Brown Bluff – Pinguin Party am Tafelvulkan

Brown Bluff - Pinguin Party am Tafelvulkan
Brown Bluff - Pinguin Party am Tafelvulkan

Antarktis. Die braune Klippe des Tafelvulkans Brown Bluff erhebt sich hoch über den Antarctic Sund mit seinen vielen Eisbergen. Davor zieht sich ein breiter, ebener Kiesstrand entlang. Mit meinem Fernglas kann ich schon Pinguine auf Brown Bluff sehen, die an der Wasserlinie mal in die eine, mal in die andere Richtung laufen. Es sollen mehrere Tausend Adeliepinguine und ein paar hundert Eselspinguine sein. Ich kann es kaum abwarten auf das Zodiac nach Brown Bluff zu kommen. Denn hier am Tafelvulkan tobt eine Pinguin Party. Der Besuch von Brown Bluff sollte die schönste Tierbegegnung während meiner Antarktisreise werden. Warum ich den Ort so liebe und was ihr hier sehen könnt, erfahrt ihr in meinem folgenden Artikel.


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Nasse Landung mit dem Zodiac

Die Nacht zuvor war windig und es haben sich große Wellen aufgebaut. Die MS-Expedition hat Mühe, einen geeigneten Ankerplatz zu finden. Der Einstieg in das Zodiac ist aufgrund der Wellen schwierig. Die Gangway wird immer wieder überflutet, mal hat die Treppe sechs Treppenstufen, mal nur noch zwei. Der Sprung ins Zodiac muss daher genau getimt werden. Sobald zehn Passagiere an Bord sind geht’s los Richtung Brown Bluff. Auch hier sind die Wellen groß und brechen sich an dem Kiesstrand, wo wir anlanden wollen. Unser Bootsführer beobachtet den Rhythmus der Wellen und passt eine beruhigtere Phase genau ab. Nun dreht er das Zodiac, klappt den Außenborder hoch und lässt sich rückwärts an den Strand treiben. Hier werden wir von gleich acht helfenden Händen in Empfang genommen und erreichen etwas nass und durchgeschüttelt das Ufer. Die Gruppe Adeliepinguine beobachtet uns dabei neugierig und schienen sich über unsere Landung zu amüsieren.


Der Tafelvulkan Brown Bluff

Brown Bluff – übersetzt braune Klippe – ist ein etwa eine Millionen Jahre alter und 745 Meter hoher Tafelvulkan. Seinen Namen hat Brown Bluff wegen seiner braunen Hänge, die sich an der Nordflanke zur Seeseite hin meist eisfrei und in rotbrauner Farbe zeigen. Er liegt an der Nordspitze der Antarktischen Halbinsel an der Ostküste der Tabarin-Halbinsel am Antarctic-Sund.

Die Klippe von Brown Bluff besteht aus Tuffgestein, also verfestigter Vulkanasche. Horizontale Bänder zeigen dabei mehrere unterschiedliche Ausbrüche an. Das relativ weiche Tuffgestein wurde später mit Lava überdeckt und somit vor der Erosion geschützt. Wenn ihr euch die Findlinge am Strand mal genauer anschaut, könnt ihr interessante Strukturen im Tuffstein entdecken.

Die Vulkanausbrüche und der Lavaaustritt fanden einst unter dem Gletscher statt. Daher hat der Tafelvulkan seine typische Form: Das Plateau und die steilen Flanken. An der seeseitigen Nordflanke zieht sich vom Strand ein Geröllhang hinauf und endet in der senkrecht aufragenden steilen Klippe in etwa 500 Meter Höhe. Die Klippe hält den Gletscher fern vom Strand und die nach Norden ausgerichteten Hänge sind früh im Jahr schneefrei. Ein idealer Brutplatz für tausende von Vögeln und Pinguinen und Ursache für die reiche Tierwelt von Brown Bluff. Der Strand und der schneefreie Teil des Kliffs werden daher von BirdLife International als Important Bird Area ausgewiesen.

Es gibt auf Brown Bluff eine Kolonie Adeliepinguine mit etwa 20.000 Brutpaaren und eine Kolonie Eselspinguine mit etwa 550 Brutpaaren. Des Weiteren brüten hier Dominikanermöwen, Kapsturmvögel, Schneesturmvögel und Raubmöwen. Weddellrobben werden regelmäßig am Strand beobachtet und in den Gewässern vor der Küste jagen Seeleoparden. Eine unserer Zodiac-Gruppen hat während der Fahrt vor Brown Bluff sogar beobachtet, wie ein Seeleopard einen Pinguin von der Wasseroberfläche wegfängt.


Pinguin Party in Brown Bluff

Warum ich Brown Bluff so liebe? Ganz klar wegen der unzähligen Pinguine. Sie sind überall. Pinguine soweit das Auge reicht. Die Kolonie der Pinguine zieht sich das ganze einsehbare Ufer von Brown Bluff entlang. Dazu kommt, dass die Adeliepinguine besonders aktiv und neugierig sind. Es ist eine wahre Freude, die Tiere zu beobachten, wie sie am Strandsaum unmittelbar an der Wasserlinie in Gruppen auf und ab laufen. Sie suchen nach einer guten Stelle, um zwischen Eis und Wellen ins Wasser zu kommen. Ein Mutiger wagt sich dann vor und die Gruppe folgt anschließend. Wenn sie dann wieder aus dem Wasser kommen, werden die Pinguine von den Wellen zum Teil etwas unsanft auf den Strand geworfen. Dann wird erst mal das Federkleid in Ordnung gebracht, bevor es zurück zum Nest geht, wo der Partner mit dem Nachwuchs wartet.

Die meisten Adeliepinguine haben zwei Küken. Mit ihrem flauschigen braunen Federkleid wirken sie irgendwie zu groß geraten. Noch dazu hat ihr Körper eine lustige Birnenform, was sie extrem unbeholfen aussehen lässt. Auch die etwas abseits von den Adeliepinguinen brütenden Eselspinguine haben meistens zwei Küken. Einer hatte sogar Drillinge und musste drei hungrige Mäuler stopfen.

Diese Begegnungen mit den Pinguinen lassen mein Herz vor Freude hüpfen. Ich habe versucht, die Einzigartigkeit der Pinguine in meinen Bildern einzufangen. Doch egal wie sehr ich mich anstrenge. Es blieb etwas Magisches in diesen Tierbegegnungen, was ich einfach nicht abbilden konnte.

Um die Pinguine nicht zu stören ist stets ein Mindestabstand von fünf Metern einzuhalten. Auf dem Kiesstrand ist außerdem die von den Guides mit Fähnchen abgesteckte Route zu benutzen. Wenn ihr euch aber an den Strand von Brown Bluff hockt, kommen manche Pinguine sehr nah an euch heran. Der perfekte Moment für Nahaufnahmen von den Pinguinen.

Wollt ihr mehr Pinguine sehen? Dann interessiert euch bestimmt mein Artikel über die Pinguine von Feuerland sowie meine Tipps für tolle Pinguinfotos.


Wart ihr selber schon mal mit einem Schiff in der Antarktis? Wie hat es euch gefallen und was waren eure Highlights? Habt ihr noch Fragen zu meinem Artikel oder noch weitere Tipps für eine Reise in die Antarktis? Wenn ja, dann schreibt mir doch einen Kommentar!

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