahmt von senkrechten bis zu 20 Meter hohen Felswänden.

Angekommen – die Schlucht der Spar Cave. Der Höhleneingang befindet sich ganz am Ende der Schlucht.

Warten auf das Niedrigwasser – der Zugang zur Spar Cave

Mit trockenen Füßen in die Höhle

Der Zugang zur Höhle ist nur bei Niedrigwasser trockenen Fußes möglich. Ihr habt dafür ein Zeitfenster von etwa 2 Stunden – also eine Stunde vor dem niedrigsten Wasserstand und eine danach. Die Gezeiten könnt ihr hier nachsehen. Das Zeitfenster von 2 Stunden ist absolut ausreichend für einen Besuch der Höhle. Sie ist etwa 100 Meter lag und relativ schnell erkundet. Verlaufen könnt ihr euch in der Höhle nicht, da es keine Abzweigungen gibt.

Der Eingang zur Höhle

Wenn es trotzdem passiert und euch die Flut überrascht, seid ihr nicht in Gefahr oder in der Höhle gefangen. Vor dem Höhleneingang gibt es genug Platz unter freiem Himmel. Ihr müsst jetzt nur etwa 12 Stunden bis zum nächsten Niedrigwasser warten.

Es geht aber auch anders:
(der Wasserstand muss aber schon etwas gesunken sein, damit ihr die ersten beiden Buchten begehen könnt)

Klettern

Seid ihr fit im Klettern? Dann könnt ihr auch schon etwas früher an der Felswand in Richtung Höhle klettern. Die Wand ist senkrecht, hat aber viele Vorsprünge. Ich hab’s probiert, bin aber mit etwas zittrigen Knien wieder umgekehrt. Andere waren mutiger und haben es geschafft.

Unser Hinweg: Das Wasser war noch nicht niedrig genug, daher wird geklettert bzw. durch das Wasser gewatet.

So am Rande: Wir waren an dem Nachmittag nicht die einzigen Höhlenentdecker, die sich zu der Spar Cave von Skye aufgemacht haben. Überlaufen waren die Schlucht und Höhle jedoch keineswegs. Vor dem Eingang an der Kletterstelle und auch sonst war eine richtig nette Atmosphäre. Jeder stand den Anderen mit Tipps und Tricks zur Seite, ohne arrogant oder besserwisserisch zu wirken. Richtig nett!

Waten

Wir waren vor der empfohlenen Zugangs-Zeit unten am Wasser vor der Höhle. Die Neugier war einfach zu groß und wir wollten nicht länger warten. Das Klettern hat nicht geklappt, also Schuhe aus und ab durchs Wasser. Wir konnten barfuß (ich weiß, das sollte man nicht machen) ganz gut auf den Steinen laufen, unsere Trekkingstöcke gaben uns Stabilität. Doch es war eine ziemlich nasse Angelegenheit, das Wasser ging mir an einer Stelle bis zum Knie. Andere Besucher waren besser ausgerüstet und hatten Watschuhe dabei.

Auf dem Rückweg sind wir trockenen Fußes mit leichtem Klettern wieder zurück gekommen. Vielleicht hätten wir für den Hinweg einfach noch ein paar Minuten warten sollen…

Unser Rückweg: Jetzt ist das Wasser niedriger. Wir konnten trockenen Fußes mit ganz leichtem Klettern die Schlucht verlassen.

Schnorcheln

Schnorcheln ist sicherlich die coolste und eleganteste Methode, eine Meereshöhle zu besuchen. Dann seid ihr komplett unabhängig von den Gezeiten und erlebt zudem noch die tolle Unterwasserwelt mit dem üppigen Seetang.

Spar Cave auf der Isle of Skye
Ich hab die Schnorchler ein wenig beneidet…

In der Meereshöhle Spar Cave auf der Isle of Skye

Es gibt zwei Höhleneingänge. Der rechte Gang endet jedoch bereits nach etwa 20 Metern, der linke ist der Eingang zur Spar Cave. Er ist etwa 100 Meter lang und zwei bis vier Meter breit mit hohen senkrechten Wänden.

Spar Cave auf der Isle of Skye
Am Eingang ist der Boden schlammig und die Wände mit grünen Algen bewachsen.

