Reise zum Mittelpunkt der Erde – Islands Vulkan Thrihnukagigur von Innen

Reise zum Mittelpunkt der Erde - Islands Vulkan Thrihnukagigur von Innen
Reise zum Mittelpunkt der Erde - Islands Vulkan Thrihnukagigur von Innen

Island ist das Land der Natur-Phänomene. Eines davon ist der schlafende Vulkan Thrihnukagigur im Südwesten Islands. Wo einst glühende Magma war, ist heute ein riesiger leerer Vulkankegel. Mit einem Drahtkorb geht es 120 Meter tief hinab in die Erde, vorbei an roten, grauen, schwarzen und gelben Wänden des Vulkanschlotes. Hier erzähle ich euch von meiner „Reise zum Mittelpunkt der Erde“ und ihr erfahrt, wie Islands Vulkan Thrihnukagigur von Innen aussieht.

Islands Vulkan Thrihnukagigur von Innen
Die riesige Magmakammer des Thrihnukagigur lässt die Besuchergruppe ganz klein aussehen.

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Der Vulkan Thrihnukagigur im Südwesten von Island

Island ist eine der aktivsten Vulkanregionen der Welt. Denn es liegt mitten auf dem mittelatlantischen Rücken. Hier treffen sich die eurasische und nordamerikanische Kontinentalplatten. Sie driften jedes Jahr etwa sieben Millimeter auseinander, daher ist die Erdkruste hier besonders instabil. Auch der Vulkan Thrihnukagigur befindet sich in dieser Zone. Thrihnukagigur (Þríhnúkagígur) bedeutet übersetzt soviel wie „Drei-Gipfel-Krater“. Seine Gipfel sind bereits von weitem zu sehen. Einer davon ist etwa 50.000 Jahre alt, sein Gestein ist grau gefärbt. Die anderen zwei Gipfel sind hingegen rötlich gefärbt und mit etwa 4.000 Jahren noch relativ jung.

Pfad zu Islands Vulkan Thrihnukagigur
Die drei Gipfel des Vulkans Thrihnukagigur sehen wir schon von Weitem. Der Vulkankegel, in den wir einsteigen, ist der rechte.
Weg zum Einstieg in Islands Vulkan Thrihnukagigur
Das Gestein des Vulkankegels ist durch Eisenminerale rot gefärbt.

Der Thrihnukagigur auf Island ist der einzige Vulkan der Welt, bei dem es möglich ist, die Magmakammer von Innen zu sehen. Denn normalerweise ist die Magmakammer eines Vulkans mit heißer Magma gefüllt. Die Kammer von dem Vulkan Thrihnukagigur ist jedoch leer. Es wird vermutet, dass sich das Magma in die Tiefe verzogen hat und anschließend an den Wänden des Vulkans ausgehärtet ist. Heute schläft der Thrihnukagigur. Sein letzter Ausbruch ist etwa 4.000 Jahre her. Momentan zeigt er keinerlei Anzeichen für einen erneuten Ausbruch.


Wanderung über das Lavafeld

Um zu dem Vulkankrater zu gelangen, wandern wir zunächst etwa drei Kilometer über ein Lavafeld. Es ist noch früh am Morgen. Die Sonne erwärmt das nasse Moos und es steigt Wasserdampf auf. Die weißen Dampfschwaden vor dem grauen Himmel tauchen die Landschaft in eine mystische Atmosphäre. Während unserer kleinen Wanderung zum Thrihnukagigur kommen wir noch an zwei Lavatunneln und an der Kontinentalspalte vorbei, die ganz Island durchzieht. Mit einem Schritt sind wir Amerika.

Über dem nassen Moos lässt die Wärme der Sonne Dampf aufsteigen.

Nach etwa 45 Minuten kommen wir am „Basecamp“ an. Hier werden wir erstmal ausgerüstet: Klettergurt und Helm mit Stirnlampe. Anschließend werden wir über die Sicherheitsvorkehrungen informiert und in Gruppen von 6 bis 7 Personen eingeteilt, die nacheinander mit einem Drahtkorb in den Vulkan hinabfahren.

Wer nicht wandern will, der fliegt. Ich möchte allerdings nicht wissen, was das kostet…

Im Drahtkorb zum Mittelpunkt der Erde

Kennt ihr die Drahtkörbe, mit denen Fensterputzer die Fenster von Hochhäusern erreichen? So einer öffnet uns hier die Tür in eine andere Welt. Der Drahtkorb für 6 bis 7 Personen ist mit einem Kran verbunden, der vertikal über der Krateröffnung platziert wurde. Massive Kabeldrähte führen den Korb 120 Meter tief ins Innere des Vulkans. Das ist etwa die Höhe eines Wolkenkratzers mit 40 Etagen. Die Fahrt hinab dauert etwa 6 Minuten. Damit wir währenddessen nicht vor Staunen aus dem Korb hinausfallen, ist jeder von uns mit einem Seil gesichert. Zunächst geht es dicht an den Vulkanwänden vorbei. Der Vulkan ist wie ein Flaschenhals geformt. Nachdem wir den engen Eingang passiert haben, öffnet sich ein riesiges Gewölbe mit einer Grundfläche von etwa 49 x 67 Metern.

Islands Vulkan Thrihnukagigur von Innen
Islands Vulkan Thrihnukagigur von Innen
Islands Vulkan Thrihnukagigur von Innen
Islands Vulkan Thrihnukagigur von Innen
Islands Vulkan Thrihnukagigur von Innen
Islands Vulkan Thrihnukagigur von Innen

Das, was von einem Vulkanausbruch bleibt, kennen wir als schwarze Lava. Doch hier im Inneren des Vulkans ist es bunt. An den Wänden hat sich gelbes Schwefeloxid abgelagert. Die rostrote Färbung ist hingegen durch die Oxidation von Eisen entstanden. Grau und schwarz ist das Basaltgestein. Damit die Farben und die Größe der Kammer gut sichtbar sind, werden markante Stellen durch Scheinwerfer angestrahlt. Kaum vorstellbar, dass dieses riesige Gewölbe einst mit glühender Magma gefüllt war.

Unten am Boden der Kammer führt ein mit Seilen abgesteckter Rundweg entlang. Nach einer kurzen Einweisung durch unseren Guide hatten wir etwa 30 Minuten für eigene Entdeckungen und zum Fotografieren.

Nach dem Kraterbesuch werden wir im Basecamp noch mit einer heißen Suppe und Kaffee verwöhnt. Es gab sogar eine vegane Variante – ich war begeistert! Gestärkt treten wir den Rückweg an. Hier in der Weite des Lavafeldes versuche ich, das grade Erlebte zu verarbeiten.


Die Tour auf einen Blick

Dauer: 5 bis 6 Stunden (ca. 40 Minuten im Inneren des Vulkans)
Kosten: Inside the Volcano bietet Touren für 276 Euro an (Stand Juli 2020)
Wann: Die Saison ist kurz und dauert vom 10. Mai bis zum 31. Oktober. Im Winter werden der Steg und der Drahtkorb abgebaut, damit der viele Schnee die Anlage nicht belastet.
Anfahrt: von Reykjavik ca. 25 Minuten (Pick up möglich)
Temperatur im Krater: etwa 3-6 ° C
Treffpunkt bei eigener Anreise: Parkplatz der Blue Mountains / Bláfjöll. Die GPS-Koordinaten sind N 63.98502, W -21.649949


Was nehme ich mit

  • Was Warmes, Wasserdichtes und Winddichtes. Der Vulkan liegt in einer der regenreichsten Regionen Islands. Wenn das Wetter in Reykjavik gut ist, kann es am Thrihnukagigur ganz anders sein.
  • Wanderstiefel (knöchelhoch), denn unten im Vulkan klettert ihr im Halbdunkeln über Felsen
  • Was zu trinken und einen Snack. Es gibt zwar auf der Hütte Wasser, Tee, Kaffee und Suppe, aber die Tourdauer von 5 bis 6 Stunden ist lang.
  • Ganz wichtig: Kamera und ggf. Ersatzakkus nicht vergessen. Am besten fotografiert ihr im Inneren des Vulkans mit einem lichtstarken Weitwinkelobjektiv. Ich hatte außerdem ein Ministativ dabei.

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4 KOMMENTARE

  1. Liebe Mareike, vielen Dank für die tollen Einblicke und grandiosen Bilder Deiner absolut außergewöhnlichen Reise in die Erde. Herzlichst, Ines

    • Hallo Bernhard,
      Ja, das stimmt wohl. Und auch nicht für Menschen mit Höhenangst, denn in diesem Drahtkorb geht es tief hinab. Da musste ich auch ein paar mal tief durchatmen 😉
      Freut mich, dass Du meinen Blog aboniert hast. Ich schau gleich mal auf Deiner Webseite vorbei.
      Liebe Grüsse, Mareike

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