Je weiter ihr in die Höhle vordringt, umso schöner wird sie. Wände und Boden sind nun mit weißen Flowstone-Formationen aus abgelagertem Kalziumkarbonat bedeckt. Schon bald steigt der Höhlenboden an und ihr steht vor einer etwa 10 Meter hohen Sintertreppe. Sie erinnert an einen vereisten Wasserfall und sieht verdammt rutschig aus. Wieder Erwarten bietet sie jedoch guten Halt und kann begangen werden.

Spar Cave auf der Isle of Skye
Die Sintertreppe führt bis auf ein kleines Plateau.

Von ihrem obersten Punkt blickt man auf einen kleinen Höhlensee hinab. Pechschwarz liegt er vor uns und ist für uns das Ende der Höhle. Hinter dem See geht der Gang jedoch noch ein Stück weiter bis zu einem zweiten See. Das Wasser ist eiskalt. So berichteten uns zwei Schnorchler, die unerschrocken bis zum Ende der Höhle vorgedrungen sind.

Zwei Schnorchler erkunden die beiden Höhlenseen.

Über dem See, dort wo sie unerreichbar sind, hängen noch einige Stalaktiten. Sie sind wunderschön. Einst soll es noch viel mehr gegeben haben. Aber frühere Höhlenbesucher haben sie als Trophäe mit nach Hause genommen. Nicht nachmachen!!! Respektiert die Natur. Dann können sich noch viele Besucher nach euch an der Schönheit der Höhle und den Jahrhunderte alten Stalaktiten erfreuen.

Spar Cave auf der Isle of Skye
Die letzten Stalaktiten der Höhle

Flowstones sind Höhlenformationen aus Mineralablagerungen, die typischerweise in Kalksteinhöhlen – sogenannten Lösungshöhlen – entstehen. Die Formationen bestehen aus schichtförmigen Ablagerungen von Calcit oder anderen Carbonatmineralien. Sie entstehen dort, wo Wasser an den Wänden oder Böden einer Höhle fließt. Stalaktiten sind hingegen Mineralablagerungen, die von der Höhlendecke herabhängen.

Spar Cave auf der Isle of Skye
Die nassen Höhlenwände glänzen wie Eis.

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Spar Cave als Baby-Versteck

Auf Gälisch heißt die Spar Cave „Sloched Altrimen“ was soviel wie „Säuglingshöhle“ bedeutet. Der Name hat seinen Ursprung in der Zeit der Clans: Die Tochter eines Clanoberhauptes musste ihr Baby vorübergehend in der Höhle verstecken. Denn es war von dem Sohn eines verfeindeten Clanoberhauptes.

Übrigens: es wurde nicht nur ein Baby in einer Höhle versteckt. Auch Bonnie Prince Charlie versteckte sich in verschiedenen Höhlen auf der Isle of Skye, eine davon liegt ganz in der Nähe der Spar Cave. Auch sie ist nur bei Niedrigwasser zugänglich.

Spar Cave auf der Isle of Skye
Der Boden der Höhle ist mit Kalksteinformationen überzogen, die mich an Hirnkorallen erinnern.

Was gibt es in der Nähe der Spar Cave?

Im Südwesten der Isle of Skye gibt es neben der Spar Cave noch ein paar weitere sehenswerte Ziele. Hier ein paar Tipps für unterwegs:

  • Fotostopp an der Church of Kilchrist – einer Kirchenruine mit Friedhof.
  • Am Loch Slapin gibt es tolle Möglichkeiten zum Campen (Achtung Midges).
  • Von der Mole in Elgol habt ihr die beste Aussicht auf die Cuillins.
  • Am Strand von Elgol findet ihr einen außergewöhnlichen Felsen – den Bee Rock. Er sieht aus wie eine riesige Bienenwabe.
  • In Elgol starten Bootstouren zu dem Loch Coruisk im Herzen der Cuillin-Hügel. Neben der schönen Landschaft habe ihr Chancen auf Wildlife-Beobachtungen: Seevögel, Seeadler, Delphine, Riesenhaie, Minkwale und manchmal sogar Orcas.
  • Wandert ihr gerne? Eine schöne Tagestour (ca. 22 km) durch die Cuillins ist die Wanderung von Elgol oder Kilmarie bis Sligachan.

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